Aus der Amazon.de-Redaktion
Edward Hopper war der Meister melancholischer Momente, der Fachmann für gemalte Einsamkeit, die im künstlichen Elektro- oder gleißenden Sonnenlicht wie auf einer kahlen Theaterbühne urplötzlich aufblitzt. Wie umwerfend traurig ihm das auf zahllosen Gemälden immer wieder gelang, kann man nun in dem aufwändig gedruckten Band zur Ausstellung im Museum Ludwig in einer beeindruckenden Werkreihe nachvollziehen. Gleichzeitig gilt es viel neues zu erfahren, zum Beispiel über das impressionistisch wirkende Frühwerk der Pariser Zeit, in der Hopper sein Auge für das Sonnenlicht schulte und zu einer Auffassung von Farbe als emotionalem Träger fand.
In klugen Beiträgen wird beleuchtet, wie stark der Einfluss des Film Noir auf das uvre des Malers war und wie stark er selbst auf die Ästhetik etwa von Filmemachern wie Alfred Hitchcock, Francis Ford Coppola und Wim Wenders oder auf Künstler wie Luc Tuymans wirkte. Vor allem dies macht Edward Hopper zu einem Erlebnis, dass den Leser nicht nur alte Bekannte wieder-, sondern auch neue Aspekte entdecken lässt. -- Stefan Kellerer
Kurzbeschreibung
Wenige isoliert und nachdenklich wirkende Figuren beleben Edward Hoppers schlaglichtartig beleuchteten Tankstellen, All-Night Diners, Motelzimmer und Büros. Niemals direkt narrativ, besitzen die zurückhaltenden, sorgfältig ausgeführten Ölbilder und Aquarelle eine zeitlose, universelle Qualität, deren Aussagen zur Condition humaine ein riesiges Publikum weltweit berührt haben. Die vorliegende, definitive Studie zum "amerikanischsten" aller Künstler begleitet die erste umfassende Hopper-Retrospektive seit 20 Jahren in Deutschland und stellt sein Werk in den Kontext amerikanischer und europäischer Kunst der Epoche - beginnend mit seinen frühen Gemälden über die zu Ikonen gewordenen Manhattan-Bilder, bis hin zu seinen späten, zunehmend minimalistischen Arbeiten, die mehr als sechzig Jahre später entstanden. Sie untersucht zudem erstmals den Einfluss des Film noir auf seine Arbeit sowie im Gegenzug Hoppers nicht zu unterschätzende Wirkung auf andere bedeutende Kreative wie Alfred Hitchcock, Francis Ford Coppola, Norman Mailer, John Updike, Peter Doig oder Luc Tuymans. Zum Künstler:
Edward Hopper (1882-1967), geboren in Nyack, New York. 1924 erste Einzelausstellung. 1933 Retrospektive im Museum of Modern Art, New York. 1952 Teilnahme an der Biennale von Venedig. 1968
Ausstellungen: Tate Modern, London 27.5.-5.9.2004 · Museum Ludwig, Köln 9.10.2004-9.1.2005