Mal ganz abgesehen davon, dass der Plot dramaturgisch von der ersten bis zur letzten Sekunde keinerlei Überraschungsmomente vorzuweisen hat und man sich gar den Verlauf der ganzen Story intuitiv sofort erschließen kann, bleibt die Besetzung überaus fraglich. Auch krachende Actionszenen, an denen es nicht fehlt, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass da zumindest ein Schauspieler fehl am Platze ist. Morgan Freeman? Nein, sicherlich nicht. Es ist der süße Justin Timberlake, dessen musikalische Fähigkeiten unumstritten sein mögen. Sein Schauspieldebut in der Rolle eines übereifrigen Journalisten, der sein Leben für den Pulitzerpreis geben würde, kann lediglich als bemüht verstanden werden. Immerhin! Die von seinen Fans so geliebte bübchenhafte Piepsstimme tut da neben seiner allzu bemühten Abgeklärtheit und seinem aufgesetzten Übereifer, die Welt vom Bösen befreien zu wollen, ihr Übriges. Alles funktioniert in diesem Film nach den üblichen Gesetzen. Die Raffinessen liegen höchstens in der Technik, den netten Effekten und Kamerafahrten, denn auch seine Schauspielkollegen, vor allem Spacey, hinterlassen kein wirklich rundes Bild. Dass das Ganze nicht ins Lächerliche abrutscht, ist den Cops (LL Cool J und Dylan McDermott) und einem wunderbaren Morgan Freeman zu verdanken, die zwar im Grunde auch nur leere Rollenhüllen füllen, dem Film aber charaktertechnisch ein wenig Halt verleihen. Dass Timberlake mit dieser Rolle bewirken wollte, „nicht mehr mit dem Strom zu schwimmen“, ist ihm immerhin gelungen: Er befindet sich jetzt endlich auch im überbevölkerten Meer der Stars, die sich als Multitalente sehen. Fazit: Ein paar Timberlake-geile Teens werden sich hinreißen lassen
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Sounds sind fett, die Bilder klar. Vor allem die Arbeit von Kamera, Beleuchtern und Schnitt weiß zu bestechen. Technisch gibt es kaum etwas auszusetzen, sieht man von gelegentlicher Bildkörnung oder den etwas lau ausgefallenen Extras ab.
Bild: Die Farbwerte sind hervorragend und von herausragender Klarheit. Auch der vielleicht etwas seltene Einsatz von Farbfiltern vermag, interessante Stimmungen zu erzeugen (Krankenbett 00:25:06), selbst wenn die Auflösung sehr darunter leidet. Der Umgang mit Licht und Schatten wird gekonnt beherrscht. Unschärfen in den Gesichtern entpuppen sich schnell als ein raffiniertes Spiel mit verschiedenen Fokussierungstechniken (Autoinsassen durch Frontscheibe, 00:52:11). Partielle Unschärfen (Schrift rechts, 00:21:53) wechseln sich mit schön belichteten Details ab, deren Schärfe ganz unvermutet plötzlich hochgezogen wird (Gesichter, 00:25:54). Die Schärfewerte bleiben häufig außergewöhnlich brillant (Spacey im Vordergrund, 00:30:50), auch wenn sich im Raum weiter hinten etwas tut. Leichte Pixel im Disconebel (00:34:48) sind verzeihbar. Ansonsten bestimmt der Schnitt durch Zeitraffer und Zeitlupen an gut ausgewählten Stellen den Film. Beeindruckende Ideen finden sich auch im Übergang aus der Szene in den Slitscreen, wenn nämlich eine einsetzende Fahrstuhlbewegung übergangslos in einen Splitscreen hinein gleitet. Raffiniert!
Ton: Der Raumklang entpuppt sich in der DTS-Version zwar etwas gedrungener als auf den anderen Spuren, gleichermaßen fällt er dadurch aber auch subtiler aus. Während der Flashbacks und Actionszenen (Überfall der Cops auf Drogendealer, 00:03:22) grollt und knallt es ordentlich aus allen Boxen, hier wird das Volumen ausgereizt, an Dynamik fehlt es allerdings. Die Soundkulisse ist vielschichtig, so entwickeln sich in der Gleichzeitigkeit verschiedener Effekte, Sprache und Musik keinerlei störende Überlagerungen. Ganz im Gegenteil fällt auf, wie fein der Sound abgemischt ist. Das Orchester summt und wiegt harmonisch zwischen den Lautsprechern hin und her, wobei das Surround nicht an seine Grenzen zu gehen wagt, sondern irgendwo im Mittelfeld versiegt. Einzelne Geräusche sind überdeutlich und sehr ausfüllend gestaltet (Geräusch der einrastenden Chipkarte, 01:06:56). Die Sprache ist in der Originalversion wesentlich authentischer mit der Kulisse verwoben. Die deutschen Spuren sind dementsprechend besser zu verstehen, allerdings wirkt die Sprache aufgesetzter und nicht so motiviert wie das Original. Die sanften Popsongs gehen gut in die Ohren und kommen stets zu rechten Zeit.
Extras: Im "Behind the Scenes" sind die Bildwerte lediglich während der Splitscreens unbefriedigend. Es befinden sich Kommentare der Mitwirkenden zu dem, was sie über Korruption und Pressearbeit in den USA wissen. Ausschnitte und kurze Interviews wechseln sich dabei ab. Wirklich informativ ist es nicht, wenn man erfährt, dass Justin Timberlake irgendwann aufgehört hat, sich über Pressearbeit zu informieren, da er den Journalisten ja möglichst naiv spielen wollte, was übrigens gelungen ist, betrachtet man das Ergebnis aus dieser Perspektive. Die musikalische Untermalung des Menus ist so dick und gewaltig, dass man sie wirklich nicht weiterlaufen lassen kann, klingelt mal das Telefon oder muss man sich kurz um etwas anderes kümmern. --movieman.de