Ich habe bisher fast alle Eifelkrimis gelesen und bin sicherlich kein "Fan" der Baumeister-Krimis, fand die meisten aber durchaus gut: Nichts anspruchsvolles, aber leicht lesbare und unterhaltsame Lektüre mit teilweise sehr schön aufgespürtem und gut nachgezeichnetem Lokalkolorit und meist recht guten, originellen Plots.
Der "neue" Eifelkrimi hinterlässt allerdings einen ernüchternden und äußerst blassen Eindruck. Einige der Schwachpunkte wurden bereits von den Vorrezensenten dargestellt, daher will ich hier aus meiner Sicht nur das Wesentliche zusammenfassen, was auch mich so arg gestört hat:
1.) Die Story wirkt sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Gekreuzigter Schüler, naive Jugendbande, mafiöse Menschenhändler, provinzieller Kirchenmuff, große ALDI-Liebe, gescheiterte Polizei-Karriere, toleranter Familienvater und und und... - das ist zuviel des Guten und es wirkt einfach nur störend. Es scheint fast so, als hätte der Autor eine Resteverwertung alter Ideen gemacht und alles in einen Topf geworfen. Das kann nicht gut gehen.
2.) Die Ermittlungen haben keinen Pfiff und keine Kreativität, alles fliegt ihm nur so zu und dem tollen Baumeister öffnen sich alle Türen wie von selbst, weil er ja der ach so tolle Eifel-Journalist ist, dem die Menschen vertrauen... Auch das wirkt unglaubwürdig und irgendwann auch langweilig.
3.) Die Dialoge wirken an vielen Stellen platt und auch nicht sehr geschliffen. Das Ende ist ein wenig in die Länge gezogen und insgesamt scheint es mir so, als ob das sprachliche Niveau schon mal besser war.
Schade, der Unterhaltungswert der anderen Eifelkrimis war deutlich besser. Wenn man das Buch liest, wird man nur mäßig unterhalten. Wenn man es nicht liest, verpasst man nichts. Insgesamt zwei Sterne, soll heißen: Bei Freunden ausleihen - ja vielleicht. Kaufen oder Verschenken - besser nicht.