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Nach dem Tod des alten Mannes lebt Edward alleine in einer in sich zusammenfallenden, gotischen Burg am Ende einer pastellfarbenen Vorstadt voller frustrierter Hausfrauen und berufstätiger Ehemänner der 50er Jahre. Eines Tages endet jedoch seine Einsamkeit durch den Besuch von Peg (Dianne Wiest), der vor Ort ansässigen Avon-Beraterin. Niemand weiß von Edwards Existenz und auch Pegs Besuch stellt eher einen Ausdruck ihrer Neugierde dar. Wer in der Ruine wohl leben mag?
Als Peg Edward entdeckt, lädt sie ihn ein, mit ihr zu kommen. Edward wirkt blass, durch seine Scherenhände ist sein aschfahles Gesicht mit Wunden übersät. Peg entschließt sich, für ihren Berufsstand nicht ungewöhnlich, dem jungen Mann ein wenig Farbe zu verpassen. So folgt Edward der Avon-Lady in die Vorstadt -- wo er sich in kürzester Zeit zum beliebtesten Jüngling weit und breit entwickelt. Mit seinen Scherenhänden gestaltet er die wunderbarsten Pflanzenkunstwerke, seine Fähigkeiten als Haarkünstler sind schon bald legendär. Die Stimmung der Vorstädter gegenüber dem Außenseiter ändert sich jedoch schlagartig, als sich Edward in Pegs Tochter Kim (Winona Ryder) verliebt.
Die meisten Filme von Tim Burton sind visuell aufwändige Fantasy-Spektakel mit einer für Hollywood ungewöhnlichen Bildästhetik. Aus diesem Reigen sticht Edward mit den Scherenhänden heraus, denn er ist ruhiger und weitaus emotionaler als Burtons übrige Werke wie zum Beispiel Batmans Rückkehr oder zuletzt Sleepy Hollow.
Für Johnny Depp war Edward mit den Scherenhänden der erste erfolgreiche Film nach seinem Wechsel vom Fernsehen auf die Kinoleinwand. Depp gelingt es perfekt, Edwards kindliche Verletzlichkeit darzustellen, während seine Äußerlichkeit eher eine Verwandtschaft zu klassischen Leinwandvampiren wie Nosferatu oder den Schlafwandlern aus Das Kabinett des Dr. Caligari aufweist. Dabei ist diese Nähe zum klassischen Horrorfilm durchaus gewollt: Es sind oft die Monster, die unser Herz mit einer gewissen Tragik berühren. Eine Tragik wie die von Edward mit den Scherenhänden. --Bret Fetzer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschönes, zeitloses Märchen mit einer wichtigen Botschaft,
Von Tark "Tras" (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Edward mit den Scherenhänden [Special Edition] (DVD)
Regisseur Tim Burtons Werk, das im Jahre 1990 produziert wurde, und im ersten Semester des Jahres 1991 seinen Weg ins internationale Kino fand, ist eine absolut gelungene Genre-Symbiose als Drama, Komödie und moderne Fantasy zugleich. Diese Kombination gelingt dem kreativen Burton auf wundersame Weise so perfekt, dass man als Zuschauer in eine Welt eintaucht, dessen phantastischer Atmosphäre mit den kunstvoll inszenierten Kulissen sich nicht mehr entziehen kann. Man erkennt besonders an und nach diesem Film die meisterliche Handwerkskunst des ehemaligen Zeichners aus den Walt-Disney-Studios.Die Handlung ist ebenso kreativ inszeniert wie all die anderen Aspekte des Filmes. Dabei versteht sie es, eine klare Botschaft zu überbringen und lässt besonders junge Zuschauer zuweilen nachdenklich im Sessel zurück. In unserer heutigen Gesellschaft offenbart sich oft das Bild, dass man grob gesagt mit Akzeptanz kämpfen muss, wenn man sich in einer gewissen Art und Weise als menschlich ungewöhnlich herausstellt oder schlicht und einfach "anders" ist, als die bekannte Masse. Das alleine müsste aber noch kein Grund für eine scheiternde Eingliederung sein, denn "anders" kann auch Abwechslung und damit verbundenes, offenes Interesse mit positiver Resonanz mit sich bringen. Leider gibt es Vorurteile schon, seit die Menschheit selbst existiert. Edward mit den Scherenhänden ist ein kreativer Kopf, der mithilfe seiner Scheren wunderbare Kunstwerke vollbringen kann und damit die Aufmerksamkeit vieler Leute im Umkreis auf sich zieht. Diese begegnen ihm zuerst mit offenkundiger Skepsis und ablehnender Distanzierung, später aber mit freudiger Neugier und freundschaftlicher Akzeptanz, da sie erkennen, dass Edward mit seinen Talenten den vielen Menschen mit Freude einen Gefallen macht und Gutes vollbringen will, sich nicht als das im Vorfeld furchteinflössende Monster herausstellt. Mit der Zeit werden die Menschen eigennützig, sie wollen immer mehr von Edward. Bedrängen ihn in ihrem egoistischen Starrsinn, beanspruchen ihn manchmal gar für sich selbst. Nutzen ihn schamlos aus. Ihm werden letztendlich sogar Delikte angehängt, die er nur seiner Naivität zu verdanken hat. Unser Hauptprotagonist kommt damit in seiner Unkenntnis und Unerfahrenheit je länger umso mehr nicht klar, hat nie gelernt, mit solchen Menschen umzugehen. Als er seine persönliche Missstimmung und Verärgerung über diese Situation zeigt, verstossen sie ihn. Er gilt nun als das Monster, wie er sich ohne die inneren Werte wie anfangs in seiner ausschliesslich optischen Form dargestellt hat. Dieser Film zeigt die vielfältigsten Schwächen des menschlichen Daseins. Er ist zugleich ein Plädoyer für Zurückhaltung und Verständnis, aber auch für Akzeptanz und Annahme des "Anderen". Für mich stellt der Film ausserdem dar, was man im Verhalten in der Koinzidenz zweier Kulturen alles falsch machen kann. Die schauspielerischen Leistungen überzeugen. Johnny Depp, welcher zuvor seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Komparse-Jobs verdiente, wurde mit dieser Rolle endgültig zum Star. Er schafft es, der Figur des Edward die Unschuld und Naivität des änstlichen Aussenseiters gekonnt einzuflössen. Aber die anderen Schauspieler stehen ihm in nichts nach. Die profilierte Dianne Wiest spielt die Rolle der Avon-Beraterin, die den verlassenen Edward vorfindet und aus Mitleid bei sich aufnimmt, mit herzerwärmender Hingabe. Auch Winona Ryder zeigt hier, was sie kann, obwohl man an manchen Stellen schon das Gefühl hat, dass sie in ihrer Rolle der Kim, in die sich Edward verliebt, nicht immer gefordert wird. Worin sich der Film besonders aus der Masse hervorhebt, ist seine einzigartige Atmosphäre. Die Kulissen und Hintergründe gestalten sich ausserordentlich abwechslungsreich und ideenreich, scheinen aus einem Märchenland entsprungen zu sein. Sie beflügeln die Phantasie des jeweiligen Zuschauers auf melancholische Weise, erinnern uns fast schon an die Umgebungen aus dem Werk "Nightmare before Christmas" desselben Regisseurs aus dem Jahr 1993. Die Musik verbindet sich mit diesen Eindrücken zu einem einheitlich wunderbaren Mosaik. Sie erklingt sehr skurril und trägt in ihrer Seltsamkeit stark zur atmosphärischen Dichte bei. Fazit: Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, wie ich zugeben muss. Die gekonnte Verschmelzung von dramatischen, phantastischen Elementen und der einmalig, atmosphärischen Bildsprache, machen diesen Film auch heute noch zu einem aussergewöhnlichen Filmerlebnis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
nachdenkenswertes Drama!,
Von S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Edward mit den Scherenhänden [Special Edition] (DVD)
Er hat sein Werk fast vollendet. Sein Geschöpf ist ein wunderschöner, zarter junger Mann. Einzig die Hände muss er seiner Kreatur noch anpassen. Doch er verstirbt, ehe er den von ihm erschaffenen Menschen, den er Edward nennt, von seinen riesigen Scherenhänden befreien kann. Edward lebt nun völlig allein in dem riesigen, verfallenden Schloss. Er versucht, trotz der Scheren ein normales Leben zu führen.Eines Tages begegnet er Peg. Die Avon-Beraterin der nahen Kleinstadt ist neugierig in die Ruine eingedrungen, weil sie herausfinden will, ob dort noch jemand lebt. Sie ist fasziniert und gerührt von der einsamen, blassen Gestalt. Sie beschließt, dem jungen Mann Farbe in sein Leben zu bringen. Wortwörtlich, indem sie ihn kosmetisch verschönert und indirekt, indem sie ihn zu sich nach Haus mitnimmt. Das Leben von Edward ändert sich schlagartig. Zunächst versucht er sich zu verbergen und niemandem vor die Augen zu treten. Da er sich aber als wundervoller Gärtner erweist, wird er in kürzester Zeit zu einer Berühmtheit in der biederen Siedlung. Seine Pflanzenkreationen sind so schön, dass er von nun an einen Garten nach dem anderen verschönern soll. Er wird zu einem gern gesehenen Gast - niemand scheint sich an seinen Scherenhänden zu stören. Wäre da nicht Pegs Tochter Kim. Das scheue junge Mädchen und der innerlich seit dem Tod seines Erschaffers einsame und traurige Edward verlieben sich ineinander. "Edward Scissorhands", 1990 in die amerikanischen Kinos gekommen, wird als Fantasy-Film, Drama und Romanze kategorisiert. Manchmal ist auch von Horrorelementen, komödienhaften Aspekten und einer Groteske oder einem modernen Märchen die Rede. Dass die Einordnung schwer fällt, vielleicht sogar unmöglich ist, hat einen einfachen Grund: Tim Burtons erster großer Kinoerfolg ist einmalig. Er verwendet eine atemberaubende Bildsprache, die in traumhaft schönen Bildern eine traurige und manchmal urkomische Geschichte erzählt. Eine Einordnung ist unmöglich, weil Burton sich zahlreicher Genre-Elemente bedient, ohne die Eigenständigkeit seiner Geschichte zu gefährden. Der Zuschauer hat das Gefühl, einer, obwohl unmöglichen, wirklichen Geschichte beizuwohnen, die bei aller Tragik und anrührender Momente das Seelenleben einer Figur bloßlegt, die ein Außenseiter der Gesellschaft ist. Das Märchenhafte dieses Films, die unglaubliche Chance, die sich dem "Monster" bietet, lässt alle Emotionen - von Mitleid über Hoffnung bis hin zu Abscheu - im Zuschauer wach werden und konterkariert diese immer wieder mit einem unvorhersehbaren Geschehen. Die komischen Momente bleiben einem im Halse stecken, die anrührenden Szenen werden gebrochen durch harten Realismus. Zentral ist hierbei nicht die Dialogführung, sondern die Bildsprache Burtons. Er überhöht stilsicher die Emotionen und Reaktionen der Menschen auf den Außenseiter und weitet die Geschichte fast zu einer griechischen Tragödie. Zwangsläufig unterlässt er den meist banalisierenden Hang Hollywoods zu einem Happy End und betont die Ausweglosigkeit und das schicksalhafte Ende der Beziehung zwischen Kim und Edward, zwischen dem vermeintlich Normalen und dem offensichtlich Andersartigen, Fremden. Sein Märchen wird zu einem Drama, einer Tragödie, nicht weil die Geschichte so entworfen wurde, sondern weil sie sich zwangsläufig so entwickeln muss. Kamerafahrten, Schnitte, Personenführung und Dialoge verstärken diesen Effekt. Dieser erste große Erfolg Burtons ist neben Drehbuch, Regiearbeit und Kameraführung auch Jonny Depp geschuldet. Er spielt Edward mit einer Gänsehaut erzeugenden Intensität. Sein seelenvoller Blick, sein fast minimalistisches Spiel geht zu Herzen und lässt Edward zu einer realen Person, zu einem fühlenden Menschen werden. Neben ihm verblassen zwangsläufig - und von Burton gewollt - alle anderen Darsteller. Ebenso beeindruckend und bis ins kleinste Detail gelungen ist die Filmmusik. Der Komponist Danny Elfman unterstützt Burton und seine abwechslungsreiche Geschichte mit einem variantenreichen Soundtrack, der zu jeder Zeit Bilder und Dialoge unterstützt und die emotionale Tiefe, die der Film erzeugt, verstärkt. Fazit: Einer der ersten Filme Burtons ist gleich einer seiner besten. Dieser grandiose Kinofilm von 1990 erschien zwar erst elf Jahre später auf DVD, dafür aber mit einem interessanten separaten Audiokommentar von Regisseur Tim Burton und von Komponist Danny Elfman. Zudem kann man den Film mit der Original-Tonspur in Englisch genießen. Da auch der Preis für die DVD stimmt, steht einem erfreulichen Fernsehabend nichts mehr im Wege. Stefan Erlemann Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein bitteres und zugleich wunderschönes Märchen,
Von Markus Aurelius "maka" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Edward mit den Scherenhänden [Special Edition] (DVD)
Dieser Film lässt einen träumen, trauern, lachen, weinen, nachdenken oder einfach nur die Bilder geniessen.Tim Burton versteht es das Publikum in eine Stimmung zu versetzen, die man nur noch aus Erinnerungen an die Märchenstunden bei den Großeltern kennt. Der Film ist in seiner Ausstattung großartig und das gesammte Produktionsdesign lässt einen in eine wunder- und gleichzeitig furchtbare Welt eintauchen in der Unschuld und Intoleranz, sowie Liebe und Hass benachbart leben. Johnny Depp brilliert als naiver "Fast-Mensch" und Winona Ryder als engelsgleiche Unschuld. Die Story schlägt einen von der ersten Minute in den Bann und lässt einen auch in ihren dunkelsten Momenten nicht mehr los. Untermalt von einem der besten Soundtracks seiner Zeit von Danny Elfman (Sleepy Hollow, Mars Attacks!) und einem sehr schön animierten Menü mit vielen Special, wie Trailer und Produktions-Skizzen, erlebt man die fantastische Welt von Tim Burton und will auch so schnell garnicht wieder zurück. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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