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Pflegen andere Autoren ihre düsteren Geheimnisse an klassischen Crime-Scenes wie L.A., der Bronx oder wenigstens im moribunden Venedig anzusiedeln, dümpeln Jacques Berndorfs Stories seit jeher liebenswert beharrlich im Koordinatensystem zwischen Kradenbach, Duppach und Kleinlangenfeld-Olzheim dahin. Kleinbürgerliche Eifel-Charaktere wie der tumbe Kinsi, Jungförster Mertes und die Provinz-Domina Elvira Klein bevölkern auch Berndorfs nunmehr elften Fall aus der windigen Region, der die schreibende Spürnase vor keine kleinen Rätsel stellt.
Elvira -- auch sie ein Mitglied der dubiosen Clique -- setzt den Reigen der Toten fort, die in den nächsten Tagen gehäuft in Wäldern und Scheunen liegen und hängen. Welches Geheimnis umgibt die sektenartige, als harmlose Spielergemeinschaft getarnte Clique? Und wie reimt es sich, dass Kinsi, das verstorbene Dorfunikum, heimlich Böll und Grass las und edle Verse schmiedete? Erst als Anna ermordet wird, gerät Licht ins Dunkel der Eifelwälder.
Zum behäbig-gemütlichen Strickjacken-Flair des (ungemein spannenden) Romans, gehört die fast schon an Product Placement gemahnende Pfeifenmanie des Eifel-Wallander, dem, wie seinem schwedischen Pendant, privates Liebesglück nicht hold ist. Sprachpuristen werden sich an zuweilen knirschenden Bildern, dem etwas aufgesetzt rauen Ton und dem permanenten Gestottere der Protagonisten stoßen, sichtbarer Ausdruck jedoch, wie sehr es menschelt unter Berndorfs Eiflern. --Ravi Unger
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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die "Rückkehr" des Eifel-Krimis,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eifel-Liebe. Der elfte Eifel-Krimi mit Siggi Baumeister (Taschenbuch)
Eigentlich habe ich das Buch nur aus "Routine" gekauft, weil ich nach den letzten 2-3 Büchern eine gewisse "Einschlafphase" bei Berndorf/Preute nicht verleugnen konnte. Aber weit gefehlt!!! Anfang wie immer, aber dann geht es endlich wieder los!!! Der Autor hat es gottseidank geschafft die kleine Welt der Eifel mit seinen interessanten Landschaften und skurrilen Menschen (obwohl, diese Typen gibt es bei jedem in der Nachbarschaft!) zu vernetzen mit einer Krimihandlung, die so breitgefächert ist, dass andere Autoren daraus 3 Krimis gemacht hätten. Hervorragend recherchiert, ein guter Spannungsbogen und erst am Ende, wenn die vielen "Kulissenteile, die auf der Bühne stehen, aber nicht zusammenpassen" doch zusammengeschoben werden, fällt einem auf, daß einige Sachen (z.B. Rodenstock und Emma, die routinemäßige "Liebe" von Baumeister zu einer Dame seines Herzens pro Krimi) nicht vorhanden sind, aber nicht wirklich fehlen. Hervorragend auch der Auftritt von Baumeisters Tante. Die da ist, auf deren nächstes Erscheinen man beim Lesen wartet, die aber nicht so stark ist, die Handlung "an sich zu reissen". Der nächste Berndorf wird nicht aus Routine gekauft, sondern weil ich aus der Erfahrung mit "Eifel-Liebe" wieder ein spannendes, amüsantes, gut recherchiertes Buch mit einer guten Prise Humor und vielen augenzwinkernden Hinweisen erwarte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zurück zu alten Stärken,
Rezension bezieht sich auf: Eifel-Liebe. Der elfte Eifel-Krimi mit Siggi Baumeister (Taschenbuch)
Na also, es geht doch noch: Rasante Story, viele interessante Charaktere und detaillierte Schilderungen des Lokalkolorit, dies ist mithin, nach einer Durststrecke, mal wieder ein gelungener Eifelkrimi. Während sich der geneigte Eifelkrimifan beim Lesen insbesondere des letzten Machwerkes von J. Berndorf (Eifel-Wasser) - wie dies auch in einer bei Amazon veröffentlichten Rezension zur Sprache kam - fragen mußte, ob dem Autor die Ideen ausgehen (altbekannte Dialoge, zähe private Probleme, dazu eine bemüht-skandalträchtige Thematik), ist hiervon in der Eifel-Liebe nichts mehr zu spüren. Obwohl der Aufbau der Krimis gleich bleibt (ein paar Tote zu Beginn, die scheinbar nichts miteinander gemein haben, ein paar Morde während der weiteren Geschichte, gewisse logische Brüche, das unvermeintliche Aufeinandertreffen von Baumeister mit einem Teil der Ganovenschaft usw.), wirkt die Nr. 11 der Eifelkrimiserie frischer und spannender als einige Vorgänger. Vielleicht liegt das - neben den erwähnten Gründen - nicht zuletzt u.a. daran, daß 1. Emma, Rodenstock und Vera so gut wie nicht vorkommen und 2. der Standardsatz von Siggi Baumeister ("Ich bin Journalist, aber ich schreibe nichts ohne Ihr Einverständnis...") fehlt.Eifel-Liebe ist also gute, lesenwerte Krimiunterhaltung, die den Leser nach den schwächeren Bänden mit der Serie wieder versöhnt und gespannt auf den zwöften Streich von Berndorf warten läßt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eifel-Sucht,
Rezension bezieht sich auf: Eifel-Liebe. Der elfte Eifel-Krimi mit Siggi Baumeister (Taschenbuch)
Gestern wurde es mal wieder etwas länger im Wartezimmer beim Doc, aber gar nicht schlimm: Die "Eifel-Liebe" war dabei und ich habe mich so reingelesen, dass ich auch heute Nacht nicht davon lassen konnte und erst zufrieden war, als auf Seite 318 heute am sehr frühen Morgen auch das letzte Fitzelchen beim letzten Mord aufgeklärt worden war (die Uhrzeit passte zur Seitenzahl). Mit gefällt der Stil vom Berndorf (eigentlich ja: Preute) sehr gut. Sehr lebendig, modern, ohne verkrampft zeitgeistig zu sein, mit einem nie gestelzt wirkenden Humor und einer Hauptfigur, deren Charme man sich kaum zu entziehen vermag. Und für Sätze wie: "Sie war der Frauentyp, der sogar noch adrett wirkt, wenn er nachts im Bett von einem Kugelblitz erwischt wird." liebe ich ihn sogar. Außerdem gibt's bei ihm immer Anregungen für den "Soundtrack des Lebens". Und da sich der Eifel-Held gerade trennt habe ich mir mal notiert: Christian Willisohns "Heart Broken Man". Das einzige, was man ihm - dem Autor - vorwerfen kann, ist neben seiner Schleichwerbung für Pfeifen und Tabak, dass sein Journalist doch immer wieder ein bißchen schlauer ist, als es die Polizei erlaubt. Dieses Sherlock Holmes'sche Element wirkt ein bißchen aufgesetzt, wenn es immer wieder ähnlich kommt, ich möchte in der Realität einen Journalisten sehen, der wirklich in der Lage ist, am laufenden Band Kreuzverhöre zu führen und dermaßen investigativ ermitteln kann. Aber mal so für zwischendurch: Ein sehr unterhaltsamer, spannender Krimi. Werde mir doch dann mal bei Gelegenheit den einen oder anderen noch nicht gelesenen Eifel-Krimi gönnen, denke, ich habe überhaupt erst zwei (+ Eifel-Liebe) intus, hatte die Reihe ein bißchen aus den Augen verloren.
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