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In der 2. Auflage räumte der Autor dem Interview-Training mehr Platz ein, fügte die „Neugestaltung des Rekrutierungsprozesses" hinzu, aktualisierte die ausführliche Literaturliste und stimmte die Aktivitäten, Tools und Systeme noch besser aufeinander ab. Mit diesen Verbesserungen und Nachführung wird Wolfgang Jetter wohl weiterhin zu den führenden Anbietern strukturierter Instrumente für Personalauswahl gehören.
Weshalb ich der Neuauflage trotzdem die volle Sternenzahl verweigere hat zwei Gründe: Erstens lernte ich noch nie ein Unternehmen kennen, dessen HR-Abteilung personell so gut bestückt war, dass ein so systematisches Vorgehen durchführbar war. Und zweitens ist mir Wolfgang Jetter zu wenig konsequent. Die Kunden der Jetter Human Resource Management Consulting GmbH mögen vielleicht jeden empfohlenen Schritt durchführen und sogar richtig machen, doch die Wahrscheinlichkeit ist klein, dass die Leser seiner Bücher dies ebenfalls tun. Es braucht einfach zu viel Zeit, Selbstdisziplin und Planung, um alles so strukturiert durchführen zu können. Wenn Jetter auch noch eine abgesteckte Version bieten würde, wäre die gepriesene Praxisnähe bestimmt noch grösser. Inkonsequent finde ich den Ansatz, weil der Autor zwar an zahlreichen Stellen zugibt, dass der Mensch kein rationales Wesen ist, letztlich aber doch über diese Einsicht hinweggeht.
Als ob Wolfgang Jetter es ahnen würde, dass sein System auf einem Modell beruht, das durch neurologische Erkenntnisse arg ins Wanken gerät, zitiert er Lord Byron mit dem Satz „The best prophet of the future is the past" und beschwört seine Leser geradezu, den Geschichten der Bewerber mehr Beachtung zu schenken. Doch Jetter wagt den Schritt offenbar noch nicht, sein Erfolgssystem auf konsequentes Storytelling anzupassen. Da andere Personalfachleute aber mutiger sind, wird ein allfällige dritte Auflage nicht mehr vier Sterne erhalten, falls sie nicht mehr als einige Retouchen und neue Buchtitel bringt.
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