- Als Retter kommen und nicht als Opfer gehen -
Einsätze in Konflikt- und Gefahrenlagen sind wahrlich nicht nur Aufgabe der Polizei. Eigentlich gibt es keine polizeiliche Konfliktlage, keine Schlägerei, Waffeneinsatz, keine Bedrohungslage, um nur einige Beispiele zu nennen, bei denen der Rettungsdienst, wie auch der Notarzt und in vielen Fällen auch die Feuerwehr nicht eingesetzt werden. Aber auch die täglichen Gefahrenlagen, wie beispielsweise der Gefahrgutunfall, der Brand oder die technische Rettung fordern Rettungsdienst, Notarzt und Feuerwehr in besonderem Maße. Basis für einen erfolgreichen aber auch sichern Einsatz ist das Wissen um Gefahren, das frühzeitige Erkennen von Gefahrensignalen und letztlich sichere, greifbare Handlungsmuster. Gerade hier setzt die Neuerscheinung 'Eigensicherung im Rettungsdienst' an. Endlich gibt es für das weitgehend stiefmütterlich behandelte Thema 'Eigensicherung' ein Sachbuch, welches auf mehr als 270 Seiten mit vielen Bildern und Beschreibungen dieses (überlebens) - wichtige Thema aufgegriffen hat.
Dieses Sachbuch zeigt erstmals im deutsprachigen Raum auf, wie Rettungsdienst und Notarzt mit gefährlichen Einsatzsituationen angemessen umgehen können und man sich im Gefahrenbereich sicher aufhält. Anschaulich und nachvollziehbar wird dargestellt, wie Einsatzkräfte frühzeitig Gefahren- und Konfliktlagen erkennen und geeignete Handlungsmuster entwickeln können. Mit anschaulichen Bildern, teilweise aus Reallagen, umfassenden und verständlichen Erklärungen, Fallbeispielen und Checklisten wird in diesem Buch gezeigt, wie man sich auf Konflikt- und Gefahrenlagen vorbereitet, relevanten Örtlichkeiten oder Personen nähert und sich sicher im gefährlichen Einsatzbereich aufhält oder gar aus diesem zurückzieht. Schwerpunkte des integrativen Werkes sind nicht 'Selbstverteidigungstricks', diese wurden glücklicher Wiese vollkommen ausgespart, sondern Aspekte der Einsatzvorbereitung und 'kommunikation, das für den Rettungseinsatz eigentlich atypische, aber aus Sicht der Eigensicherung dringend notwendige Eigensicherungsverhalten in der Annäherung bei gefährlichen Lagen wie auch die sehr praxisorientierte Psychologie der Eigensicherung und der Einsatzkompetenz und dem geigneten Sicherungsverhalten für bodengebundene Kräfte beim Einsatz des RTH. Dem Herausgeber als Hauptautor, einem im Bereich der Polizei, wie des Rettungsdienstes erfahrenen Polizeibeamten, sowie den Co-Autoren aus dem Bereichen der Einsatzpsychologie, der Feuerwehr und der Luftrettung ist es endlich gelungen ein schon lange 'brennendes' Thema aus der Praxis für die Praxis aufzuarbeiten und den Einsatzkräften von Rettungsdienst und Feuerwehr wichtige Handlungsangebote an die Hand zu geben. Der hessische Innenminister hat in seinem Geleitwort bemerkt, dass hier ein Buch vorgelegt wurde, welches ' das Zeug zum Standardwerk hat'.
Dieser überaus treffenden Aussage kann nur hinzugefügt werden, dass die vorgestellten Eigensicherungsinhalte eigentlich jeder Einsatzkraft in der Aus- und Fortbildung näher gebracht werden sollten.