Demnächst wird ein Film über das Leben der einzigartigen Edith Piaf in die Kinos kommen und sicher noch einmal das Interesse einer jüngeren Generation auf die Künstlerin lenken. Monique Langes Biographie, die es schon seit einigen Jahren gibt, informiert und unterhält gleichermaßen, zumal neben dem biographischen Text viele Bilder das Leben und Wirken des "Spatz von Paris" untermalen.
In Frankreich freilich, zumal in Paris, gehört Edith Piaf bis heute zu den meist verehrten Künstlern. Bei einem Besuch an ihrem Grab auf dem Pere Lachaise kann man sich davon überzeugen, wieviel Verehrung ihr bis heute entgegengebracht wird.
Bei der Lektüre dieser Biographie wird vor allem eines deutlich: Paris und Piaf sind zwei Seiten einer Medaille, beide gehören untrennbar zusammen und nirgendwo sonst hat sich die Sängerin so wohl gefühlt, nirgendwo sonst ist so geliebt worden, wie in ihrer Heimatstadt. Aufgewachsen in bitterarmen, ja asozialen Verhältnissen hat sie immer eine ganz besondere Neigung zu den Vergessenen, Zu-Kurz-gekommenen, kleinen Leuten gehabt. Ihr Aufstieg aus mehr als halbseidenem Millieu vollzog sich unaufhaltsam. Große Künstler wie Jean Cocteau begleiteten ihren Weg von der TingelTangel-Künstlerin in die großen Sääle.
Edith Piaf blieb eine Getriebene, stets auf der Suche nach Liebe gab sie oft mehr als sie hatte, auf der Bühne und im Privatleben, emotional und materiell. Dafür wurde sie von ihren Fans auf Händen getragen und die Stadt trug kollektiv Trauer, als sie 1963 im Alter von nur 47 Jahren starb.
Sie war eine ungeheuer charismatische Künstlerin mit biographischen Brüchen, die wohl mit zum "Mythos Piaf" beitrugen.
Dieses wunderschöne Buch aus dem Insel-Verlag bringt dem Leser diese Persönlichkeit näher.