Nachdem ich kürlich ein Buch von Brian Keene gelesen habe, war ich auf der Suche nach einem weiteren Zombieroman. Obwohl ich im Nachhinein auch die schlechten Bewertungen des Buches hier gut nachvollziehen kann, bin ich aber doch froh, dass ich mich von den Guten zum Kauf habe anregen lassen.
Zum Inhalt: Hier nun endlich eine richtige Endzeitstory, wie ich sie mir von einem solchen Buch erwarte. Gleich zu Anfang schlagen sich da die Zombiezähne ins Menschenfleisch und es geht zur Sache. Ein großes Plus des Buches ist der Hauptcharakter, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Für Abwechslung im doch recht vorhersehbarem Zombiegenre sorgt diesmal die verschachtelte Erzählweise. Ja, das mag nicht jedermanns Sache sein, wenn der Autor mittendrin anfängt und unvorbereitet zwischen verschiedenen Vergangenheiten und der Gegenwart hin und her springt, dabei auch schon mal die Protagonisten wechselt und somit für den Leser immer wieder die Frage gestellt wird: Wo sind wir jetzt? Allerdings sollte diese Erzähltechnik nun wirklich keinen lesenden Menschen vor größere Probleme stellen. Ich gebe allerdings zu, dass auch ich mir zwischendurch auch mal gedacht habe: Hoffentlich geht es jetzt mal (in der Gegenwart) weiter, weil ich halt neugierig war. Hier könnte man dem Autor ankreiden, dass der eigentliche Gegenwarts-Plot für die 470 Seiten schon ein bisschen mager ausgefallen ist, während die ein oder andere Vergangenheits-Szene sich schon mal wie eine Wiederholung der Wiederholung lesen kann. Insgesamt ist das Buch aber so geschrieben, dass man locker durchliest und sich davon nicht sonderlich aufhalten lässt.
Die eigentliche Story neben dem atmosphärischem Aufbau hat mir ziemlich gut gefallen, obwohl (oder gerade weil) bereits am Anfang der grobe Ausgang schon klar ist. Ein wenig hatte ich mir die Wendung zum Schluss schon gedacht, fand sie aber dennoch sehr gelungen.
Zum Produkt: Ich teile die Meinung, dass dieses Buch eher eine Billigproduktion des Verlags ist, lasse diesen Umstand aber nicht in meine Wertung mit einfließen, da es letztlich auf die Geschichte ankommt. Trotzdem: Wer die Fantasy-Bücher von Heyne kennt, die ebenfalls in diesem Preissegment liegen, sollte sich auf eine schlechtere Qualität einstellen. Als besonders gewöhnungsbedürftig habe ich die Schrift selbst empfunden: Irgendwie eine Mischung aus Arial und Times, die ein wenig an die Titelschrift EDEN erinnert. Eigentlich ist es ja auch eine ganz nette Idee, die Schrift entsprechend der Thematik auszuwählen. Ich allerdings hatte gerade auf den ersten 20-30 Seiten Probleme damit, die Zeilen zu halten, weil die Buchstaben minimal zu weit auseinander stehen und die Serifen nicht ausgeprägt genug sind, um beim schnellen Lesen mein Auge auf Linie zu halten. Das hat sich später gegeben, aber am Anfang empfand ich es als recht anstrengend.
Fazit: Trotz der kleinen Einschränkungen ist das Buch auf jeden Fall unterhaltsam und wird gerade Zombiefreunden Spaß machen. Wer allerdings auf geradliniges Erzählen Wert legt, sollte vielleicht lieber Abstand nehmen. Leser, die in Sachen Produktion empfindlich sind, schauen sich das Buch vor dem Kauf lieber im Laden an und entscheiden dann - offenbar gibt es hier Qualitätsunterschiede.