Auf Empfehlung bestellte ich mir das Buch. Und hab's dann auch schnell hinter mich gebracht.
Ich bin von dem Buch enttäuscht.
1. Der Autor gehört zu jenen, die für sich selbst einen hohen Grad an Erleuchtung in Anspruch nehmen, was in meinem Verständnis der Glaubwürdigkeit und dem Thema des Buches entgegen steht.
2. Er bringt seine Gedanken unstrukturiert vor, wobei die Korrekturlesung zwischen Tagesschau und Wetterkarte stattgefunden zu haben scheint, da die Grammatik häufig nicht einmal mit bayrisch zu erklären ist.
3. Das Thema an sich wird in der Weise vorgestellt, dass der Leser durch jede Menge emotional geladener Adjektive und Adverbien in ein ziemlich dick aufgetragenes Horrorszenario eingeführt wird, was
4. nicht davor halt macht, anderen den schwarzen Peter zuzuschieben (frei nach dem Motto: Meine Mutter/ wer auch immer hat mir das angetan/ ist schuld), was sich für ein ehrlich gemeintes Werk zur Lebenshilfe/ Eigenverantwortung/ Persönlichkeitsentwicklung verbietet, da es - möchte man sich entwickeln - um die Übernahme eigener Verantwortung geht.
5. Der Autor verwendet ungeheuer viele Ausrufungszeichen, insbesondere an Stellen, die keinen erfahrbaren Sinn machen. Es wirkt in etwa wie das Phänomen, jemanden mit Lautstärke überzeugen zu wollen, wenn einem der eigene Glaube (mangels Durchdringung) daran fehlt.
6. Er promotet, eher früher als später in dem Buch, die von ihm entwickelte (in meinen Augen hat dieses Phänomen heutzutage bald pandemischen Charakter) Lebensthementherapie.
Im Fazit kann ich weder Autor noch Buch ernst nehmen und empfinde manche der Äußerungen als "problematisch".
Alternativen?
Zu Fragen der Erleuchtung: Tolle, Osho, De Mello, R.T.Betz, ... Sie bemühen sich um Einfachheit, sind fundiert, strukturiert und teilweise witzig.
Zur Arbeit mit dem inneren Kind/ Teilearbeit: "Focusing" (z.B. Ann Weiser Cornell), "Im Einklang mit dem inneren Kind" (Samuels/Lukan), R.T.Betz auch hier, ansonsten "Transaktionsanalyse", NLP ...