Edgar Allan Poe hofft in Baltimore Angehörige zu finden, die seine Identität bestätigen können. Gemeinsam mit Leonie Goron findet er einen alten Buchhändler, der bei der Erwähnung des Namens Poe außer sich gerät und die beiden Suchenden aus dem Geschäft zitiert. Als Edgar und Leonie kurz darauf erneut in dem Geschäft vorstellig werden, finden sie den Händler in seinem Blute. Vor sich mehrere Theaternotizen, auf denen immer wieder ein Name zu lesen steht: Elizabeth Poe'
Zugegeben in der Kurzbeschreibung findet sich nicht viel Neues, was nicht schon aus dem Klappentext auf dem Inlay stehen würde, doch mehr zu schreiben hieße zuviel von der Handlung vorwegzunehmen. 'Ligeia' hat mit der eigentlichen Geschichte von Edgar Allan Poe nur wenig gemein und beschäftigt sich in erster Linie mit Poes Recherchen in Baltimore, wo seine Eltern wohnten. Tatsächlich findet er ja auch eine Spur, die ihn in das Theatermilieu führt. Hier beweist der Autor Sachkenntnis und hat die bekannten Fakten in die düstere Mär mit eingeflochten. Ein Umstand, der zu einem Großteil den Reiz der Serie ausmacht. Trotz dem Poe in dieser Folge einige wichtige Schritte in seiner Suche vorankommt ist sie in Punkto Spannung und Tempo eher unspektakulär. Dabei beginnt die Episode mit der Flucht in der Kutsche vor den Wölfen wahrlich nicht undramatisch. Wieder mit dabei ist außerdem Dr. Templeton alias Baker, der sich weiterhin auf der Spur von Edgar Allan Poe und Leonie Goron befindet und durchaus über Leichen geht. Der Charakter entwickelt sich mehr und mehr zum unberechenbaren Psychopathen, was durchaus seinen Reiz haben kann. Wie sich die Figur entwickelt bleibt abzuwarten. Unter dem Strich bleibt 'Ligeia' ein Dreipersonenstück, in dem Ulrich Pleitgen (Edgar Allan Poe), Iris Berben (Leonie Goron) und Till Hagen (Dr. Templeton) richtig auftrumpfen können. Die Nebenrollen sind mit Karen Schulz Vobach, Tobias Kluckert und Rüdiger Kuhlbrodt als Buchhändler aber nicht minder passend besetzt. Musikalisch setzt man auf Altbewährtes. Neue Stücke gibt es offenkundig, was schade ist, der Atmosphäre letztendlich aber keinen Abbruch tut. Der Bonustrack 'Ligeia', komponiert und interpretiert von Katharina Franck, ist zwar von der Doppel-CD 'Visionen' bereits bekannt, passt jedoch in Anbetracht des Titels, wie die Faust aufs Auge. Abgesehen davon, dass es sicherlich Hörspielhörer gibt, die sich die Begleit-CD mit den Gedichten und Liedern nicht zugelegt haben und daher den Song noch nicht kennen.