Pressestimmen
04.01.2002 / faz.net: Eichmann wusste, was er tat "Einmal mehr zeigt solide Geschichtsforschung, dass die 'Banalität des Bösen' Gesichter und Namen hatte."
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23.02.2002 / Neue Zürcher Zeitung: Des Teufels Bürokrat "Wojak zeichnet ein differenziertes Bild nicht nur von Eichmanns Persönlichkeit, sondern auch des zum Holocaust führenden Entscheidungsfindungsprozesses."
14.05.2002 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Bürokrat und Glaubenskrieger "In Irmtraud Wojaks Buch gewinnt der Verbrecher Eichmann jetzt Konturen."
28.06.2002 / Süddeutsche Zeitung: "Gut, wir haben einen Feind vernichtet" "Die Bedeutung von Wojaks Sudie liegt darin, dass sie Hannah Arendts Eichmann-Exegese empirisch geläutert hat. Adolf Eichmann war noch banaler, als die Gedankenfigur von der 'Banalität des Bösen' es vorsieht: Er handelte seinem Denken gemäß und im Interesse seiner beruflichen Karriere."
Kurzbeschreibung
Die "Memoiren" von Adolf Eichmann haben immer wieder die Weltpresse beschäftigt. Der ehemalige SS-Obersturmbannführer gilt als der Hauptverantwortliche für die Durchführung der "Endlösung", der die Deportationen Hunderttausender Menschen in die nationalsozialistischen Vernichtungslager organisiert und vorangetrieben hat. "Memoiren" hat er jedoch nie geschrieben. Die 1961 im Gefängnis in Israel verfassten Aufzeichnungen - seit kurzem im israelischen Staatsarchiv zugänglich - sind unter dem Galgen geschriebene Rechtfertigungsschriften: 1200 Seiten in Vorbereitung seines Kreuzverhörs vor dem israelischen Gerichtshof. Hinzu kommt noch ein vergessenes, 67 Tonbänder umfassendes Interview, das Eichmann 1956 bis 1959 in seinem argentinischen Versteck dem niederländischen Journalisten und ehemaligen SS-Offizier Willem Sassen gab. Mit Rückgriff auf entscheidende Stationen seiner NS-Karriere analysiert Irmtrud Wojak die Rechtfertigungsstrategien Eichmanns und den fortschreitenden Prozess der Verdrängung dieser "Erscheinungsform Mensch" (wie er sich nannte) beim Versuch, die unermessliche Schuld von sich abzuweisen. Eichmanns Sichtweise fand zum Teil Eingang in die Holocaust-Forschung. Dies wird hier aufgedeckt und revidiert.