Elizabeth of Bredon (groß, dürr, rothaarig) will ins Kloster gehen, weil ihr Verlobter einer anderen den Vorzug gegeben hat und sie von Männern und vom Heiraten eh' nichts hält. Um ihrem Vater die Mühe zu ersparen, sie selbst im Kloster abzuliefern, vertraut er sie einem Prinz William an, dem illegitimen Sohn von König Johann (Ohneland), der sich auf einer Bußwallfahrt befindet, weil in seinem Bett die Tochter eines Barons den Tod fand. Während sich (wie merkwürdig angesichts dieser Vorgeschichte!) Elizabeth auf der Reise zunehmend in den Prinzen verliebt (von dem dem Leser nach 20 Seiten schon mitgeteilt wird, daß es sich gar nicht um den richtigen Prinzen, sondern um den von Schuld zerfressenen Ex-Ritter Peter de Montselm handelt), während ihr gleichzeitig ein freundlicher und netter Kosterbruder seinen Schutz anbietet (von dem der Leser aber gleich erfährt: das ist der Unhold), wird die merkwürdige Reisegruppe auf einmal überfallen (der Leser erfährt, um auch den letzten Rest Spannung aus der Geschichte zu nehmen, auch recht schnell, von wem...) und Elizabeth findet sich mit dem vermeintlichen Prinzen auf der Flucht wieder...
Abgesehen von der unglaublich spannungsarmen Darstellung (s.o.) spart das Buch kein, aber auch wirklich gar kein Klischee aus. Zwar ist die Autorin recht prüde, was die Schilderung von tatsächlichen Ereignissen angeht, ihre Untertöne tragen dafür unnötig stark auf und sparen gleichzeitig nicht mit moralischer Wertung (eine Kombination, die den Leser ermüdet wie nichts sonst). Die historischen Bezüge lassen einem die Haare zu Berge stehen und die theologische Verbrämung der verschiedenen Pseudo-Gewissenskonflikte der Handelnden sind so platt und peinlich geschildert, daß ich nicht ganz sicher bin, was mehr leidet: mein Verstand oder mein religiöses Bewusstsein.
Anne Stuart ist deutlich KEINE Empfehlung.