Eine fast unglaubliche Geschichte: Der Togolese Tete-Michel Kpomassie soll eigentlich zum Priester eines Schlangenkultes in Westafrika ausgebildet werden, sein eigentlicher Traum aber ist es bei den Inuit auf Grönland zu leben, von denen er in einem Buch gelesen hat und zu denen er eine Art Seelenverwandtschaft verspürt. Die Geschichte beginnt Anfang der 60er Jahre, in Afrika werden viele Staaten unabhängig, der junge Tete-Michel macht sich ebenfalls von seinen Traditionen frei und reist von Land zu Land, arbeitet dort einige Zeit, um sich die Weiterreise zu finanzieren. Er gelangt nach Europa und schließlich tatsächlich nach Grönland und lebt bei den Menschen dort und wird freundlich aufgenommen. Der Leser erfährt viel über das Leben in Grönland, die Jagd, die Ernährung und das Wohnen der Menschen dort, das Familienleben und wie sich die westliche Kultur mit der grönländischen verbunden hat, was natürlich zu erheblichen Problemen führt. Kpomassie hat sich seinen Traum erfüllt und er ist ein freundlicher und aufmerksamer Berichterstatter, der eine besondere Beschreibungsgabe mitbringt. Er hat die spezielle Sichtweise,die es ihm ermöglicht, distanziert und Teil des Ganzen zugleich zu sein.
Sehr interessant wird es, wenn er Vergleiche zwischen der togolesischen und grönländischen Tradition zieht und Übereinstimmungen aufzeichnet.
Kurzum: Etwas hochtrabendes Vorwort von Jean Malaurie.. Aber sonst absolut empfehlenswert, ob aus volkskundlicher Sicht oder weil man einfach eine spannende Geschichte lesen möchte. Ein Beispiel für ehrliche Offenheit und Toleranz, darüber hinaus ein spannender Reisebericht mit allem was dazugehört.