...dann möchte man genau dieses Gerät haben.
Eigentlich hab ich ja die ganze Bude hier mit Apple-Spielzeugen voll stehen. Eigentlich hab ich vor Kurzem beim Rumdrücken auf einem Samsung Galaxy S2 noch gesagt "das ist mir zu unaufgeräumt und zu bunt". Aber eigentlich ist mir ein ziemlich miserabel gelaufenes iOS5-Update auf meinem iPhone4 ausreichend auf die Nerven gegangen, daß es mal wieder Zeit war, die aktuelle Marktsituation der Konkurrenz anzuschauen. Nur zum Entfrusten. Nix Ernstes. Geht wieder vorbei... Normalerweise.
So fand ich bei meiner Suche dieses EeePad. Eigentlich mochte ich auch nie etwas, das mit Eee anfängt, weils für mich immer diesen "Plastikcharme" hatte. Aber das Konzept, dem Tablet eine Tastatur zu spendieren, fand ich nicht so schlecht. Hab ich zwar auch mit dem iPad, aber beides auf dem Schoß ist nix und das iPad hochkant für meine Zwecke (ssh/vnc) weniger geeignet.
Also trotz eigentlich gar nicht vorhandenem Bedarf mal bestellt. Wenns einige Tage später nach dem initialen Rumspielen nur noch rumliegt, kann ichs ja immer noch zurück schicken. Ich kann aber schon vorweg nehmen, daß ich diesen Fall für sehr unwahrscheinlich halte, eher wird wohl das iPad in ein paar Tagen nur noch rumliegen :)
Nun aber mal los, das Ganze gibt's übrigens auch auf englich auf Google+, das ist der lange Text, den ich über die EeePad-Tastatur verfasste.
- Verarbeitung
Das iPad hats hier nicht schwer, unglaublich robust und wertig zu wirken, es besitzt keine beweglichen Teile. Anders beim EeePad slider, wo sich doch durch die ausziehbare Tastatur eine Menge bewegt. Und dafür ist das Ganze wirklich gelungen, es wirkt durchaus robust genug, ich denke, viel mehr kann man für das Geld nicht verlangen.
In der Schachtel lag zusätzlich noch eine Schutzhülle, dies scheint eine limitierte Promo-Aktion zu sein. Diese Hülle macht auch einen recht guten Eindruck, beim Hersteller Targus ist das aber auch nicht unüblich.
Das Wichtigste ist das Keyboard. Ich habe gestern einen großen Artikel bei Google+ damit geschrieben und es war durchaus akzeptabel. Stundenlang will man darauf nicht schreiben, da der Rand ums Keyboard auf Dauer etwas unangenehm wirkt und die Tasten auch etwas kleiner sind (vor Allem nur die halbe Höhe gegenüber "normalen" Keyboard, das verwirrt erstmal ein wenig). Aber sowohl mit dem EeePad auf dem Schoß als auch im Liegen klappt das Schreiben von längeren Texten auch wirklich gut.
Einziges Manko: Das Netzteil wird beim Laden beachtlich heiss, da fragt man sich, wie lange es wohl dauert, bis die Elkos im Schaltnetzteil ausgetrocknet sind und das Ding hin ist. Auch ist die Gesamtqualität des Netzteils nicht so toll, man sollte es sehr vorsichtig zusammen setzen - das macht man aber ja nur einmal.
- User Interface
Wie ja schon geschrieben, war mir Android bisher zu bunt und unaufgeräumt. Das hat sich mittlerweile sehr geändert, Android 3 wirkt doch sehr erwachsen, vielleicht liegts auch an Asus-spezifischen Änderungen der GUI, auf jeden Fall finde ich dieses Gerät sehr angenehm zu bedienen, es frisst sich nicht in die Netzhaut, es ruckelt nicht, alles läuft ähnlich angenehm, wie ichs vom iPad gewöhnt bin. Designbedingt, durch die offene Welt, ist der Look&Feel der einzelnen Apps leider nicht unbedingt konsistent, aber man kann damit leben.
Im Laufe der ersten Spielereien kam dann auch das Update auf Android 3.2.1, lief problemlos durch, einfach warten, fertig.
Copy&Paste über die gewohnten Strg+C/V haben sich gestern als recht hilfreich erwiesen, passiert es doch auf der kleinen Tastatur mit meinen grobmotorischen Flossen durchaus mal, daß man versehentlich Strg+A und dann irgendeine andere Taste drückt oder beim Tippen aufs Display dappt und schreckliche Dinge passieren. Hier wäre lediglich noch Strg+Z wünschenswert, ein Undo würde es wirklich perfektionieren.
- Display
Super! Absolut keine Probleme mit dem Blickwinkel, geht aus jeder Richtung gut, das Backlight ist homogen (wobei hier am Rand ein wenig Probleme auftauchen können, wenn man am Gerät rumdrückt, das wirkt nicht so wahnsinnig robust) und hell genug, brillante Farben, in abgeschaltetem Zustand hat man einen Schminkspiegel auch gleich dabei. Ja, es spiegelt mehr als ein iPad. Aber ich hab mich mittlerweile an diesen Modetrend gewöhnt und kann damit leben.
Mit 1280x800 hat das EeePad übrigens eine größere Auflösung als ein iPad, allerdings wirkt der Faktor 16:10 zwar im Horizontalbetrieb sehr angenehm, dafür aber im Vertikalbetrieb irgendwie sehr sonderbar. Vermutlich ist das iPad deswegen bei heute eher unüblichen 4:3 geblieben.
Der Touch Screen arbeitet sauber, durchaus mit dem iPad vergleichbar, vielleicht ein ganz klein wenig mehr Plastik-Feeling. Bei entsprechendem Licht sieht man allerdings das kapazitive Sensorfeld ziemlich stark, was vielleicht etwas störend wirken kann, wie beim Spiegeln kann man das aber durch Änderung der Arbeitsposition beseitigen.
- Anschlüsse
Dock-Connector für USB-Dateitransfers und zum Laden, USB-Host-Port für externe Geräte wie Festplatten oder USB-Sticks, Kopfhöreranschluss, microSD-Slot, mini HDMI. Mehr braucht man eigentlich nicht. Der einzige Nachteil hier liegt darin, daß der USB-Hort-Port z.B. keine externen MIDI-Interfaces unterstützt, wie das iPad (via CCK). Diese Touch-Geräte geben doch so schöne MIDI-Controller ab. Linux würde es theoretisch hergeben, aber im Android ist aktuell wohl eher wenig Support für externe USB-Hardware vorhanden.
Anbindung ans Netz gibt's per WLAN, funktioniert problemlos. 3G ist bei diesen Geräten nicht drin, aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Ich persönlich brauche kein 3G, da ich an den meisten Orten, wo ich meine mobilen Geräte dabei habe, auch WLAN habe.
- Audio
Reden wir nicht über die internen Lautsprecher, sie sind das, was man von dieser Größe zu erwarten hat. Das iPad hat hier einen etwas besseren Sound, aber ernst nehmen kann man das grundsätzlich nicht, es reicht für ein paar Benachrichtigungs-Piepser. Am Kopfhörer-Ausgang kommt ein ordentlicher Sound raus, wobei ich das noch nicht genauer beachtet habe, zum Musik hören schleppe ich normalerweise nicht so einen großen Klotz mit mir rum. Normalerweise ist dafür daheim AirPlay zuständig, und da sind wir auch schon beim nächsten Thema.
Das EeePad hat wohl recht gute DLNA-Unterstützung, etwas besser als mein Fernseher und mein BluRay-Player, die beide kein DMR können. Hier kann man das EeePad nur als DMS laufen lassen (also Media Server), womit dann Fernseher/BD-Player darauf zugreifen können, das funktioniert auch einwandfrei. Die Dafür zuständige Applikation MyNet könnte eigentlich auch "Play to", was aber eben eine Streaming-Box mit DMR voraussetzt. Dann würde sich das Ganze etwa wie AirPlay verhalten. Nachteil ist nur, daß MyNet scheinbar keinerlei Sortierung/Filterung besitzt, die ganze Musik liegt flach in einer Liste, vielleicht habe ich aber auch noch irgendwo etwas übersehen. Über DLNA kann man, geeignete Abspieler vorausgesetzt, schön nach Alben, Interpreten und all dem Kram sortieren und filtern.
Der Musikplayer hingegen hat diese Möglichkeiten auch, mir erschließt sich noch nicht so ganz, warum es da überhaupt 2 separate Apps für gibt.
- Kameras
Habe ich bisher nicht ausprobiert, da die Google+-App immer noch keinen Hangout initiieren kann und eine Kamera im Tablet für alles Andere als Videochat in meinen Augen relativ wenig Sinn hat - vor Allem, wenn man noch eine anständige separate Kamera und ein Handy mit ner guten Kamera hat.
- Dokumentenleser
MyLibrary heisst die App dazu, sie kann auch PDFs anzeigen. Erinnert alles sehr an iBooks und verhält sich auch weitgehend gleich. Bei dickeren PDFs (gescannte Schaltpläne etc.) ist das Rendern nach Zoomen deutlich langsamer als auf dem iPad (iPad 1 wohlgemerkt!), aber sicherlich gibts da noch etwas bessere Apps im Market. Andererseits muss mein iPad ja auch noch was zu tun haben :) Da die Datentransfer-App für den Mac eher wenig stabil ist, konnte ich hier aber auch noch nicht wirklich tiefer testen, aktuell läuft ein rsync, der die knapp 7 GB PDFs auf das Ding schiebt. Eine geeignete microSD-Karte liegt auch noch nicht rum, das wäre schneller gegangen.
- Gesamteindruck
Android ist erwachsen geworden. Ich habe bisher erst ein paar Apps ausprobiert und bin noch dabei, in die Tiefen der Android-Welt zu tauchen, aber hier soll primär die Hardware beurteilt werden. Und da kann man guten Gewissens sagen, daß man für den Preis einiges bekommt. Das Gerät macht unglaublich Spaß und wer nicht wegen spezieller Apps ein iPad braucht, kann hier getrost zugreifen - insbesondere als etwas mehr an den Poweruser gerichtete Alternative wegen der Tastatur. Wer die seltener braucht, sollte vielleicht mal das EeePad Transformer anschauen, das vermutlich die gleiche Hardware in einem anderen Gehäuse ist.
Ich werde auf jeden Fall beide Geräte behalten - iPad und EeePad.
Und was gestern noch auffiel - das Einzige, was mir fehlt, ist eine beleuchtete Tastatur. Gerade auf dem Sofa, wo man so wunderschön mal in der Werbepause eine Mail schreiben kann, ists durchaus mal etwas dunkler, da wären ein paar LEDs dafür die Krönung eines ansonsten wirklich sehr gelungenen Tablets.
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