Nicht nur Madonna und Robbie Williams können sich immer wieder neu erfinden. Helge kann das auch - und wie!
Auf diesem Album ist Helge wirklich nichts heilig - teilweise auch zurecht, denn "Whiter Shade of Pale" hat in seiner eher anarchischen Uptempo-Version (mit viel viel Hall beim gegrölten "..and so it go-o-oes") echt gewonnen! ;-)
Aber auch Schmonzetten wie "Ebony and Ivory" bekommen durch Helge eine binäroppositionelle Note, denn es ist ein Duett zwischen einer Sängerin, der wohl jeder Sangeskönnen attestieren würde, und eben Helge, dem der eine Teil des Publikums Genialität, der andere Wahnsinn bescheinigen würde.
Genial ist natürlich auch der sächselnde Backgroundsänger bei "Copacabana". Helge hat auf einer CD so viele revolutionäre Ideen, wie Dieter Bohlen in 1000 Jahren nicht hätte!
Fazit: nichts für Enya-Hörer, nichts für zarte Öhrchen, nichts für Leute, die schneidereske Hörspiele erwarten, aber ein ebenso brachialer wie schreiend-komischer Amoklauf durch die neuere Musikgeschichte. Genie und Wahnsinn waren nie näher beieinander! Klasse!