Waren die White Zombie sowie die bisherigen Rob Zombie CDs stets eine brodelnde Mischung aus knallhartem, aber stets groovigem Metal und Soundcollagen aus diversen B (oder C oder D!) Movies und konnte man über diese absurde Mischung auch oft genug lachen, macht Rob Zombie mit der neuen Scheibe Ernst.
Die CD ist zwar nicht härter als das absolut geniale Vorgängerwerk "The sinister urge" (eine meiner absoluten Lieblings-CDs), verströmt aber in den meisten Songs eine extrem düstere Grundstimmung, so dass - rein stimmungsmäßig - Down oder Danzig nicht allzu weit entfernt sind.
Ab und blitzt der alte Groove wieder auf, wie zum Beispiel bei der Singleauskopplung "Foxy, foxy". Meistens regiert aber Düstersound pur.
Rob Zombies STimme erinnert mehr denn je an die von Alice Cooper und auch die Musik erinnert an eine leicht aufgepeppte, groovigere Version des Altmeisters. Rob Zombie hat bis auf Bassist Blasko auch die Band ausgetauscht und so hört man auf dieser CD erstmalig wiederholt Gitarrensoli, die sich aber perfekt in den Gesamtsound integrieren. John5 (der auch schon die Klampfe für Größen wie Rob Halford, David Lee Roth oder Marilyn Manson geschwungen hat) macht einen sehr guten Job mit teils morbiden, sich perfekt in die Gesamtstimmung integrierenden Sounds.
Mir fehlt der alte Dampframmen Sound trotzdem etwas - von daher nur 4 Punkte. Live geht das Ganze aber mit Sicherheit gehörig ab.
Zu den Songs:
1. Sawdust in the blood: fieses Intro. Da werden doch gleich Erinnerungen an Zombies aktuellen Film "The Devil's rejects" wach - nix für schwache Nerven.
2. Weiter gehts mit American Witch. Absoluter Hit, unwiederstehlicher Groove - einfach klasse!
3. Foxy, foxy - hätte auch gut auf "The sinister urge" gepasst. Pornosamples, ein Refrain den man nicht wieder vergißt und - GROOVE!
4. 17 year locust - total schräge Gitarrenmelodie. Morbide schleppend. Black Sabbath lassen grüßen.
5. The scorpion sleeps - naja, für mich ein echter Ausfall. Hört sich an wie ein schlapper Aufguß von Mansons "Beautiful people". Langweiliger Shuffle Rhythmus und nerviger Refrain...
6. 100 ways - recht langweiliges dafür aber gruseliges Instrumental
7. Let it all bleed out - jaaa! So wollen wir es. KÖnnte von den Guitars her auch von Rammstein sein. Uptempo mit typischen Rob Zombie Vocals. Müsste live voll abgehen.
8. Death of it all - hier lassen Down grüßen. Akustische Gitarren bilden ein unheimliches Intro zu einem schleppenden Doom-Monster. Ziemlich gut, läßt aber jeglichen Zombie-typischen Humor absolut vermissen (wie leider der Großteil der CD).
9. Ride - relativ langweilig. Auch wieder Akustik-Gitarren-Intro, wieder relativ schleppend. Mittelklasse.
10. The Devil's rejects - klasse! Auch wieder schleppend, aber super düstere Stimmung und klasse Refrain. Hammersong!
11. The lords of Salem - noch ein Hammersong zum Schluß. Auch hier regiert Düsternis und Black Sabbath sind hier nicht weit.
Summasummarum interessante Weiterentwicklung. Aber ernsthafte Bands gibts eigentlich schon genug - ich fand den alten Stil cooler...