Poe und Goron sind seit bereits 10 Tagen in New Orleans und noch immer wurde der Sarg von Gorons Freundin Lucy, nicht abgeholt. Eines Tages stößt Poe erneut auf seinen früheren Nervenarzt Dr. Tempelton, der sehr überrascht wirkt. Als er daraufhin Poe nach seinen Alpträumen ausfragt und dieser ihm erzählt, dass die Traumpersonen immer wieder das Gesicht des Arztes tragen, sucht dieser unsicher nach Erklärungen...Schließlich lädt Tempelton Goron und Poe in sein Haus ein. Dieses kommt Poe seltsam vertraut vor. Doch er soll noch weitere merkwürdige Entdeckungen machen. So finden sie einen Sarg auf Tempeltons Grundstück und zwei hochinteressante Miniaturen in dessen Schreibtisch. Sie zeigen das Portrait von einer jungen Frau und ... Poe! Goron und Poe öffnen schließlich den Sarg und er erkennt im Gesicht der Toten, das Bild der jungen Frau auf der Miniatur wieder: Lucy. Poe verliert durch einen Schlag auf den Kopf das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, liegt er in einem Sarg. Doch dieses Mal ist es kein Alptraum, er ist wirklich lebendig begraben...
Der hier vorliegende achte Teil der Poe-Reihe vom Lübbe-Verlag kennzeichnet den vorläufigen Höhepunkt der Serie und ist der bei weitem beste und gelungenste Teil hinsichtlich der beunruhigend drohenden Gefahr und der damit verbundenen Spannung und des unvermeidlichen Herzklopfens und Mitfieberns.
Die unheimliche Atmosphäre erinnerte mich stellenweise an Szenen aus „Dracula".: die häufige Abwesenheit des Hausherrn nutzen die Gästen zum Erkunden des Hauses und der Umgebung. Sie stoßen auf viele verschlossene Türen, doch statt einer Gruft finden sie ein Mausoleum.
Die inzwischen charakteristische melancholische und manchmal unheimliche Hintergrundmusik steigt die Spannung ins schier Unendliche. Die Sargszene mit seiner grauenhaft klaustrophobischen Atmosphäre ist erschreckend glaubwürdig und ein echtes Meisterstück.
Auch wenn der achte Teil erneut mit der Originalerzählung Edgar Allan Poes „Scheintote" wenig gemein hat, verdient sie fünf Sterne, wenn nicht gar mehr.
Was wissen wir nun über Poe nach acht Teilen? Wahrscheinlich ist sein richtiger Name Jimmy Farrell und er stand mit Leonie Gorons verstorbene Freundin Lucy in noch ungeklärter Verbindung. Dr. Tempelton will Poe / Farrell aus dem Weg räumen.
Doch, was wir nach wie vor nicht wissen, ist der Grund für Poes Amnesie und Tempeltons kriminellen Machenschaften. Außerdem stellt sich die Frage, in wie weit Miss Goron in diese Geschichte verwickelt ist und wo sie und Dr. Tempelton sich nun befinden. Jede Menge Stoff für Spekulationen und Theorien. So endet der achte und vorläufig letzte Teil mit Poes Worten: „Jetzt war ich nicht mehr auf der Suche. Jetzt war ich auf der Jagd!". Weitere Spannung ist also auf jeden Fall garantiert und somit auch der Kauf der dritten Staffel ;-)