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Produktinformation
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Gunnar Heinsohn und Otto Steiger lösen diese Rätsel, indem sie die "gültige" Lehrmeinung vom Kopf auf die Füße stellen.
Sie begründen einen Paradigmenwechsel: Nicht der Tausch, sondern das Eigentum ist der Ursprung allen Wirtschaftens; Zins und Geld sind sein erstgeborenen Abkömmlinge. Wo Eigentum fehlt oder abgeschafft wird, gibt es keine Ökonomie, sondern nur Produktion.
Indem die Autoren erstmals erklären und theoretisch fundieren, wie unsere Wirtschaft wirklich funktioniert, stellen sie die Wirtschaftstheorie und die Wirtschaftspolitik auf ein neues Fundament. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Eigentum, Zins und Geld werden von der etablierten Wirtschaftswissenschaft bis heute umrätselt. So hat noch kein Vertreter der herrschenden Lehren überzeugend erklären können, daß und wie der Gütertausch, von dem alles Ökonomische abzuleiten sei, überhaupt Geld hervorbringt.
Gunnar Heinsohn und Otto Steiger lösen diese Rätsel, indem sie die «gültige» Lehrmeinung vom Kopf auf die Füße stellen. Sie begründen einen Paradigmenwechsel: Nicht der Tausch, sondern das Eigentum ist der Ursprung allen Wirtschaftens; Zins und Geld sind seine erstgeborenen Abkömmlinge. Wo Eigentum fehlt oder abgeschafft wird, gibt es keine Ökonomie, sondern nur Produktion.
Indem die Autoren erstmals erklären und theoretisch fundieren, wie unsere Wirtschaft wirklich funktioniert, stellen sie die Wirtschaftstheorie und die Wirtschaftspolitik auf ein neues Fundament. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Daß die gängigen, an den Hochschulen gelehrten volkswirtschaftlichen Theorien der Wirtschaft schon vom Ansatz her mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben, halte ich für richtig; und auch die marxsche Ökonomie wurde vom Scheitern des Sozialismus praktisch dementiert. Daß Heinsohn/Steiger jedoch ein gut ausgearbeitetes alternatives Erklärungsmodell vorlegen würden, kann man nicht behaupten. Über weite Strecken sprunghafte Gedankenführung kennzeichnet das Buch, zentrale Begriffe werden nicht wirklich sauber definiert.
Sie liefern aber viele wertvolle Einsichten und Anregungen in Richtung auf ein alternatives Erklärungsmodell.
Die Stärken des Buches liegen darin, daß Heinsohn/Steiger nicht versuchen, eine für alle Zeiten und Gesellschaftsformen gültige Theorie zu entwerfen, sondern drei Gesellschaftsformen unterscheiden: auf verwandtschaftlicher Solidarität basierende Stammesgesellschaften, auf Autorität und Herrschaft basierende Befehlsgesellschaften (feudale Abgabenwirtschaften - hier ordnen H/S auch den Sozialismus ein) und auf Eigentum und Vertragsfreiheit beruhende Geldwirtschaften. Einen solchen kulturvergleichenden Ansatz halte ich für eine sinnvolle Wirtschaftstheorie für unverzichtbar.
Kern des Buchs ist ihr Versuch, den Zusammenhang von Eigentum, Vertrag (inclusive Haftung/Einklagbarkeit), Zins, Geld, Markt und Wachstum(szwang) auf eine Weise zu rekonstruieren, die - anders als etwa das Grundmodell der Neoklassik - mit der wirtschaftspraktischen Realität im Einklang steht.
Hinsichtlich des Geldes lassen sich die Autoren dabei als Banking-Theoretiker einordnen, für die „Geld" immer eine Forderung/Verbindlichkeit darstellt. Viele Ökonomen wehren sich mit Händen und Füßen gegen einen solchen Ansatz - ohne überzeugende Argumente. Allerdings entwerfen H/S auf der Basis ihres aus mikroökonomischer Sicht durchaus überzeugenden Geldbegriffs meiner Meinung nach kein schlüssiges Modell gesamtwirtschaftlicher Prozesse, obwohl ihr Grundansatz durchaus das Potential hätte.
An Heinsohn/Steigers Buch ist sehr angenehm, daß sie durchwegs auf die im Zusammenhang mit Eigentum, Zins und Geld weithin üblichen ideologischen Denkfiguren verzichten und sich stattdessen darauf konzentrieren, offene Fragen hinsichtlich dieser Zentralphänomene zu verfolgen und bessere Antworten zu finden.
Darin liegt ein kaum zu überschätzender Nutzen dieses Buchs, denn ein solch konsequent unideologisch forschender Ansatz ist sehr, sehr selten.
Viel öfter wird in Öffentlichkeit und Literatur über die Phänomene Eigentum, Zins und Geld eher sehr widersprüchlich diskutiert. Fehlende analytische Präzision und begriffliche Scheinklarheit mischt sich dann schnell mit moralischen Bewertungen und ideologischen Überzeugungen, und die Diskussion gleitet schnell ins irrationale ab. Für die einen stellen Eigentum, Zins und Geld naturgegebene, ewige und der menschlichen Natur gemäße Phänomene dar, für die anderen widernatürliche, die menschliche Natur korrumpierende Erfindungen oder tragische Verirrungen. Solche Bewertungen führen aber nicht weiter.
Heinsohn/Steiger dagegen verzichten auf Bewertungen und bieten neue Klärungsmöglichkeiten an.
Wer also wirklich herausfinden will, wie Wirtschaft funktioniert und schon begriffen hat, daß die gängigen Theorien dabei kaum weiterhelfen bzw. in Sackgassen führen, wird hier eine Fülle origineller Gedanken, Anregungen, wichtiger Beobachtungen und sinnvoller begrifflicher Unterscheidungen finden. Viele der hier vorgetragenen Gedanken werden in einem schlüssigen Erklärungsmodell der Wirtschaft, das diesen Namen wirklich verdient, ihren Platz finden.
Ihrem Anspruch, ein solches sauber ausgearbeitetes Modell mit diesem Buch schon vorzulegen, werden Heinsohn/Steiger aber nicht gerecht.
Entwicklungstheoretiker sind sich dieses Mangels der Mainstream-VWL auch deutlich bewußt: sie versuchen ja, unzähligen "Entwicklungsländern" Anleitungen zu geben, wie diese den Wohlstand der westeuropäischen Nationen für sich ebenfalls schaffen können; allerdings fällt die Bilanz der Entwicklungsbemühungen vieler Länder sehr ernüchternd aus.
Heinsohn und Steiger beanspruchen nun, erreicht zu haben, was ökonomische Theoretiker seit Adam Smith vergeblich versucht haben: zu erklären, wie der "Wealth of Nations" eigentlich zustandekommt, und warum manche Nationen einen solchen "Wealth" schaffen und andere nicht.
Sie behaupten, in „Eigentum, Zins und Geld" erstmals eine Theorie vorzulegen, die erklärt, wie Wirtschaften wirklich funktioniert: wie Eigentum, Zins und Geld zusammenhängen und warum eine auf Eigentum, Vertragsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und in Geld abzuwickelnden Verträgen beruhende Gesellschaft einen inneren Zwang zu Wachstum, Fortschritt, Mehrarbeit, aber auch periodische Krisen mit erlahmender wirtschaftlicher Aktivität und steigender Arbeitslosigkeit hervorbringt.
Wie lösen H/S ihren Anspruch ein?
Die Stärken des Buches liegen für mich darin, daß Heinsohn/Steiger nicht versuchen, eine für alle Zeiten und Gesellschaftsformen gültige Theorie zu entwerfen, sondern drei Gesellschaftsformen unterscheiden: auf verwandtschaftlicher Solidarität basierende Stammesgesellschaften, auf Autorität und Herrschaft basierende Befehlsgesellschaften (feudale Abgabenwirtschaften - hier ordnen H/S auch den Sozialismus ein) und auf Eigentum und Vertragsfreiheit beruhende Geldwirtschaften. Einen solchen kulturvergleichenden Ansatz halte ich für eine sinnvolle Wirtschaftstheorie für unverzichtbar.
Auch Heinsohn und Steigers Klärungen zum (ideologisch hoch aufgeladenen) Eigentumsbegriff halte ich für unverzichtbar. Sie bringen auf fast schon peinlich einfache und banale Weise Klarheit in die Streitigkeiten um diesen Begriff.
Hinsichtlich des Geldes lassen sich die Autoren als Banking-Theoretiker einordnen, für die „Geld" immer eine Forderung/Verbindlichkeit und keine bloße Tauschmittelware darstellt. Auch diese Einsicht, die in ähnlicher Form auch Johann Philipp von Bethmann vorgetragen hat, bildet meiner Meinung nach einen unhintergehbaren Kern einer Wirtschaftstheorie, die die wirkliche Wirtschaft beschreiben und nicht (wie die Neoklassik) ein Modell von einem fiktiven Ausgangspunkt aus konstruieren möchte.
Alles Wirtschaften beginnt bei H/S mit dem Kredit. Geld ist nicht von vorneherein da oder wird irgendwie auf mysteriöse Weise in die Wirtschaft eingeschleust. Geld kann nur entstehen, wenn sich jemand verschuldet: Geld dokumentiert/repräsentiert immer eine einklagbare und vollstreckbare Forderung. Konkret heißt dies heute: Geschäftsbanken können von der Zentralbank nur Geld bekommen, wenn sie dort dafür Schulddokumente privater Schuldner hinterlegen. Jeder Geldschein dokumentiert damit, daß sich irgendwo ein Privater verschuldet hat und eben dieses Geld, das die Zentralbank gegen sein Schuldanerkenntnis herausgegeben hat, an einem bestimmten Termin schuldet - und bei Zahlungsunfähigkeit dulden muß, daß zwangsvollstreckt wird.
Allerdings entwerfen H/S auf der Basis ihres aus mikroökonomischer Sicht überzeugenden Geldbegriffs dann kein (mich) überzeugendes Modell gesamtwirtschaftlicher Prozesse, sondern bleiben auf dieser Ebene eher vage.
Damit komme ich zu den Schwächen des Buches:
Trotz des übersichtlichen Inhaltsverzeichnisses und der Gliederung des Buchs in zentrale Themen (Eigentum, Zins, Geld, Markt, Akkumulation/Wachstum, Krise) ist die Gedankenführung der Autoren oft schwer nachvollziehbar. Sie ist über weite Strecken sprunghaft, zentrale Begriffe werden oft nicht wirklich sauber definiert und entwickelt. Das Bild gesamtwirtschaftlicher Prozesse, das sich aus ihren begrifflichen Neufassungen ergibt, ist für mich noch nicht klar und detailliert genug ausgearbeitet.
Dennoch verfolgen die Autoren einen Ansatz, der sich von den bestehenden Theorien deutlich unterscheidet und diesen meines Erachtens vom Ansatz her deutlich überlegen ist. Denn H/S argumentieren konsequent nicht-universalistisch, sondern kulturvergleichend und beginnen mit der Klärung von Kernbegriffen, die im alltäglichen Wirtschaftsleben eine zentrale Rolle spielen.
Auch für die Entwicklungstheorie bietet H/S' Ansatz neue Perspektiven, die z.B. mit den von dem Entwicklungstheoretiker Hernando DeSoto in seinem Buch "The Mystery of Capital" vorgetragenen Ideen hervorragend zusammenpassen.
Fazit: Wer wirklich herausfinden will, wie Wirtschaft funktioniert und schon begriffen hat, daß die gängigen Theorien dabei kaum weiterhelfen bzw. in Sackgassen führen, wird hier eine Fülle origineller Gedanken, Anregungen, wichtiger Beobachtungen und sinnvoller begrifflicher Unterscheidungen finden. Viele der hier vorgetragenen Gedanken werden in einem schlüssigen Erklärungsmodell der Wirtschaft, das diesen Namen wirklich verdient, ihren Platz finden.
Ihrem Anspruch, ein solches sauber ausgearbeitetes Modell mit schon vorzulegen, werden Heinsohn/Steiger aber mit diesem Buch noch nicht gerecht; dafür bleibt noch viel zu tun.
Trotzdem ist ein Ansatz wie der von Heinsohn und Steiger höchst wertvoll für alle, die unabhängig von wissenschaftlichen Brötchengebern darüber nachdenken, wie Wirtschaft wirklich funktioniert. Denn begriffliche Neuansätze wie dieser sind im staatlichen Wissenschaftsbetrieb höchst selten. Dort ist es fürs berufliche Vorankommen oft wichtiger, die bestehenden Theorien der professoralen Autoritäten zu verinnerlichen anstatt durchs Anzweifeln des Nutzens dieser Modelle die eigene Karriere zu gefährden: das staatliche Wissenschaftssystem ist weit weniger innovativ als der Markt.
Für den Mut, sich gegen die Mehrzahl ihrer Fachkollegen zu wenden und einen grundsätzlich neuen Denkansatz zu verfolgen, kann man Heinsohn und Steiger dann trotz der Schwächen ihres Buchs auch wirklich gratulieren: denn das ist in den heutigen Sozialwissenschaften leider viel zu selten.
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