Es ist nicht verwunderlich, dass sich Helge Schneider in den verschiedensten Genres wohlfühlt. Nach Comedy und Musik auf der Bühne, als Kinoheld oder Schriftsteller, nun mit seinem Werk "Eine Frau geht seinen Weg" beweist er wiederum sein Können, das Leben in sarkastisch, schwarzer, verrückter aber auch wahrlich dramatischer Weise darzustellen. Seine Eigenarten in Satzbauweise und diverser Wortbildungen werden wiedermals durch trocken ironischem Lesestil verfeinert. Dies gefällt mir besonders in diesem Werk, wo er mit nur sehr wenigen Effekten (mit nur einigen wenigen musikalischen Einwürfen) seinen "Humor" auf's äußerste ausreizt. Besonders die Stellen, in denen er überraschend von einem frohen, elanerfüllten Moment in den entgegengesetzten Verfall des Suizids rutscht, und das ohne Punkt und Komma: Seine verzweifelten Versuche, seine durch einen Lottogewinn erkaufte Stadt männerfrei zu bekommen, erscheint im einen Moment melancholisch aussichtslos, im anderen verrufen und aberwitzig. Mit diesem zwischen den Zeilen ernsthaft stattfindenden Lebensbe-/ und vollzug, pointiert und verzerrt bis ins Wahnsinnige / völlig Abgehobene, (die Nation wärer sicherlich wieder geteilter Meinung mit ihm) macht er sich wiedermal zum Meister seines ganz eigenen Genres, in jenem er beweißt, auch ohne seine musikalische Genialität, Wort, Witz und Lebenssinn bis ins Unerlässliche dem Zuhörer in die Lachmuskeln zu spritzen. Fantastisch.