Aus der Amazon.de-Redaktion
Daria ist Schriftstellerin und lebt zusammen mit ihrem Mann, einem Journalisten und Literaturkritiker, in Polen. Sie schätzt vor allem die intellektuelle Gemeinschaft in ihrer Ehe. Mehr als die Wirklichkeit selbst interessiert sie die Beschreibung der Realität. Aus einer Laune heraus ermuntert sie ein Jahr nach ihrer Hochzeit ihren Ehemann geradezu dazu, eine junge Frau, die sie beide zufällig in einem Hotel kennen lernen, zu verführen. Ihr Mann lässt sich bereitwillig auf ihr Spiel ein und Daria ist zunächst froh, ihn an eine andere Frau losgeworden zu sein, auch wenn es sie schon etwas kränkt, dass er ihrer nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung so prompt und ohne zu zögern nachgekommen ist.
Schon bald gibt es für beide Ehepartner bei diesem Spiel kein Zurück mehr. Die eheliche Treue existiert nicht länger und Daria ist nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage, die zu Beginn als harmlose Spinnereien konzipierten Ehespiele zu ertragen. Aus ihrer Not heraus erschießt sie ihren Mann mit einem Revolver. Erst im Gefängnis, nachdem sie für ihre Tat verurteilt wurde, hat sie die nötige Zeit und Ruhe, alles noch einmal zu überdenken.
Maria Nurowska, die in Warschau lebende Autorin des Romans Ehespiele, spinnt die Erinnerungen Darias im Gefängnis wie lose Fäden, die der Leser erst nach und nach verknüpft und am Ende des Buches den gewaltsamen Tod des Ehemanns aus der Sicht Darias versteht. Ehespiele ist das einfühlsame, sehr genaue Psychogramm einer kaputten Ehe, die schon nicht mehr zu retten war, als beide Partner noch davon überzeugt waren, glücklich verheiratet zu sein. --Manuela Haselberger
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Die polnische Schriftstellerin Daria Kalicka hat ihren Mann umgebracht. Nach zwei Jahren Untersuchungshaft und der Gerichtsverhandlung, bei der sie zu einer hohen Haftstrafe verurteilt wird, bringt man sie jetzt in das Frauengefängnis, in dem sie ihre Tat sühnen soll. Härte und Rücksichtslosigkeit beherrschen den Alltag innerhalb der Gefängnismauern. Daria wird in die Streitigkeiten der Frauen hineingezogen, wird Opfer einer Vergewaltigung und lernt die strengen Regeln der Zellenhierarchie am eigenen Leibe kennen. Eigentlich war Daria selbst schuld daran gewesen, daß Edward, ihr Mann, sich von ihr getrennt hatte. Die Versuche, ihre Ehe nur auf intellektuelle Übereinstimmung zu gründen, die Befriedigung sexueller Wünsche dagegen anderen Frauen zu überlassen, ist gescheitert. Sie hat ihr gewagtes Spiel verloren und damit auch den Mann, den sie liebt und der ihr Leben geformt und bestimmt hat.