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Egoismus, Macht und Strategien: Soziobiologie im Alltag [Broschiert]

Andreas Kilian
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 16,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Oktober 2009
Heftig wird darüber gestritten, wie stark unser biologisches Erbe bis heute unser Verhalten beeinflusst. Andreas Kilian geht davon aus, dass es eine große Bedeutung hat, vertritt aber zugleich die Auffassung, dass wir ihm nicht „ausgeliefert“ sind, sondern diesen Umstand reflektieren und entsprechend reagieren können. Er ist überzeugt: eine vernünftige und menschenwürdige Zukunft wird es nicht geben, solange der Mensch nicht erkennen will, warum er sich so verhält, wie er es tut. Das Werk stellt archaische Verhaltensstrategien des Menschen im heutigen Alltag dar. Dabei zeigt sich: Was in der letzten Eiszeit unser Überleben sicherte, macht heute meist keinen Sinn mehr, sondern kann uns im Gegenteil sogar in eine globale Katastrophe führen. Es wird Zeit unser Verhalten, unsere Politik, unsere Wirtschaft und unsere Sozialordnung von Grund auf neu zu überdenken. Denn wir sind erst Menschen, wenn wir aufhören uns zu selektieren.

Wird oft zusammen gekauft

Egoismus, Macht und Strategien: Soziobiologie im Alltag + Die Logik der Nicht-Logik: Wie Wissenschaft das Phänomen Religion heute biologisch definieren kann
Preis für beide: EUR 33,00

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Produktinformation

  • Broschiert: 212 Seiten
  • Verlag: Alibri; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865690475
  • ISBN-13: 978-3865690470
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 586.174 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Andreas E. Kilian, geboren 1963, studierte Chemie und Biologie. Zahlreiche Forschungstätigkeiten, u.a. zur Ausbreitungsdynamik von AIDS/HIV in heterosexuellen Populationen und zur Komplexität menschlichen Verhaltens.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4.0 von 5 Sternen Soziobiologie über den Tellerrand hinaus gedacht 18. Februar 2010
Von Birgit
Format:Broschiert
Andreas Kilian spricht aus, was Biologen wissen, aber nur selten und wenn hinter vorgehaltener Hand sagen. Auch in der Wissenschaft gibt es diplomatische Vereinbarungen, worüber besser nicht laut spekuliert werden sollte. Wir sind nackte Schimpansen und Egoisten, das ist nichts Neues. Auch dass unsere Gene einen weitaus stärkeren Einfluss auf unsere Lebensläufe nehmen, als wir annehmen, ist den meisten Lesern wahrscheinlich schon bekannt. Hier gibt der Autor eine schöne Einführung und Ergänzung zu dem egoistischen Gen von Richard Dawkins.

Andreas Kilian geht aber weiter. Er bricht Konventionen. Es gibt Erklärungen für den Krieg, die anscheinend niemand hören will. Denn auch Kriege sind nur Kooperationen zwischen Individuen, die sich anderer Gruppenmitglieder bedienen. Da werden nicht nur Feinde getötet, sondern auch bewusst eigene Gruppenmitglieder verheizt. Erst aus dem Wechselspiel, wer von der eigenen Gruppe und vom Feind als lebensfähig akzeptiert wird, ergibt sich die Selektion. Und was wurde nicht alles über die Entwicklung des aufrechten Ganges beim Menschen erzählt. Wir gehen aufrecht, weil wir dann beide Hände frei haben und handwerken können? Damit sich unser Gehirn entwickeln konnte? Mit diesen anthropozentrischen Erklärungen räumt der Autor auf. Nein, der aufrechte Gang ist genau das, was er bei allen anderen Tierarten auch ist: Eine Drohgebärde, um die eigenen Gruppenmitglieder einzuschüchtern und sich mit Aggression Fortpflanzungsvorteile zu sichern. Hierfür führt der Autor überzeugende Beispiele aus unserem Sexualleben und unserem neotenen Aussehen an.

Auch mit einigen Annahmen über die Homosexulaität räumt der Autor auf. Er fragt nach dem cui bono, wem nützt es? Und den Nutzen haben in der Evolution die Vererber einer Eigenschaft: Also die Mütter, die ihre Kinder wie Schachfiguren für ihre eigenen, wenn auch unbewussten, Interessen einsetzen.

Schön ist in diesem Buch auch zu lesen, das unsere pleistozänen Hierarchien sich nicht nur bis in das Feudalsystem des Mittelalters gerettet haben, sondern auch heute noch präsent sind. Wir üben Selektion auf einander aus. Wir wählen nicht nur Sexuapartner aus und schließen andere von der Fortpflanzung aus. Wir lassen unsere Mitmenschen auch unbarmherzig sterben, weil wir in harten Wintern einfach wegsehen, wenn die Schwächsten der Schwachen von uns gehen. Es hat sich in letzten zwei millionen Jahren anscheinend nicht viel geändert.

Die Entstehung der instituionalisierten Religion wird vom Autor als pleistozäne Beta-Tier-Strategie innerhalb der Gruppe diskutiert. Damit verweist er auf den stärksten Selektionsfaktor in unserer Evolution: Das Verhalten unserer Artgenossen. Zum Schluss diskutiert Andreas Kilian die erschreckenden Analogien zwischen unserem Territorialverhalten, unserem Privateigentum sowie unserem Geldsystem. Das Buch endet mit der Forderung nach neuen Spielregeln, wenn wir uns nicht weiterhin wie die Affen gegenseitig selektieren wollen.

Fazit: Je nach Geschmack ist es vorteilhaft oder mühsam, dass die Literaturangaben nicht beim Lesen stören. Wer etwas nachlesen möchte, der sollte sich in der weiteren Literatur auskennen. Wer nur Informationen und fachliche Unterhaltung haben möchte, der wird auf eine interessante Reise durch die Biologie eingeladen. Der Text ist flüssig und verständlich geschrieben, zuweilen aber etwas biologielastig. Alles in allem ist der Autor ein Querdenker, der auch über den Tellerrand zu anderen Fachdisziplinen schaut und auch vor dem Schritt in die soziale Verantwortung der Wissenschaft nicht halt macht. Für Leser, die auch mal über alternative Interpretationen abseits des diplomatisch-universitären Mainstreams denken wollen, ist das Buch sehr empfehlenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gelungene Zusammenschau 25. Februar 2010
Format:Broschiert
Ich stimme dem obigen Rezensenten vollkommen zu:

Das Buch ist leicht verständlich, klar, ausgewogen in der Themenauswahl und originell.
Der Ansatz aller Erklärungsmodelle ist der des egoistischen Gene. Dawkins' Buch bildet eine gute Ergänzung.

Zu kritisieren ist, dass der Erklärungswert einer gen-focussierten Soziobiologie bzw. evolutionären Psychologie ausschließlich betont wird. Erfreulich wären, um den Erkenntnisanspruch naturalistischer "Weltdeutungen" wissenschaftstheoretisch sauberer abzusichern, ausführlichere empirische Belege (welche sich jedoch in der angehängten weiteführenden Bibliographie finden).

Schwerwiegendes Manko, für das ich ein Sternchen abziehen möchte: Der Text wimmelt vor mitunter peinlichen sprachlichen, orthographischen und grammatischen, Fehlern. Hier hätte ein sorgfältigeres Lektorat not getan.

Dennoch in höchstem Grade lesenswert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spekulativ 3. November 2010
Von Lulu TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Sicherlich kann man einige Abschnitte des Buches mit Gewinn lesen, zumindest regen sie zum Nachdenken an. Die Behauptung, dass Kriege auch der Fitness-Erhöhung dienen, konnte man schon vielerorts lesen. Ob man sie jedoch auch aus der Sicht egoistischer Gene interpretieren kann, scheint mir weiterhin fraglich zu sein.

Ich habe ein grundsätzliches Problem mit dem Übertragen solcher scheinbar "sinngebenden" Theorien auf moderne menschliche Gesellschaften. Denn für den modernen Menschen hat sich gegenüber der restlichen Natur sehr vieles geändert. Warum sollte man ein Interesse daran besitzen, seine eigenen Gene weiterzugeben, wenn man ohne eigene Kinder mehr Geld verdienen und häufiger Urlaub machen kann und im Alter besser versorgt ist? Oder um es mit den Worten Birgit Koflers auszudrücken: "Es ist wunderbar, zu leben, wie wir das tun. Es hat viele Reize, wenn schlaflose Nächte angenehmere Ursachen haben als unruhigen Nachwuchs."

Ich bin der Auffassung, dass ohne eine schlüssige genegoistische Erklärung solcher Phänomene auch alle weiteren genegoistischen Erklärungsversuche für menschliches Verhalten viel zu spekulativ sind.
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