Es ist noch gar nicht so lange her, da hielt ich das Debüt der sechs jungen Finnen in meinen Händen. Mit "Ego Anthem" reichen TRACEDAWN ziemlich zügig Album Nummer zwei nach und zeigen unbestreitbar, dass sie die bereits eingeschlagene Richtung ganz klar beibehalten und ihren Stil gefunden haben, die 9 Songs knüpfen nahtlos ans Debüt an. Nun ja, vielleicht nicht ganz so nahtlos, die Band hat sich weiterentwickelt, was nicht weiter ungewöhnlich ist. Das aktuelle Album ist einen ganzen Zacken aggressiver, die Clean-Vocals wurden zurückgeschraubt, dafür mehr Crowls und Gekeife, was Sänger Antti wirklich beherrscht. Viele Tempo-Wechsel, interessante Riffs und Melodien, Breaks, Antti's wütender Gesang: Es ist nicht immer entspannend, dem Eisen zu folgen, bisweilen anstrengend, es fordert volle Aufmerksamkeit. Mit unter 40 Minuten Laufzeit kann man das Album als kurz und knackig bezeichnen, Lückenfüller gibt es nicht, weil bei der Laufzeit ist kein Platz für Lücken. Doch was sich bei den Stücken einschleicht ist, dass man zwar Tracedawn sofort erkennt, sich die einzelnen Songs aber größtenteils ähneln, der Aufbau ist fast voraussehbar. Kein schlechtes Album, aber das Debüt, welches nicht so zerstörerisch ans Werk geht, hat meinen persönlichen Geschmack besser getroffen. Anspieltipp: "In Your Name"