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Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen: 21 Geschichten (suhrkamp taschenbuch)
 
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Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen: 21 Geschichten (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Peter Bichsel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 73 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 8 (29. Juli 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518390678
  • ISBN-13: 978-3518390672
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.773 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen
OA 1964 Form Kurzprosa Epoche Moderne
Peter Bichsels erstes Buch enthält 21 kurze, nur wenige Seiten lange Geschichten. Zentrales Thema ist die menschliche Vereinsamung und die Unfähigkeit, sich dem anderen mitzuteilen. Mit der Form der Kurzprosa misstraut Bichsel der Möglichkeit, Zusammenhänge durch Sprache adäquat erfassen zu können.
Inhalt: Bichsels Geschichten sind im kleinbürgerlichen Milieu angesiedelt. Die geschilderten Vorgänge sind in ihrem Ablauf gewohnheitsmäßig und von beklemmender Unveränderlichkeit. Auch die Sehnsucht der Figuren nach einem anderen Leben vermag ihre Stagnation nicht zu durchbrechen. In San Salvador schreibt ein Familienvater: »Mir ist es hier zu kalt, ich gehe nach Südamerika.« Dabei wollte er nur seine neue Schreibfeder ausprobieren.
Bichsels Figuren sprechen kaum. Wortwechsel wie in Blumen finden meist nur in Gedanken statt. Die Tristesse der äußerlichen Verhältnisse fungiert als Spiegel einer inneren Befindlichkeit. In Stockwerke und Die Beamten sind die Menschen nur noch Schablonen. Voneinander nicht zu unterscheiden, finden sie sich in die immer gleichen Abläufe des Stadtlebens eingebunden. Die Beziehungslosigkeit der Figuren und ihre Anonymität sind in allen Geschichten auffällig.
In Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen erfährt der Leser kaum mehr über Frau Blum, als der Milchmann über sie weiß; und der hat Frau Blum noch nie gesehen. Die Kluft zwischen dem, was die Figur eigentlich möchte und dem, was sie tatsächlich realisiert, ist groß. Immer gründet die Tragik der Figuren in phlegmatischer Sprachlosigkeit. Nur die Gedanken wenden sich von der tristen Oberfläche ab, um hinter die Fassade zu schauen.
Aufbau: Bichsels Geschichten sind von einer lyrischen Kargheit, die in der mündlichen Tradition verhaftet ist und zugleich scheinbar wie ein Lehrbuch zwischen gesprochener und geschriebener Sprache vermitteln möchte. Bichsel selbst bezeichnet die deutsche Hochsprache als eine Fremdsprache, deren Gebrauch ihm Schwierigkeiten bereite. Auffällig ist der restringierte Sprachstil und die Reihung von Sätzen gleicher Wichtigkeit. Ihre Beziehung untereinander wird oft nur angedeutet. Ungewöhnliche Abfolgen der Satztempi (z. B. Sprünge vom Präteritum ins Plusquamperfekt) erzeugen Brüche und Leerstellen im Text, die der Leser ausfüllen muss. Bichsel liefert Momentaufnahmen, Beobachtungen und Gedanken, die sich in kein episches Kontinuum einfügen, sondern mit einem meist auktorialen Erzähler zur Episode montiert werden. Dabei stellt Bichsel die Verbindlichkeit der Erzählinstanz (z. B. durch Konjunktiv) oft infrage. Geschichten wie Blumen oder Der Tierfreund sind sogar vollständig im Konjunktiv verfasst.
Wirkung: Mit seinen Milchmann-Geschichten hatte der Autor 1964 durchschlagenden Erfolg und wurde zu einem der wichtigsten Vertreter deutschsprachiger Kurzprosa. Die Literaturkritik vergleicht seine minimalistische Erzählweise mit der von Johann Peter R Hebel und Robert R Walser. S. I.

Kurzbeschreibung

Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen ist die heute als klassisch geltende Sammlung von Lesestücken, mit der dem Autor etwas für seine und unsere Zeit Einmaliges gelungen ist: auf lakonische, fast emotionslose, genau beobachtende und dabei dennoch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten aufzuzeichnen und ihnen Geschichten zu "entnehmen", von denen jede die Welthaftigkeit und Tiefe eines Epos besitzt.Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen ist die heute als klassisch geltende Sammlung von Lesestücken, mit der dem Autor etwas für seine und unsere Zeit Einmaliges gelungen ist: auf lakonische, fast emotionslose, genau beobachtende und dabei dennoch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten aufzuzeichnen und ihnen Geschichten zu »entnehmen«, von denen jede die Welthaftigkeit und Tiefe eines Epos besitzt.

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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nicht erzählte Geschichten vom Feinsten!, 12. August 1999
Von Ein Kunde
Es ist ein zeitgemäßes Gesetz, daß kulturelle Produkte - um es einmal so zu nennnen - den Markt erobern und nach wenigen Tagen in Vergessenheit geraten. Auch in der Belletristik kommen solche Phänomene vor. Der Grund: Leicht verdauliche Kost, die keine langfristige Auseinandersetzung mit der gebotenen Materie erlaubt, da diese, einmal diskutiert und erörtert, keine neuen Diskussionen in Gang setzt.

Manchmal ist der Grund für schnelle Vergessenehit nicht so einfach zu erkennen. Zuweilen ist das Verschwinden eines literarischen Meisterwerkes aus dem kulturellen Gedächtnis sogar vollkommen unbegründet, vielleicht sogar traurig. Bestes Beispiel: der Schweizer Peter Bichsel. Wem Peter Bichsel kein Begriff ist, der sollte noch heute etwas daran ändern. Besonders empfehlenswert zum Einstieg in seine Literatur erscheint mir "Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen". Dieses sympathisch schmale Buch ist großes Lesevergnügen einerseits und, scharfsinnig gelesen, eine große Herausforderung mit Ecken und Kanten andererseits. Beim Lesen ist allergößte Vorsicht geboten: Bichsels ausgesprochen kurzen Geschichten verführen zu einer viel zu schnellen, unreflektierten Lektüre. Dabei bieten ihre minimalistisch-konzentrierten Plots eine Vielzahl an möglichen Deutungen. Wirklich spannend (auch im wissenschaftlichen Sinn) werden sie dadurch, daß das Nichterzählte weitaus wichtiger als das Erzählte wird. Wer die Geschichten hinter den Geschichten nicht zu entziffern vermag, der übersieht das Wesentliche - ganz so, wie es die Figuren tun. Und damit deckt Peter Bichsel das Problemtische an unserer Zeit, an unserer schnellebigen Kultur auf: die Leichtsinnigkeit, mit der wir, von modernen Medien konditioniert, unsere Umwelt wahrnehmen. Den Unterschied zwischen Sein und Schein zu erkennen, das ist das große Thema von Bichsels Geschichten, die aus genau diesem Grund als zusammenhängende Texte gelesen werden müssen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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5.0 von 5 Sternen Meisterhafte Kurzgeschichten, 25. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen: 21 Geschichten (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Der kleine Band vereingit 21 kurze Geschichte, darunter so großartige Werke wie "Die Männer", "Musikdosen" und die >Titelgeschichte< "Der Milchmann". Bichsel, Mitglied er Gruppe 47, die u.a. die Kurzgeschichte als literarische Gattung in Deutschland nach dem letzten Krieg hoffähig gemacht hat (man denke etwa auch an H. Böll), versteht es meisterlich, die Technik auf seine eigenen Geschichten anzuwenden.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Frau Blum und der Milchmann, den sie kennenlernen möchte...., 13. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen: 21 Geschichten (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Eines der schönsten und treffendsten Bücher von Bichsel, an dem ich immer den Einsatz der Metapher für eine große Lebensphilosophie bewundere. Ich arbeite damit immer wieder,es wird nie uninteressant und ich kann auch immer wieder andere Leser damit anregen.
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