Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Der Titel beschreibt den Inhalt des Buches nur unzureichend. Auch entgegen der Beschreibung handelt es sich nicht um ein klassisches "Selbstverteidigungsbuch" nach dem Motto: in wenigen und einfachen Lektionen zu mehr Sicherheit. Daher auch nur vier Sterne. Im Buch selber wird dieser Anspruch aber auch gar nicht gestellt. Vielmehr betont der Autor ausdrücklich, dass er bewusst die für die Selbstverteidigung maßgebliche psychologische Komponente weggelassen hat. Worum es ihm stattdessen geht, ist der technische Aspekt in den von ihm so genannten "Handicapsituationen". Damit ist gemeint, dass ständiges Training in einem mit weichen Matten und viel Platz ausgestattetem Dojo nur unzureichend auf reale Umgebungen vorbereitet. Als Beispiele für derartige Handicapsituationen werden Bedrohungsszenarien in der Bahn, in einem PKW, auf einer Bank, Stuhl und Tisch sitzend, am Fahrrad sowie in einem Treppenhaus gebracht. Weiters wird die Einbeziehung von Mauern, Mauerkanten und Verkehrsschildern demonstriert- etwas, was ich so noch in keinem anderen Buch gesehen habe. Es werden Anregungen gebracht, wie sich derartige Situationen in einem Dojo nachstellen lassen. Ein zweites Ziel soll sein, die möglicher Weise vorhandene "Trainingslangeweile" durch die gezeigten Anregungen (egal, aus welcher Kampfsportecke man kommt) zu bekämpfen. Nachdem ich selbst hin und wieder unterrichte, werde ich diese Anregungen aufgreifen und die nächsten Trainings in der Garderobe und dem Vorraum abhalten. Sehr gelungen sind sowohl die einzelnen Fotos als auch die ausführlichen Fotostrecken.