Zum Asus eeePC fällt ein Urteil nicht schwer: Das Mini-Subnotebook kann begeistern - fast auf der ganzen Linie.
Mir sind schon viele technische Geräte untergekommen, aber nur wenige waren software- wie handwareseitig so durchdacht wie der eeePC. Und das bei einem Kampfpreis für ein Subnotebook von unter 300 EUR.
Zugegeben: Anfangs War ich skeptisch, ob der eeePC meine Erwartungen angesichts des günstigen Preises erfüllen kann. Aber zunächst überraschte mich die Hardware positiv: Die Verarbeitung macht insgesamt einen guten, wenngleich nicht außergewöhnlich robusten Eindruck. Im technischen Einsatz besticht der Kleine aber - vor allem in Sachen Geschwindigkeit muss sich das Gerät nicht hinter teureren Notebooks verstecken. Überzeugen können auch Display, Tastatur, Lautsprecher und Webcam. Zudem ist das Gerät mit seinen wohlgewählten Anschlüssen bestens für den alltäglichen Gebrauch gerüstet.
Auch die mitgelieferte Software kann begeistern. So legt Asus nicht nur sämtliche Treiber für WinXP bei. Auch beinhaltet eine der beiden DVDs ein Image des Linux-Betriebssystems, das nach evtl. Installation von WinXP per USB-Stick wiederhergestellt werden kann. Die XP-Treiber sind übrigens sehr gut auf Windows abgestimmt und ebenfalls sehr durchdacht, sodass man bei Verwendung von XP nicht auf spezielle Funktionen des eeePC verzichten muss (etwa Tastenkürzel zur schnellen Steuerung des eeePC).
Das mitgelieferte Linux-System ist einfach zu handhaben und daher Anwendern zu empfehlen, die schnell und ohne weitere Schritte das Subnotebook nutzen sollen. Wer auf Win XP nicht verzichten will: kein Problem. Asus beschreibt im beiliegenden Handbuch, wie eine XP-Installation (von CD oder Wechselmedien) vonstatten geht.
Ich nutze den eeePC mit XP und bin sehr überrascht, wie fix das Gerät selbst ohne Speichererweiterung läuft. Kein Vergleich zu meinem zugegebenermaßen veralteten Notebook von anno 2000. Da ich berufllich aber auch aktuelle Dell-Notebooks nutze, kann ich auch hier sagen: respekt wie sich der eeePC schlägt.
Die mitunter genannten Mängel "kleine Tastatur" und "zu kleiner Bildschirm" kann ich nicht teilen. Sicher ist es einfacher, auf einer Desktop-Tastatur zu schreiben. Mit etwas Eingewöhnung macht aber auch das Schreiben auf dem eeePC keine Probleme - wobei auch ich keine Doktorarbeit auf dem Asus schreiben würde.
Der Monitor ist klein, stimmt - wie eben das ganze Gerät. Mir bereitet das lesen von Texten etc. keine Probleme. Auch die recht kleine horizontale Auflösung von 800 Punkten, die beim Surfen zum horizontalen Scrollen zwingen kann, ist zu umgehen. Etwa durch die Nutzung eines Browsers, der die Horizontale auftomatisch anpasst (Opera).
Nachteilig ist sicher, dass Asus seit Ende April einen weniger starken akku (4400 mAh statt 5200 mAh) beilegt. Der nun schwächere Akku soll bei "Office-Betrieb" etwa 2,5 Stunden durchhalten, während der ältere Akku wohl drei Stunden lief. Nun, das ist schade - aber nicht zu ändern.
Insgesamt kann ich das Gerät jedem ans Herz legen, der ein günstiges, vielseitiges, wohldurchdachtes, kleines und zugleich preisgünstiges Subnotebook sucht. Von mir bekommt der eeePC (und Asus) 5 Sterne.