Kurzbeschreibung
Denn alle drei Vorgänge sind klug eingefädelte, tödliche Angriffe auf die Supermacht USA. Und so sieht sich Jack Ryan, als neuer nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten aus dem Ruhestand zurückgerufen, schon bald einer äußerst schwierigen Situation gegenüber. Denn kaum ist die Feindschaft zwischen den USA und Russland beigelegt, werden nun plötzlich aus alten Freunden neue Feinde: Ausgerechnet Japan, ehemals einer der treuesten Verbündeten der USA, bereitet einen Angriff auf das Territorium Amerikas und das Herz seiner Wirtschaft vor. Und bedient sich dabei nicht nur der Möglichkeiten moderner Computerprogramme, sondern auch der tödlichen Drohung von zwanzig Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, die irgendwo in Japan versteckt sind. Unterstützt von zwei CIA-Agenten soll Ryan dem unerfahrenen Präsidenten helfen, mit der Herausforderung fertig zu werden. Eine fast unlösbare Aufgabe – für deren Bewältigung nicht nur Jack Ryan, sondern mit ihm auch ganz Amerika einen entsetzlich hohen Preis bezahlen wird ...
Klappentext
Los Angeles Times
"Clancy schreibt so großartig, dass sich der Leser mitten ins Geschehen versetzt fühlt."
Boston Sunday Herald
"Tom Clancy hat eine natürliche erzählerische Begabung und einen außergewöhnlichen Sinn für unwiderstehliche, fesselnde Geschichten."
The New York Times
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Andrea C. Busch (1963-2008) war Diplom-Übersetzerin für Englisch und Niederländisch, verfasste Krimis und Kurzgeschichten und war Mitglied bei den "Sisters in Crime", einer internationalen Organisation von Krimiautorinnen und Fans.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Im Rückblick schien es eine merkwürdige Art zu sein, einen Krieg zu beginnen. Nur einer der Beteiligten wußte, was wirklich los war, und selbst das war ein Zufall. Aufgrund eines Todesfalls in der Familie des Anwalts war die Immobilienangelegenheit aktuell geworden, und so stand dem Anwalt jetzt in zwei Stunden ein Flug nach Hawaii bevor.
Es war Herrn Yamatas erster Immobilienabschluß auf amerikanischem Boden. Auf dem amerikanischen Festland besaß er etliche Immobilien, aber die Eigentumsübertragung war immer von anderen Anwälten erledigt worden, stets amerikanischen Bürgern, die genau das getan hatten, wofür sie bezahlt worden waren, im allgemeinen unter Aufsicht von einem Angestellten von Herrn Yamata. Aber diesmal nicht. Es war zum einen eine private Erwerbung, nicht eine für die Firma. Zum anderen war es nicht weit von zu Hause, nur zwei Stunden mit dem Privatjet. Herr Yamata hatte dem Anwalt erklärt, er würde auf dem Grundstück ein Haus bauen, um sich am Wochenende dorthin zurückzuziehen. Bei den astronomischen Immobilienpreisen in Tokio konnte er mehrere hundert Hektar für den Preis erwerben, den er in seiner Heimatstadt für eine mittelgroße Penthousewohnung zahlte. Die Aussicht von dem Haus, das er auf dem Vorgebirge zu bauen gedachte, würde atemberaubend sein, mit Blick auf den Pazifik, auf andere Inseln des Marianenarchipels in der Ferne, die Luft so rein wie nirgendwo auf der Erde. Aus all diesen Gründen hatte Herr Yamata ein fürstliches Honorar geboten und dazu ein reizendes Lächeln.
Und aus einem weiteren Grund.
Die einzelnen Dokumente wanderten im Uhrzeigersinn auf dem runden Tisch herum und machten vor den einzelnen Sesseln halt, damit an der richtigen Stelle, die mit gelben Post-it-Zetteln markiert war, die Unterschrift angebracht werden konnte, und dann war es an der Zeit, daß Herr Yamata in die Jackentasche griff und einen Umschlag hervorholte. Er nahm den Scheck heraus und reichte ihn dem Anwalt.
»Vielen Dank, Sir«, sagte der Anwalt respektvoll, wie es Amerikaner immer taten, wenn es um Geld ging. Es war bemerkenswert, wozu sie durch Geld gebracht werden konnten. Bis vor drei Jahren war es Japanern nicht erlaubt gewesen, hier Land zu erwerben, aber mit dem richtigen Anwalt, dem passenden Fall und dem angemessenen Geldbetrag war auch das geregelt worden. »Die Übertragung des Titels wird heute nachmittag beurkundet.«
Yamata schaute den Verkäufer mit einem höflichen Lächeln und einem Kopfnicken an, dann erhob er sich und verließ das Gebäude. Draußen wartete ein Wagen. Yamata setzte sich auf den Beifahrersitz und bedeutete dem Fahrer mit einer herrischen Geste, er solle losfahren. Das Geschäft war perfekt, und damit war es nicht mehr nötig, charmant zu sein.
Wie die meisten Pazifikinseln ist Saipan vulkanischen Ursprungs. Unmittelbar östlich liegt der Marianengraben, eine elf Kilometer tiefe Kluft, wo eine tektonische Platte sich unter die andere schiebt. Das Ergebnis ist eine Ansammlung von hochragenden kegelförmigen Bergen, deren Spitzen die Inseln sind.
Der Toyota Land Cruiser fuhr nordwärts auf einer leidlich glatten Straße, die am Mount Achugao und am Mariana Country Club vorbei zum Marpi Point führte. Dort hielt er an. Yamata stieg aus, den Blick auf landwirtschaftliche Gebäude geheftet, die in Kürze abgerissen werden sollten, doch statt zum Bauplatz seines neuen Hauses zu gehen, steuerte er auf die felsige Klippe zu. Er war schon über sechzig, doch sein Gang war energisch und zielstrebig, während er über das holprige Feld schritt. Der Acker hier war karg und lebensfeindlich gewesen. Wie es dieser Ort mehr als einmal und aus mehr als einem Grund gewesen war.
Sein Gesicht war undurchdringlich, als er an den Rand der Klippe trat, die von den Einheimischen Banzai Cliff genannt wurde. Es ging ein auflandiger Wind, und er sah und hörte die Wellen, die in endlosen Reihen heranrollten und gegen die Felsen am Fuß der Klippe brandeten - dieselben Felsen, an denen die Leiber seiner Eltern und Geschwister zerschellt waren, als sie wie so viele andere heruntergesprungen waren, um der Gefangennahme durch die heranrückenden U. S. Marines zu entgehen. Der Anblick hatte die Marines erschüttert, aber das würde Herr Yamata niemals anerkennen oder gar würdigen.
Der Geschäftsmann klatschte einmal in die Hände und neigte seinen Kopf, um die hier weilenden Geister der Toten auf sich aufmerksam zu machen und ihrem Einfluß auf sein Schicksal den gebotenen Gehorsam zu bekunden. Er fand es angemessen, daß mit diesem Grundstückskauf nunmehr 50,016 % der Fläche von Saipan wieder in japanischer Hand waren, über fünfzig Jahre nachdem seine Familie von Amerikanern umgebracht worden war.
Plötzlich spürte er eine Kälte, und er schrieb es der Erregung des Augenblicks oder vielleicht der Nähe der Geister seiner Vorfahren zu. Ihre Leichen waren von den endlosen Wogen fortgespült worden, doch ihr kami hatte diesen Ort nie verlassen und wartete auf seine Rückkehr. Ihn schauderte, und er knöpfte seine Jacke zu. Ja, hier würde er bauen, aber erst nachdem er getan hatte, was notwendig war.
Erst mußte er zerstören.
Es war einer dieser vollkommenen Momente, fast auf der anderen Seite des Globus. Der Schläger entfernte sich langsam von dem Ball, in einem perfekten Bogen, hielt ganz kurz inne, dann nahm er, nun in Abwärtsrichtung, an Tempo zu. Der Mann, der den Schläger hielt, verlegte sein Gewicht vom einen Bein auf das andere. Im richtigen Moment machten seine Hände die erforderliche Drehung, wodurch der Kopf des Schlägers sich um die senkrechte Achse drehte, so daß er, als er den Ball traf, genau senkrecht zu der gewollten Flugbahn stand. Der Ton sagte alles: Ein perfektes Klong - es war ein Eisenschläger. Das und der taktile Impuls, der durch den Graphitschaft übertragen wurde, sagten dem Golfer, was er wissen mußte. Der Schwung des Schlägers endete, dann drehte der Mann sich um und schaute dem Flug des Balles nach.
Leider war es nicht Ryan, der den Schläger hielt.
Mit wehmütigem Lächeln schüttelte Jack Ryan den Kopf, als er sich bückte, um den Ball auf das Tee zu legen. »Hübscher Schlag, Robby.«
Auszug
Irgendwo im mittleren Westen - Jack hatte die Geschichte einmal im Radio gehört - hatte eine Universität einen Satz Instrumente entwickelt, die einen Tornado von innen beobachten sollten. Jedes Frühjahr steckten Studenten und ein Professor ein Stück Land ab, das in Frage kam, und wenn ein Tornado gemeldet wurde, versuchten sie den Instrumentensatz, der sinnigerweise »Toto« genannt wurde - wie denn sonst? -, direkt in der Bahn des herannahenden Sturms aufzustellen. Bislang ohne Erfolg. Vielleicht hatten sie sich bloß die falsche Stelle ausgesucht, dachte Ryan, während er zu den unbelaubten Bäumen im Lafayette Park hinausschaute. Das Amtszimmer des Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten war mit Sicherheit stürmisch genug für jedermanns Geschmack und leider viel leichter von anderen zu betreten.
»Sie wissen«, sagte Ryan und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, »daß man davon ausgegangen war, daß es viel leichter gehen würde.« Und ich habe es auch geglaubt, dachte er im stillen.
»Früher hatte die Welt klare Regeln«, erklärte Scott Adler. »Die gibt es nicht mehr.«
»Wie ist der Präsident klargekommen, Scott?«
»Wollen Sie wirklich die Wahrheit hören?« fragte Adler, womit er sagen wollte: Wir sind hier im Weißen Haus, haben Sie das vergessen? Er fragte sich, ob die Gespräche in diesem Raum irgendwo mitgeschnitten wurden. »Wir haben die Situation in Korea vermasselt, sind aber noch mit Glück davongekommen. Gott sei Dank haben wir in Jugoslawien nicht so versagt, denn dort kann man einfach kein Glück haben. Die Sache mit Rußland haben wir nicht besonders geschickt angepackt. Der ganze Kontinent Afrika ist ein heilloses Durcheinander. Fast das einzige, was wir in letzter Zeit gut gemacht haben, ist das Handelsabkommen ... «
»Und das schließt Japan und China nicht ein«, beendete Ryan den Satz für ihn.
»Hey, vergessen Sie etwa, daß Sie und ich die Lage im Nahen Osten geklärt haben? Das läßt sich ganz gut an.«
»Wo ist derzeit der größte Krisenherd?« Ryan mochte kein Lob für diese Sache. Der »Erfolg« hatte einige sehr unangenehme Folgen nach sich gezogen und war der hauptsächliche Grund für sein Ausscheiden aus dem Staatsdienst gewesen.
»Suchen Sie sich etwas aus«, meinte Adler. Ryan murmelte Zustimmung.
»Das Außenministerium?«
»Hanson? Der ist Politiker«, erwiderte der Karrierediplomat. Und ein stolzer obendrein, wie Jack sich erinnerte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.