Eduard Mörike, der "Mozart der deutschen Sprache" sollte wieder mehr gelesen werden, ich meine damit zumindest seine Gedichte.
Das Buch von Ehrenfried Kluckert bietet eine gute Gelegenheit, über die Biografie Neugier und Interesse an Mörikes Werk (neu) zu entwickeln. Kluckert geht den verschiedenen Lebensstationen Mörikes, von Ludwigsburg über Stuttgart und Urach, Tübingen und Cleversulzbach, Wermuthshausen, Schwäbisch Hall, Mergentheim und zurück nach Stuttgart voller Passion nach.
"Für die Schwaben", so schreibt Kluckert, "war und ist Mörike heute noch in erster Linie der Heimatdichter, der humorvoll Idylliker und schließlich der Idealtypus des musischen Landpfarrers". Was die meisten Literaturfreunde indes bis heute begeistert, sind die "aus seinem innersten Seelengrund heraufquellenden Worte". Nicht umsonst galt Mörike schon zu Lebzeiten "als bedeutendster Lyriker nach Goethe".
Die (übrigens nicht von einem Schwaben sondern - das macht auch den Reiz des Buches aus -, von einem geborenen Hamburger geschriebene) gut verständliche und lesbare Biografie, gibt eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Leben, Charakter und Werk des großen Schwaben wieder einmal zu beschäftigen. Es lohnt sich. Allein schon wegen des Gedichts: "An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang".