Ich habe vor einem Dutzend Jahren alle 3 vorhergehenden Methodenbücher von Herrn Klippert gelesen und deren Verheißungen vernommen. Im Unterricht erwiesen diese als recht zäh und mühselig anzuwenden. Die vorgegebenen Unterlagen waren nicht nur für Sekundarstufe II zu kindlich und mussten deshalb meist neu erstellt werden.
Jetzt in diesem Buch gibt er endlich mal zu, dass 30 bis 40% eigenständiges Arbeiten sowieso schon das Äußerste sind, was möglich ist; dass der hart lehrerzentrierte Unterricht für alles Schwierige unverzichtbar ist und dass die ganzen Selbstarbeitsfähigkeiten ganz langsam und mit sehr langem Atem erst aufgebaut werden müssen. Ebenso die Tatsache, dass diese Methodik viel Zeit raubt, die einem die Lehrpläne kaum lassen.
In diesem Buch rückt er die ganzen vorhergehenden Bücher in einen realistischen Kontext, was sehr begrüßenswert ist. Seine in diesem Buch angegebenen Lernspiralen lassen aber noch so viel offen, weil alles an den Kenntnisstand der Schüler angepasst werden muss, dass sie eigentlich nichts sind außer einem Inhaltsverzeichnis.
Die letzten 2 Drittel des Buches bestehen aus Beispielen aus den Bereichen der Sozialwissenschaften, Deutsch, der Mathematik und der Fremdsprachen. Dort wird das Buch dann konkreter, auch mit Arbeitsblattvorlagen.
Im Großen und Ganzen bringt das Buch mir für meine Unterrichtsfächer nichts Neues; aber nach Jahren die Genugtuung, dass es den anderen auch nicht leichter fällt.
Zum mir: Ich bin ein Elektroingenieur, der mal schnell von der Landesregierung im Referendariat auf Lehrer frisiert wurde, ohne richtiges Pädagogikstudium. Dies ist eine Vorgehensweise, die diesen Leuten nicht gut bekommt. Ein Lehrer mit richtigem Studium tut sich mit dem Buch wohl leichter.