Kurzbeschreibung
Kaum ein anderes Ereignis hat die internationale Diskussion über Ethik, Moral und Gerechtigkeit so beeinflusst wie das Jerusalemer Strafverfahren gegen Adolf Eichmann nach dessen angeblicher Entführung aus Buenos Aires durch den israelischen Geheimdienst im Mai 1960. Heute wissen zumindest die Interessierten, dass die Darstellung des Mossad gelogen und der Prozess manipuliert worden ist. Muss alles neu geschrieben werden? Nicht alles, aber einiges. Nämlich die Geschichte vom Mai 1960. Mit neuem Faktenmaterial und unter Verwendung von hochbrisanten Geheimdienstdokumenten beleuchtet die renommierte Journalistin Gaby Weber die Hintergründe und die politische Instrumentalisierung der Entführung des NS-Kriegsverbrechers.
Über den Autor
Gaby Weber, Journalistin, geboren 1954. 1982 promovierte sie am Lateinamerika-Institut der FU-Berlin. Seit Mitte der 80er berichtet sie als freie Korrespondentin aus Südamerika. Diverse Buchveröffentlichungen wie ”Daimler Benz und die Argentinien-Connection« sowie Features zum Thema Eichmann im Deutschlandfunk. Sie lebt in Berlin und Buenos Aires. Adolf Otto Eichmann, 1906 – 1962, war als Leiter des für die Organisation und Deportation der Juden zuständigen »Judenreferats« des Reichssicherheitshauptamtes zentral mitverantwortlich für die Ermordung von ca. sechs Millionen Menschen. Nach dem Untergang des Dritten Reiches tauchte er ab und flüchtete 1950 über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien. Dort wurde er 1960 entführt und nach Israel gebracht. Der anschließende Prozess endete mit dem Todesurteil gegen ihn, das am 31. Mai 1962 vollstreckt wurde.
