Was erwartet man von einem ,,Deutschen Krimi''? Gaehnend langwierige Ermittlungen a la Derrick? Hoffentlich nicht! Jaques Berndorf jedenfalls beweist, dass man sogar der sproeden Eifel einen eleganten Roman entlocken kann.
Die Story klingt bekannt: Auf einer abgelegenen Eifelstrasse ueberfallen bewaffnete Raeuber einen Geldtransport und entkommen unerkannt mit ihrer Beute. Und BEUTE wird in diesem Fall extrem gross geschrieben, da es sich dabei um einen zweistelligen Millionenbetrag (wie schon der Buchrueckseite zu entnehmen: 18.6 Mio.) handelt.
Berndorf setzt aber nun nicht zum ueblichen Wie-findet-die-Polizei-die-Gangster an, sondern erzaehlt aus der Sicht des eigenbroedlerischen Journalisten Siggi Baumeister den weiteren Verlauf der Geschichte. Und das heisst: aus der Sicht der Einwohner, die natuerlich schnell ihre eigenen Spekulationen anstellen, die oft viel mehr wissen, als sie gegenueber der ermittelnden Polizei preisgeben und die ihre ganz eigene Sicht der Welt und der darin lebenden Personen haben.
Die Eifel ist denn der eigentliche Hauptakteur. Sie wird subtil ueber die Eigenheiten ihrer Bewohner, ueber die Gesetzmaessigkeiten des Umgangs miteinander, ueber die Stimmung jeder einzelnen Szene geschildert. Dabei gleitet der Autor nicht in die Niederungen eines Touristikprospekts ab, erhaelt stehts den ,,Zug'' der Geschichte und fuehrt den Leser so zur Aufloesung hin, dass mitgeraten werden darf.
Fazit: Berndorf war fuer mich bisher immer einen Kauf wert.
Zusatztip fuer Krimi-Fans: ,,Weinschroeter, du musst haengen'' von D.Gercke (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)