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Nennen wir es doch einfach: Ehrenmorde, 29. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Ehrenmänner (Gebundene Ausgabe)
Ehrenmorde - im immer noch adelsdominierten Deutschland hießen sie damals natürlich anders, nämlich Duelle. Die Historikerin Ute Frevert hatte u.a. 1991 mit "Ehrenmänner" ihren Durchbruch. Sie ging nämlich methodisch mit vielen, statistischen, kulturhistorischen, teils ethnologischen Instrumenten an das Thema. Wie kam es, dass die archaische Form des Duells so lange weiterexistierte? Wie konnte sie auch das Bürgertum beeinflussen? Wieso eigentlich "Ehre" in diesem Zusammenhang?
Wer das mit Hilfe von "Ehrenmänner" beantwortet, wird einen leichteren Zugang zu der seltsamen Doppelgestalt Preußendeutschlands finden: Wieso ließen sich die rheinisch-westfälischen bürgerlichen Leistungsträger so schnell in diese Ehren-Kreise der mittlerweile nur noch abschöpfenden Adelsschicht Brandenburgs adoptieren?
Doch ist das Thema noch viel mehr: es reicht von der Frühzeit bis in heutige Ideen, von Studenten über Militärs, Gleichheitsideen und Ungleichheitsideen oder Männlichkeitsideale. Professorin Frevert macht etwas aus ihrem Thema. Auf rund 250 Seiten Text folgen noch einmal 100 Seiten Anhang mit Statistiken, Fußnoten, etc.
Schönes Buch von Beck, vier bis viereinhalb Sterne.
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