Kurzbeschreibung
Edgar Reitz gilt international als einer der bedeutendsten deutschen Regisseure aus der Nachkriegs-Generation, die mit dem »Oberhausener Manifest« 1962 eine neue Epoche der Kinogeschichte einleiteten. Dem heimischen wie einem internationalen Publikum ist Reitz durch die »Heimat«-Zyklen wohlbekannt, weniger durch seine erstaunlichen Produktionen vor der »Heimat«, die es wieder zu entdecken lohnt. Im Mittelpunkt des Bandes steht ein beinahe 15 Stunden dauerndes »Intensiv-Interview« mit Edgar Reitz, das bisher wohl längste, das er je gegeben hat. Darin teilt der Regisseur weithin unbekannte Erinnerungen und Gedanken mit, zu seiner Laufbahn und seinen Filmen, zu Zeitgenossen und Wegbegleitern. Zum ersten Mal veröffentlicht werden darüber hinaus Studien, Essays und Ansprachen des Filmregisseurs: Konzepte, Ideen und Fragmente, minima moralia und minima aesthetica zum Drehbuch, zur Zukunft des Geschichtenschreibens, zu Stanley Kubricks »Eyes Wide Shut«, zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede, Vorträge, die Edgar Reitz zu den Verleihungen der Ehrendoktor-Würde an ihn gehalten hat ferner Ausschnitte aus einem umfangreichen Produktionstagebuch, das Edgar Reitz bei der Vorbereitung von »Heimat 3« niedergeschrieben hat.
Über den Autor
Koebner, Thomas, geb. 1941; Professor Emeritus der Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in München, während dieser Zeit hauptberuflich Musikkritiker in München; danach Professuren für Literatur- und Medienwissenschaft in Wuppertal und Marburg sowie Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin; Herausgeber der Standardwerke Filmklassiker, Filmregisseure, Sachlexikon des Films sowie der Reihe Filmgenres im Reclam-Verlag; Herausgeber der Schriftenreihe Filmstudien im Gardez-Verlag sowie der Vierteljahresschrift Film-Konzepte und der Reihe Projektionen im Verlag edition text + kritik; zahlreiche Bände und Texte zur deutschen Literatur des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, zum Musiktheater, zur Filmgeschichte und zum Fernsehfilm; neuere Veröffentlichungen: Edgar Reitz erzählt (Hg. mit Michelle Koch, München 2008); Ingmar Bergman – eine Wanderung durch das Werk, München 2009; Federico Fellini. Der Zauberspiegel seiner Filme, München 2010; lebt in München.
Koch, Michelle, geb. 1980; Studium der Filmwissenschaft und Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; promoviert derzeit zum Thema „Das neueste Hollywood zwischen Autorenkino und Mainstream – Christopher Nolan und Paul Thomas Anderson“; zahlreiche Aufsätze zur Filmgeschichte, -ästhetik und Schauspielkunst.