Ich habe mir das Spiel vor einiger Zeit gekauft, weil es mich thematisch sehr interessiert hatte. Ein, wie die Packung sagt, "Horror-Survival-Adventure", auf einer düsteren, nebeligen Insel.
Eine tiefgreifende Hintergrundstory gibt es nicht, wäre aber auch eher störend. Es geht um die riesigen Insekten, wie man sie bekämpft (mit verschiedenen, im Verlaufe des Spiels besser werdenen Waffen) und wie man irgendwie überlebt.
Den negativen Bewertungen meiner beiden Vorschreiber kann ich mich überhaupt nicht anschließen, ganz im Gegenteil.
Die Grafik ist für eine Wii ganz gut gemacht; wem sie nicht gefällt, der soll sich eine X-Box oder PSP kaufen. Vor allen Dingen aber ist sie dem Spiel angemessen gestaltet, will sagen, die düstere Atmosphäre kommt sehr gut durch. Insbesondere in der Ego-Perspektive ist es eine Freude, vorsichtig durch die Landschaft zu schleichen, immer der Gefahr bewußt, daß hinter
der nächsten Ecke etwas Böses lauern könnte. Meistens hört man schon Geräusche, bevor man die Gegner sieht; u.U. kann man sich auch vorsichtig wieder zurückziehen, wenn man noch weiter weg ist. Es macht Spaß, sich langsam immer weiter in die Tiefen des Waldes vorzuarbeiten; auch mal links und rechts des Weges die (nicht spielrelevanten) Details zu betrachten; die seltsamen Pflanzen bspw. oder auch einfach mal zurückzuschauen und die gut gemachte, realistische, aber auch irgenwie surrealistische Landschaft. zu geniessen.
Ich spiele das Spiel so, als wäre ich wirklich in dieser Situation und würde dort alleine durch den Wald gehen (ein großer Bildschirm und ein vollkommen dunkler Raum sind dafür sehr empfehlenswert !) .
Die Steuerung ist mittel-schwer, aber gut. Allerdings benötigt man eben eine Weile, bis man sie beherscht. Dann allerdings mach sie viel Spaß. Lediglich bei kleineren Insekten in Bodennähe, insbesondere wenn sie schnell sind, gibt es Probleme. Schlägt man zu, ist es oftmals schon wieder weg und greift von der Seite oder von hinten an. Das ist aber mehr ein Problem der schnellen Insekten, weniger der Steuerung.
Ein Minuspunkt ist das Speichern von Spielen. Die an sich gute Idee, nur an einer (leuchtenden) Lampe speichern zu können, wird dann problematisch, wenn man vor dem Schlafengehen "mal eben" noch ein bischen spielen möchte und die nächste Lampe erst am Ende des Bereiches (Level) zu finden ist. Man möchte nicht unabgespeichert aufhören, kann oder will auch nicht zurück bis zur letzten Lampe und dann ... naja ... dann spielt man eben weiter. Auch wenn die Nacht dadurch kürzer wird. :-)
Das Spiel hat drei Schwierigkeitsstufen; auf mittlerer Stufe (empfehlenswert für Erstspieler) habe ich es nun fertig und werde es bei Gelegenheit auf jeden Fall noch einmal auf der schwierigen Stufe spielen.
Ich weiß nicht genau, wie lange ich dafür gebraucht habe, aber - wie gesagt, langsam und genüsslich - mindestens 45 Stunden. Es geht auch wesentlich schneller, aber dann hetzt man dort nur durch die Level.
Meine Meinung: Ein sehr empfehlenswertes Spiel für Leute, die düstere, unheimliche Atmosphären mögen; Horror-Feeling (oder genauer eine Art Horror-Traum-Surrealismus-Feeling) kommt auf, für denjenigen, der es genießen kann. Die Riesenkröten lassen grüßen ...
Und wer nach dem Kampf mit dem Riesengorilla im Tempelbereich nassgeschwitzt, adrenalinvollgepumpt, aber glücklich, ihn doch noch besiegt zu haben, abspeichert, weiß genau, warum er sich das Spiel gekauft hat.
Trotz kleiner Unschönheiten volle 5 Punkte wegen maximalem Spielspaß.