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3.0 von 5 Sternen
KVP im Büro, 23. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Effizientes Office- Management mit KAIZEN (Gebundene Ausgabe)
Im IV. Quartal 2001 waren es laut Statistischem Bundesamt weniger als 30% aller Arbeitnehmer, die hierzulande noch in der Fertigungsindustrie ihr Geld verdienten *). Nimmt man die Fertigungsunternehmen genauer unter die Lupe, so ist es innerhalb vieler Firmen wiederum nur eine Minderheit, die direkt in der Fertigung arbeitet.
Wenn also die überwältigende Mehrheit aller Arbeitnehmer hierzulande nicht in der Fertigung, sondern in Dienstleistung, Büro und Verwaltung tätig ist, so ist die Frage, ob partizipative Optimierungssysteme auch in diesem Sektor einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leisten können, von hoher Brisanz.
Herausgeber ist Klaus Bieber, ein führender Mitarbeiter des KAIZEN Institutes in Bad Homburg, das die von Masaaki Imai nach Europa gebrachten KVP-Verfahren in Deutschland vermarktet.
Teil A des Buches stellt auf knapp 60 Seiten die theoretischen Grundlagen und ein in vier Stufen gegliedertes Verfahren dar.
Verschwendung im Büro basiert nach Auffassung des Herausgebers vorwiegend auf:
- Verschwendung durch Über-Information
- Verschwendung durch Informationstransfer
- Verschwendung durch Bestände
- Verschwendung durch Warte- und Suchzeit
- Verschwendung durch Bewegung
- Verschwendung durch Fehler
- Verschwendung im Arbeitsprozess
Die Effizienzsteigerung im Büro kann in vier Schritten durch das in KVP-Kreisen allseits bekannte 5-A-Verfahren, Standardisierung, Verbesserung der Arbeitsprozesse sowie eigenverantwortliche Selbststeuerung erfolgen.
Ein konkreter Handlungsleitfaden beinhaltet Aktionsplan, Organisation und Ablauf der Implementierung, Einführungsplan sowie einen Trainingsplan mit detaillierten Zeitplan für einen 2-tägigen Workshop.
In Teil B stellen Praktiker auf rund 160 Seiten neun Erfahrungsberichte aus sechs verschiedenen Firmen vor: Ein Finanzdienstleister, eine Kommunalverwaltung sowie vier Fertigungsunternehmen, bei denen Büroabläufe von den Mitarbeitern verbessert wurden.
Eines von vielen Beispielen: Die Bearbeitung von Reisekostenabrechnungen dauerte früher durchschnittlich 59 Tage. Dieser Prozess wurde unter Beteiligung der Mitarbeiter so verschlankt und umorganisiert, dass die "Kunden" heute nach spätestens acht Tagen ihr Geld überwiesen bekommen.
Dieses Buch ist keineswegs nur für KVP-Manager interessant: Fast jeder, der als Beauftragter für das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) verantwortlich ist, klagt über die geringe Beteiligung aus dem administrativen Bereich. Wenn beispielsweise in einer Firma neunzig Prozent der Verbesserungsvorschläge aus der Fertigung kommen, wird das von BVW-Praktikern als üblich betrachtet.
Dieses Buch gibt einen Impuls, partizipative Optimierung im Büro mit anderen Augen zu betrachten.
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*) Im IV. Quartal 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen im Inland 39,046 Millionen. Von diesen waren nur noch 11,124 Millionen Erwerbstätige (28,5%) im Produzierenden Gewerbe einschließlich Baugewerbe tätig.
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