Isabella Nadolnys 1959 erschienener Roman ist ein ungeheuer vergnüglich zu lesendes Buch.
Die Autorin erzählt darin humorvoll, einfühlsam und mit viel Leichtigkeit und großer Beobachtungsgabe von den Höhen und Tiefen ihres Lebens und hat mit "Ein Baum wächst übers Dach" vielleicht eher eine Selbstbiographie geschrieben als einen Roman.
Beginnend mit der Kindheit in München, wo sie als Tochter wohlhabender Eltern aufwuchs, schildert Isabella im weiteren Verlauf ihre Heirat mit einem Schriftsteller, die Kriegsjahre, Verarmung, Geburt des Sohnes, Nachkriegswirren, den langsamen Wiederaufbau.
Und mit all diesen Schilderungen ist ein kleines Holzhaus eng verknüpft, ein Haus das die Eltern ursprünglich als Sommerhaus gebaut hattten, ein Haus an einem bayrischen See, das später in den Kriegsjahren der Familie zum einzigen Zufluchtsort wurde.
Wenn Isabella Nadolny vom Alltag berichtet, von seinen Sorgen und Freuden, wenn sie von Dorfbewohnern erzählt oder den zahlreichen Gästen, die das Holzhaus am See anzog, dann kann man sich dieser direkten, humorvollen, ehrlichen Erzählweise kaum entziehen.
Ein sympathisches Buch.