Es stimmt leider: wer einen Siggi-Baumeister-Roman kennt, kennt alle. Der Aufbau ist wie gehabt: Sigi wird durch einen Anruf in den neuen Fall hineingezogen. Eine Scheune brennt ab und in ihr kommen zwei junge Leute ums Leben, die die Eifel mit Drogen versorgt haben. Auch diesmal das bekannte Siggi-Phänomen: er kennt jeden, jeder kennt ihn, jeder vertraut ihm, jeder wendet sich an ihn. Diesmal sind es die Jugendlichen der lokalen Drogenszene, die ihn mit erstaunlicher Offenheit empfangen. Erstaunlich ist auch (wie gehabt), wie genau Sigi die Lebensgeschichte jedes im Roman auftauchenden Eifel-Bürgers kennt. Und natürlich hat jeder seine Macken und Schrullen. So nach hundert Seiten wird Siggi dann (ebenfalls wie gehabt) zusammengeschlagen und natürlich mischt er die Schläger ordentlich auf...
Dass die Geschichte sich dennoch auf drei Sterne gerettet hat, ist allein dem Tempo zu verdanken, dass sie so nach ca. 150 Seiten aufnimmt. Die Ermittlungen zeigen, dass die Drogenszene in der Eifel von Holland aus beliefert wird und Siggi und Rodenstock setzen alles daran, dem Hauptverdächtigen eine Falle zu stellen. Es kommt zu einem heftigen Showdown mit allem was dazu gehört.
Leider ist die ganze Geschichte für mich vollkommen substanzlos geblieben. Der "Pate" der holländischen Drogenmafia war für mich unglaubwüridg und die Dimensionen des geschilderten Drogenhandels blieben irgendwie saft- und kraftlos. Die Geschichte wollte sicherlich Betroffenheit beim Leser hervorrufen. Mich hat sie einfach nicht überzeugt. Und das lag vor allem daran, dass Siggi an entscheidenden Stellen Informationen bekommt, die die Betroffenen ihm "einfach so" erzählen. Warum, habe ich mich mehr als einmal gefragt, erzählen die ihm das alles?