Was für eine faszinierende Musik!
Der Komponist Johan Söderqvist hat hier, bis auf wenige Nebenthemen, einen weitestgehend monothematischen Score geschaffen...aber wie!
Das eine Thema nämlich hat es in sich: es ist so schön und eingängig, dass man es nicht mehr vergisst und Söderqvist verarbeitet und variiert es so kunstvoll und abwechselungsreich, dass der Score über die gesamte Länge von ca, 44 Minuten nie langweilig wird. Minimalistische Figuren prägen dieses Musik, ohne dass sich Monotonie einstellen würde (wie das z.B. bei Philip Glass oft der Fall ist) und hier und da fließen kaum merklich einige Soundeffekte ein, die für Söderqvist typisch sind, die aber sehr dezent mit dem orchestralen Satz verwoben sind und dadurch niemals fehl am Platz wirken. In der Tonsprache ist "Effi Briest" ähnlich wie Nico Muhly's phantastischer Score zu "The Reader" ("Der Vorleser"), aber noch etwas 'runder', eingängiger und 'wiedererkennbarer' als letzterer.
Jedem Score-Liebhaber, der mysterös pulsierende und schwebende Klänge liebt, die in einem weitgehend 'klassisch-orchestralen' Gewand bleiben (d.h. nicht ganz so experimentell wirken wie oft z.B. Scores von Thomas Newman), sei dieses Album DRINGENDST empfohlen!