Diese Platte ist in der Gesamtkonzeption stimmiger als ihr Vorgänger. Die Musik ist, da muss ich den vorangegangen Kritiken widersprechen, alles andere als simpel. Sie basiert auf Reduktion und Wiederholung, das macht sie aber noch lange nicht simpel. Wie bereits erwähnt Can's Jaki Liebezeit am Schlagzeug und der macht einen guten Job.
Musikalisch hat das Ganze mit NDW wenig zu tun, sondern steht eher in der Tradition deutscher Krautrock- und Prä-Punk Bands vor allem der Düsseldorfer Schule. Wer auf NEU!, La Düseldorf oder Harmonia steht, wird an dieser Platte Gefallen finden.
Die Platte ist insgesamt gesehen sehr düster und strahlt eine eigenwillige Stimmung aus. Die Texte sind teilweise recht poetisch, teilweise aber auch spöttische, dadaistisch wirkende Collagen, die -wie beim Herbergsvater- eher als musikalisches Mittel eingesetzt werden denn als textliche Message. Die Songs gehen teilweise an die Grenze des Allgemeinverträglichen, gerade durch die Monotonie und die finstere Stimmung aber auch durch subtilen, wahrscheinlich nicht für alle sofort zugänglichen, ätzenden Humor in Witt's Texten.
Aber genau das ist der Reiz dieser Scheibe. Ich höre sie immer wieder.