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Ein Abend im Club
 
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Ein Abend im Club [Gebundene Ausgabe]

Christian Gailly , Doris Heinemann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Hörbuch-Rezensionen

Es ist fast zu schön, um wahr zu sein: Scheinbar zufällig lernt der ehemalige Pianist und seit zehn Jahren als Ingenieur arbeitende Simon Nardis in einem Jazzkeller die Liebe seines Lebens kennen. Und findet dabei auch seine Leidenschaft für den Jazz und das Leben wieder – ganze zehn Jahre lange hatte er sich vom Jazz und Alkohol fern gehalten und mit seiner Frau Suzanne ein angenehmes Dasein gehabt. Nur eine Nacht und ein paar Stunden am Strand sind nötig, und Simon weiß, er kann und will in sein altes „Leben“ nicht zurück. Seine Freiheit hat allerdings einen Preis. Dieses Thema eines Neuanfangs, einer noch einmal erlebten großen Liebe wird hier in einem ganz eigenen Stil interpretiert: leidenschaftlich, intensiv und im „Jazz“. Wer also die Liebe, das Schicksal, den Jazz und „swingende“ Literatur mag, wird ein begeisterter Zuhörer von Matthias Ponniers Lesung des Romans „Ein Abend im Club“ von Christian Gailly sein. Das ist sicher!

Die zärtliche Geschichte wird äußerst vielschichtig erzählt. Es gibt den Erzähler, der alles weiß, zwischen den Zeiten und Personen souverän hin- und herspringt, und ein sehr guter Freund Nardis, aber auch seiner Frau Suzannes ist. Der Erzähler weiß um die Leidenschaft und die dazugehörenden Gefahren des Künstlers; er selbst ist Maler. Der Charme der Story liegt vor allem in den rhythmisch komponierten Sätzen: im Wechsel zwischen den Erzählperspektiven und der leichten, stilistisch sicheren Sprache mit ihrer Intensität und ihrem Sinn für Komik. Der Autor hat den Jazz im Blut, das hört man.

In seiner Lesung zieht Matthias Ponnier den Hörer unwiderstehlich in den Bann der Geschichte Simons und Debbies. Dabei stellt sich unaufhörlich die Frage: Wird Simon rückfällig oder wiedergeboren? Ponnier meistert die für diesen Text geforderte Rhythmik und Vielschichtigkeit. Der Schauspieler und renommierte Synchronsprecher wirkte bereits in zahlreichen Hörspielen mit. Seine Stimme gibt brillant das Spiel des langsamen, aber unaufhaltsamen Zueinanderkommens der Sängerin Debbie Parker und des ehemals gefeierten Jazzpianisten Simon Nardis wieder. Er trifft den Ton für die allwissenden Überlegungen und Schachzüge des Erzählers. In den Passagen, in denen über den Tod Suzannes gesprochen wird, findet er die richtige Stimmlage: nicht weinerlich und auch nicht despektierlich. Ponniers erstklassige Interpretation vollenden berühmte Stücke wie „That’s all“ oder „Autumn Leaves“, gespielt von Zbigniew Stanula.

„Ein Abend im Club“ ist Christian Gaillys elfter Roman. Der Roman wurde eines der erfolgreichsten Bücher des Jahres 2002: Das Buch gewann den renommierten „Prix du Livre Inter 2002“ und wurde vom Magazin „Lire“ zum besten französischen Roman des Jahres 2002 gewählt. Bevor Gailly, Jahrgang 1943, sich dem Schreiben widmete, war er Jazzsaxophonist, dann Psychoanalytiker. Sein Musikerdasein gab er wegen der zu großen Gefahren, die darin lauern, auf. Gailly weiß also genau, wovon er in diesem Buch schreibt. „Ein Abend im Club“ trägt stark autobiografische Züge, womit der Autor aber keinerlei Probleme hat. Ganz im Gegenteil, für ihn steht fest, „dass es keine Literatur gibt, die nicht autobiografisch ist.“

Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 146 Minuten, 2 CD. Mit Booklet.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Nachdenklich, psychologisch ausbalanciert erzählt er von Rausch und Abenteuerlust. Eine Geschichte mit der Sogkraft eines Jazzsolos." (Focus)

"Wie Gailly, einst selbst gefeierter Jazz-Saxophonist, das Spiel der Gesten und Töne ... In einen lässigen Sprachstil übersetzt, macht jeden Leser wehrlos." (Die Welt)

"Wenn es einen zeitgenössischen Schriftsteller gibt, auf den das Lob der 'Musikalität der Sprache' nicht nur zutrifft, sondern der uns diese etwas abgegriffene Metapher geradezu wie eine Entdeckung empfinden läßt, dann ist es Christian Gailly." (FAZ)

Kurzbeschreibung

Längst hatte Simon Nardis das Klavierspielen und seine Musik, den Jazz, aufgegeben. Denn bevor ihn der Alkohol vollkommen zerstören konnte, leitete ihn seine Ehefrau Suzanne von dem ausschweifenden Musikerleben über in eine bürgerliche Existenz. Nun verschlägt es Nardis, nunmehr ein gelangweilt-pflichtbewußter Ingenieur, wegen eines Auftrags an die französische Atlantikküste. Um sich die Zeit bis zur Abfahrt seines Zuges zurück nach Paris zu vertreiben, will er nur kurz den örtlichen Jazzclub besuchen. Doch ein junges amerikanisches Trio spielt und der Pianist verwendet unverkennbar Nardis Stil, der ihn in der Welt des Jazz von New York bis Kopenhagen berühmt gemacht hatte. Die Anziehung des Klaviers auf Nardis ist groß und das Gefühl, vor vielen Jahren die Musik verraten zu haben. Die Abfahrt des Zuges rückt näher. Nardis muß innerhalb weniger Augenblicke eine Entscheidung treffen: hier die Verlockung - das Klavier, der Jazz, der erste Drink und die Betreiberin!
des Clubs, die schöne Amerikanerin Debbie, die auch Jazzsängerin ist. Dort Suzanne und die Bahnen einer langweiligen, aber stabilen Existenz. Gailly erzählt von einem glücklichen Moment. Die Geschichte swingt wie eine Jazzimprovisation und vom ersten Takt an wird man getragen von der Melodie eines schmerzlichen Glücks.

Über den Autor

Christian Gailly wurde 1943 geboren. Er war Jazzsaxofonist, dann Psychoanalytiker und lebt heute als Autor in Paris. Ein Abend im Club wurde vom Magazin Lire zum besten französischen Roman des Jahres 2002 gewählt.

Auszug aus Ein Abend im Club. von Christian Gailly. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er führte das Thema ein, ließ es von sehr weit herkommen, in kleinen melodischen Anschlägen, die er nach und nach harmonisierte, indem er den Akkord Note für Note wieder erstehen ließ, in Pausen, die der von ihm angedeuteten Melodie entsprachen, und auch der Rhythmus begann sich abzuzeichnen. Sehr bald schon packte ihn die Lust zu swingen. Alle hörten zu.
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