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Ingrid Noll
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257067607
  • ISBN-13: 978-3257067606
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.560 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ingrid Noll
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Drei Generationen unter einem Dach: Student Max, die Buchhändlerin Petra, Ingenieur Harald und Willy Knobel, hochbetagt. Trautes Heim, Glück allein? Zwischen Maxiwindeln und mörderischer Eisenstange spielt diese bitterböse Kriminalkomödie. Ingrid Noll erzählt von einer Familie, die das Altern anpackt auf unkonventionelle Art.

Über den Autor

Ingrid Noll, geb. 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. 'Die Häupter meiner Lieben' wurde, wie andere ihrer Romane, erfolgreich verfilmt. Im September 2000 kam 'Kalt ist der Abendhauch' in die Kinos. 2005 erhielt Ingrid Noll den Friedrich-Glauser-Preis.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ehre das Alter, aber ... 27. Oktober 2010
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nach dem Krankenhaus hat der Vater wohl nicht mehr lange zu leben, sagen die Ärzte. Da kann man ihn ruhig zu Hause aufnehmen, schließlich wird man den Alten auch beerben, findet die Schwiegertochter.

Doch dann derappelt sich der Alte unerwartet wieder, Sohn und Schwiegertochter sind entsetzt und genervt und sinnen auf Abhilfe. EIn Sturz? Das müsste sich doch arrangieren lassen?

Richtig böse beginnt Ingrid Nolls neuer Roman, zeigt, was alles schieflaufen kann und wie schnell dann mörderische Gedanken sprießen können.

Doch leider hält die Autorin das Tempo nicht durch, bald verflacht die Geschichte, verliert Spannung und auch zwei schnell eingeführte Kleinkriminelle können das nicht retten.

Schade. Denn Ingrid Noll ist die Meisterin der bösen Geschichten und hat sonst einen scharfen Blick auf menschliche Abgründe und wie diese übertüncht werden. Doch hier gelingt ihr das nur im ersten Teil.

Hans Peter Roentgen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von RainLeser VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Willi Knobel kommt nach einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus. Zunächst erholt sich der neunzigjährige gut, dann aber verschlechtert sich sein Zustand. Schwiegertochter Petra und Enkel Max beschließen den Sterbenden für die letzten Wochen bei sich aufzunehmen. Nur Harald will seinen verhassten Vater nicht im Haus haben. "Es wird ja nicht mehr lange dauern. Und gegen eine baldige Erbschaft hast du bestimmt nichts einzuwenden." Mit diesen Worten beendet seine Frau die Diskussion. Durch die liebevolle Pflege seines Enkelsohnes erholt sich der Alte jedoch. Und bald denkt nicht nur Harald darüber nach, wie man den immer rüstiger werdenden Rentner unauffällig loswerden könnte.

Ingrid Nolls "Ehrenwort" habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Und mich dabei prächtig amüsiert. Der Roman ist ein Feuerwerk bitterbösen schwarzen Humors. Spritzig und flott formuliert, kurzweilig und in seinen kuriosen Wendungen überraschend. Das er neben der reinen Unterhaltung auch Stoff zum Grübeln bietet, liegt daran dass Noll zu Papier bringt, was andere nicht einmal zu denken wagen.

In der Familie Knobel haben alle etwas zu verbergen. Es bleibt nicht ohne Folgen, dass Max von dem Kleinkriminellen Falko erpresst wird, sich in dessen Ex-Freundin Jenny verliebt, welche dann ausgerechnet als Pflegerin die Betreuung des Großvaters übernimmt. Auch Harald kann kaum mit der Wahrheit ans Licht, welcher Zusammenhang wirklich hinter dem Unfalltod der zweiten Pflegekraft Kriemhild und seinem missglücktem Selbstmordversuch besteht. Und Petras Nerven halten dem Druck einen Liebhaber verheimlichen und anonyme Drohanrufe abwehren zu müssen auch nicht stand. Kein Wunder wenn einem im Zustand nervös überreizter Nerven das Eisenrohr "ausrutscht".

Unbeschadet geht aus diesen Verwicklungen einzig der Großvater hervor, der sich ungeachtet des um ihn herum herrschenden Chaos glänzend erholt und mit seinen Marotten die ohnehin geplagten Familienmitglieder zum Wahnsinn treibt. Wie bei Noll gewohnt gibt es wieder eine Menge ungeplante Leichen, die zum Teil höchst kompliziert entsorgt werden müssen. Deren man sich teilweise aber auch sehr bequem und vor allem unerkannt entledigen kann.

Trotz ihres makaberen Inhaltes stößt einem die Geschichte nicht vor den Kopf. Der Ausgleich gelingt Noll durch die warmherzige Beschreibung der Beziehung zwischen Großvater und Enkel. Sie zeigt das die Pflege eines alten und kranken Menschen nicht nur Last und Pflicht ist, sondern die Möglichkeit einer engeren Bindung einschließt. Und das man Respekt vor dem Leben haben sollte: in jedem Alter!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mörderische Altenpflege 29. November 2010
Von Giuseppe Gerhards TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist so ähnlich wie bei alten Weinen; je länger sie gelagert werden, umso wertvoller werden sie, umso besser schmecken sie. Ingrid Noll gehört auch zu dieser ganz besonderen Spezies der altehrwürdigen Senkrechtstarter. Weiß noch jemand, dass Loriot mit 65 Jahren seinen ersten Film überhaupt drehte? Und dass Ingrid Noll, die im beschaulichen Weinheim an der Bergstraße ihr Leben lang die solide und pflichtbewusste Ehefrau und Mutter gab, vor 20 Jahren im Alter von 55 als Schriftstellerin debütierte? Wahrscheinlich geht es den meisten so wie mir: Ingrid Noll, die mittlerweile erfolgreichste deutsche Kriminalautorin, ist scheinbar schon immer mit von der Partie.

Dabei verlief ihr Leben ganz anders: Jahrzehntelange Hilfsarbeit in der Arztpraxis des Gatten, Aufzucht dreier mittlerweile erwachsener Kinder und nur im Kopf Geschichten und im Herz die Liebe für die Sprache und das geschwungene Wort. Dann also der Durchbruch: Die Kinder waren weg, die schriftstellerische Leidenschaft konnte endlich in vollen Zügen ausgeschöpft werden ' und wie! Renommierte Preise, Verfilmungen, Übersetzungen in 26 Sprachen: zwölf Bücher sind es inzwischen und ein jedes hat den Hang zum Klassiker, die Fähigkeit schnell und unmissverständlich in den Bann zu ziehen, so auch der neueste Streich mit dem Titel 'Ehrenwort'.

Doch diese Fähigkeit zur Fesselung des Lesers ist nicht wie bei den meisten anderen Kriminalgeschichten auf eine düstere Thematik begründet, die dem bürgerlichen Anstandsmenschen die verbotene, verbrecherische Handlung, der er sich nur in der Illusion nähern darf, anbietet. Nein, bei Noll, regiert das Subtile, werden der Strafvollzug, die Gerichtsbarkeit sowie die Disziplinarorganisation per se, die Polizei, in den Hintergrund gerückt ' das Sozialdrama, meist mit einer gehörigen Prise Humor und menschlicher Abgrundtiefe, regieren uneingeschränkt. Auch hier findet sich der Leser wieder ' nur direkter, ehrlicher, aber nicht minder genussvoll in der eigenen Grenzüberschreitung, die er vielleicht selbst begeht.

In Ehrenwort wird die Alterspflege zum Thema und recht schnell merkt jeder, wie Noll übrigens auch, die ihre über hundertjährige Mutter vier Jahre lang pflegte, dass es sich hierbei um ein ganz normales Thema der modernen Hedonismusgenerationen handelt. Opa Willy stürzt mit 90 Jahren, muss das erste Mal aus seinen eigenen Wänden ausziehen und, so bescheinigen die Ärzte, wird nie mehr zurückkehren können, höchstwahrscheinlich in wenigen Wochen sterben. Dumm nur, dass dessen Enkel Max eine Vanillepuddingkur für den Opa parat hält, die seine Lebensgeister wieder zum Leben bringt und noch dümmer, dass Sohn Harald und Schwiegertochter Petra den Ärmsten freiwillig und doch ungern in die eigenen vier Wände aufnehmen. Die Pflege beginnt, das Erbe wird anvisiert und der Mord von den beiden hinterhältig geplant.

So kommt es denn dann auch zur Bluttat, allerdings ist nicht der Opa das Opfer, sondern eine dritte Person. Mehrere dieser erst einmal nicht direkt zur Familie gehörenden Persönlichkeiten machen mit ihrer Kleinkriminalität (Schutzerpressung, Wirtschaftslobbyismus) die ganze Geschichte zu einer typischen Melange, wie sie in jeder deutschen Familie vorkommen könnte und wahrscheinlich in jeder dritten auch vorkommt. Wer sich also selbst bei seinen Rachemotiven und unehrlichen Trickserien sowie seiner egoistischer Wichtigkeit ertappen möchte, sollte diese bitterböse, anrührende und mal wieder rundum gelungene Lektüre wählen, die eines beständig klarmacht: Je älter desto besser - dies gilt zumindest für Schriftstellerinnen wie Ingrid Noll.
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