Danny Elfman in einem Atemzug mit Filmmusik-Grössen wie John Williams, Jerry Goldsmith oder James Horner zu nennen, wäre einerseits schmeichelhaft, da sein Bekanntheitsgrad sicherlich nicht dermaßen hoch ist, würde ihm aber andererseits auch nicht gerecht. Die Kompositionen Elfmans haben allesamt den Hauch des Unvergleichlichen an sich, seien es nun die Soundtracks zu "Beetlejuice", "Batman Returns" oder "Men In Black". Sie alle klingen archetypisch nach Elfman, sein Faible für leichte Hauptinstrumente wie Glocken und Flöten, die mit wuchtiger Orchesterbegleitung Melodien von einfacher, aber gänsehauterregender Schönheit vortragen, überstrahlt alles. Elfmans wahrscheinlich großartigstes Werk liegt hier im Soundtrack zu Tim Burtons surrealem Wintermärchen "Edward mit den Scherenhänden" vor. Um mehrere unheimliche, aber auch geisterhaft schöne Hauptthemen herum entwickelte Elfman hier einen unvergesslichen Score, in dem menschliche Tragik und comichafte Spaßarabesken gegeneinander kämpfen und mal der eine, mal der andere gewinnt. Abwechslungsreich kommen einzelne Filmsituationen zu Geltung; Spannung und Tragik, aber auch Komik und Fantasie werden vorzüglich zum Ausdruck gebracht. Dies alles stellt Elfman vor eine traumhaft winterliche Atmosphäre aus zarten Kinderchören, eindringlichen Streichern und Glockenspiele, die vor den Augen des Hörers imaginäre Schneeflocken zum tanzen bringt. Ein gänsehauterregender Genuss von der ersten bis zur letzen Minute.