Aus der Amazon.de-Redaktion
Pflegen andere Autoren ihre düsteren Geheimnisse an klassischen Crime-Scenes wie L.A., der Bronx oder wenigstens im moribunden Venedig anzusiedeln, dümpeln Jacques Berndorfs Stories seit jeher liebenswert beharrlich im Koordinatensystem zwischen Kradenbach, Duppach und Kleinlangenfeld-Olzheim dahin. Kleinbürgerliche Eifel-Charaktere wie der tumbe Kinsi, Jungförster Mertes und die Provinz-Domina Elvira Klein bevölkern auch Berndorfs nunmehr elften Fall aus der windigen Region, der die schreibende Spürnase vor keine kleinen Rätsel stellt.
Elvira -- auch sie ein Mitglied der dubiosen Clique -- setzt den Reigen der Toten fort, die in den nächsten Tagen gehäuft in Wäldern und Scheunen liegen und hängen. Welches Geheimnis umgibt die sektenartige, als harmlose Spielergemeinschaft getarnte Clique? Und wie reimt es sich, dass Kinsi, das verstorbene Dorfunikum, heimlich Böll und Grass las und edle Verse schmiedete? Erst als Anna ermordet wird, gerät Licht ins Dunkel der Eifelwälder.
Zum behäbig-gemütlichen Strickjacken-Flair des (ungemein spannenden) Romans, gehört die fast schon an Product Placement gemahnende Pfeifenmanie des Eifel-Wallander, dem, wie seinem schwedischen Pendant, privates Liebesglück nicht hold ist. Sprachpuristen werden sich an zuweilen knirschenden Bildern, dem etwas aufgesetzt rauen Ton und dem permanenten Gestottere der Protagonisten stoßen, sichtbarer Ausdruck jedoch, wie sehr es menschelt unter Berndorfs Eiflern. --Ravi Unger
