Amazon hat meinen Prime (32GB mit KeyDock) am 5.1.12 geliefert, nachdem ich am 17. November bestellt hatte.
Nach einem Wochenende ausgiebiger Tests fällt mein erstes Fazit sehr positiv aus. In unserem Haushalt sind bereits ein Ipad1, ein Kindle Fire und ein Nook Tablet im Einsatz, so dass für diese Modelle ein direkter Vergleich zum Prime möglich ist.
Das IPS-Display des Prime ist erstklassig, nochmal ein Stückchen besser als das ohnehin sehr gute Ipad-Display.
Die Verarbeitung (Gehäuse, Scharnier der Prime-Tastatur, verwendete Materialien, Spaltmaße) ist vorbildlich, die Hardware macht einen außerordentlich wertigen Eindruck. (Im direkten Vergleich fallen Kindle Fire und Nook-Tablet mit ihren Kunststoff-Gehäusen hier etwas ab).
GPS habe ich noch nicht getestet und es interessiert mich bei einem Tablet auch nicht wirklich. Laut diversen Internet-Foren, in denen z.T. die Emotionen überkochen, soll es wohl nicht oder nur schlecht funktionieren (aufgrund der Abschirmung durch das Metallgehäuse). Falls ich für den Prime wirklich mal GPS brauche, gibt es ja auch noch die Möglichkeit des drahtlosen Anschlusses einer Bluetooth GPS-Maus. Da die GPS-Funktion aber in den ursprünglichen Spezifikationen versprochen war, berücksichtige ich diesen (sofern er sich bei meinem Gerät auch bestätigen sollte) Bug mal mit einem halben Stern Abzug.
Absolut überragend ist die Kamera-Funktion: Videos in HD, scharfe Fotos, Blitzlicht-Funktion, Autofokus, hervorragende Bilder mit nur wenig Hintergrundrauschen auch bei schlechten Lichtverhältnissen! Handy-Kameras oder Netbook-Cams habe ich in der Vergangenheit immer nur in "Notfällen" benutzt, wenn ich keinen "richtigen" Fotoapparat (DSLR oder Digicam) dabei hatte, aber mit dem Prime wird sich das möglicherweise ändern. Es schaut zwar albern aus, ein 10-Zoll-Tablet zum Fotografieren oder Filmen zu benutzen, aber rein technisch (vom Ergebnis her) betrachtet spricht ab sofort nichts mehr dagegen.
Wlan-Empfangsprobleme (über die im Internet auch vereinzelt berichtet wird) habe ich bisher keine gefunden: genau dort, wo auch mit Ipad, Iphone, Kindle Fire oder Nook-Tablet bei uns im Haus die Grenzen des Wlan-Empfangs liegen, endet auch für den Prime derselbige.
Akku-Laufzeit scheint wie versprochen zu sein: 18 Stunden effektive Benutzbarkeit ohne Bedarf einer Steckdose ist eigentlich atemberaubend, v.a. wenn man bedenkt was vor gerade mal drei bis vier Jahren noch Standard bei Notebooks war. Damals war man ja noch froh, wenn man zwei Stunden mobil arbeiten/surfen/spielen konnte.
Nicht ganz auf dem Niveau der Hardware liegt die (bisherige) Software-Ausstattung. Hier hoffe ich sehr auf das Ice-Cream-Update, das für den 12.1.12 von Asus angekündigt wurde und das hoffentlich die Bedienung benutzerfreundlicher und das Systemverhalten stabiler machen. Der mitgelieferte Browser ist mir in den vergangenen paar Tagen bereits zwei bis dreimal abgestürzt (und zwar jeweils beim Surfen auf gängigen Seiten wie ebay und facebook). Das sollte bei einem Premium-Produkt wie dem Transformer Prime bei sorgfältigem Programmieren und entsprechenden Tests vor Markteinführung nicht passieren. Stabiler scheint mir der (im Market kostenlos nachrüstbare) Dolphin-HD-Browser zu sein. Auch sind manche der vom Internet Explorer/ Chrome gewohnten Keyboard-Shortcuts im Standard-Browser (noch?) nicht hinterlegt, so dass der Komfort beim Surfen noch etwas zu wünschen übriglässt.
Sehr gut klappt dagegen das Zusammenspiel von Maus und Berührungseingabe bei angeschlossenem Key-Dock. Der Mauszeiger erscheint prompt, sobald die Tastatur angestöpselt ist und trotzdem kann der Bildschirm alternativ (und intuitiv) weiter per Touchscreen-Eingabe bedient werden. In der Vergangenheit hat mich meine Familie schon manchmal ausgelacht, wenn ich (nachdem ich vorher viel mit dem ipad gesurft hatte) für das Tippen eines Textes auf ein Netbook gewechselt habe und dann manchmal gedankenverloren versucht habe, auf dessen TFT-Bildschirm rumzudrücken. Mit dem Transformer Prime ist nun beides unkompliziert möglich.
Noch nicht testen konnte ich, wie sich der Transformer Prime beim Anschluss an einen HD-Fernseher macht. Mir fehlt das notwendige micro-HDMI-HDMI-Verbindungskabel. Schwer nachvollziehbar, warum ASUS ein solches 4€-Teil, für eine aus Sicht vieler Käufer echte Basisfunktion, bei einem solchen Premium-Produkt nicht beigelegt hat, ebenso, wie auch die fehlende Schutztasche hier zu bemängeln ist, die bei den billigen ASUS-Netbooks in der Regel bereits inbegriffen ist. Solchen Geiz beim beiliegenden Zubehör kennt man sonst nur von Apple ;-)
Vorläufig vergebe ich 4 von 5 möglichen Punkten. Wenn das Ice Cream-Update kommende Woche aber das hält, was ich mir insgeheim erhoffe, dann kommt der fehlende Stern vielleicht auch noch dazu.
Update vom 18.1.2012
Mittlerweile ist das für den Prime Transformer bestellte Zubehör eingetroffen: ein Micro-HDMI-HDMI-Verbindungskabel, eine 32 GB Micro-SD-Karte (für das Tablett) und eine 32 GB SD-Karte für das Tastatur-Dock.
Die Verbindung zwischen Prime und den zwei in unserem Haushalt vorhandenen Fernsehern (ein echter Full-HD von Samsung und ein HD-fähiger von Toshiba) war völlig unkompliziert und reibungslos: man muss nichts softwareseitig einstellen. Beim Abspielen von Filmen hat man sofort ein bildschirmfüllendes Bild, wobei die Android-Task-Leiste, die man auf dem Tablett sieht automatisch ausgeblendet wird. Perfekt und idiotensicher. So wünscht man sich das und so sollte es sein.
Die SanDisk-SD-Karten wurden ebenfalls anstandslos erkannt und konnten direkt am Prime über eine via USB angeschlossene externe Festplatte mit Media-Inhalten befüllt werden. Insgesamt hat der Prime jetzt 96 GB nutzbaren Speicherplatz (wobei laut einschlägiger Foren auch 64-GB-Speicherkarten erkannt und genutzt werden können). Das sind Dimensionen, an die das ipad (auch in der teuersten Konfiguration) bisher noch nicht rankommt.
Die Anschluss-vielfalt (Micro-HDMI, Micro-SD, SD, USB) war mit ein Hauptargument (neben dem Design),warum ich mir den Transformer Prime überhaupt zugelegt habe und in dieser Hinsicht sind meine Erwartungen bislang voll erfüllt worden.
ICS-Update habe ich immer noch nicht. Der bereits letzte Woche begonnene Roll-Out des Prime auf ICS wurde seitens ASUS abgebrochen, nachdem es auf mehreren Geräten wohl zu diversen Problemen gekommen war. Das installierte Honeycomb in der aktuellsten Version funktioniert mit den bereits beschriebenen Macken aber insgesamt zufriedenstellend. Alle Filme (in diversen unterschiedlichen Formaten), die ich bis jetzt getestet habe, liefen ruckelfrei.
Der eingebaute Browser zeigt nach wie vor gelegentliches Stottern und auch seltene Abstürze, so dass mein altes ipad1 im direkten Vergleich beim reinen Internet-Surfen immer noch die Nase vorn hat. Hier hoffe ich auf ein baldiges Software-Update, denn beim verbauten Prozessor und Arbeitsspeicher sollte Surfen für den Prime hardwareseitig ja alles andere als ein Problem sein.
Update vom 26.2.
Ende Januar kam dann das ICS-update und mittlerweile hatte ich ausreichend Zeit zum Testen. Die Stabilität hat mit ICS erkennbar zugenommen, aber trotzdem kommt es manchmal noch beim Surfen zu Abstürzen (wenn auch deutlich seltener, als mit der vorherigen firmware).
Zusammenfassend würde ich sagen, dass das ipad1 beim Surfen zwar etwas stabiler ist, aber dafür viele Seiten mit Flash-Inhalten von vornherein nicht dargestellt werden, weshalb ich doch wesentlich lieber zum Surfen auf den Prime transformer zurückgreife, weil z.B. auf vielen Nachrichtenseiten, wie spiegel online oder sz-online einiges an flash-Inalten enthalten ist.
GPS funktioniert bei meinem Modell definitiv nicht (auch nach Tests im Freien, bei dem mein Smartphone problemlos Satelliten gefunden hat, bekam das Prime keinen GPS-Fix hin), aber ich habe ja weiter oben geschrieben, dass mir dieses Feature bei einem relativ großen Tablett-Computer nicht so wichtig ist.
Aus sportlichem Ehrgeiz habe ich aber mal mit Hilfe einer Zusatz-app aus dem Markt ("Bluetooth mouse") eine externe Bluetooth-Maus angeschlossen. Das funktioniert gut, ist also möglich und dann kann man auch Navigations-Apps nutzen.