"Ed Gein - A quiet Man", ein Buch das zu meiner Überraschung in deutscher Sprache gehalten ist, war das erste Buch, das ich über jenen Mann gelesen habe, der als Vorlage für die Figur des Norman Bates in Hitchcocks unvergleichbarem Film "Psycho" dient.
Ich muß gestehen, daß ich es an nur einem Abend ausreichend studiert habe, denn das Buch berichtet sehr wenig von Gein selbst, sondern bezieht sich mehr auf die Auswirkungen speziell in Kinofilmen, die er und seine den Leser verstörende Lebensart hatten.
Die ersten fünfzig Seiten waren sehr interessant zu lesen, denn darin ging es um Gein selbst. Nur die abgebildeten Fotografien sind nicht unbedingt jedermanns Geschmack, gewähren aber einen schonungslosen Einblick in die psychotische Existenz dieses Mannes.
Die restlichen 330 Seiten beschäftigen sich vor allem mit den Filmen "Psycho" und "Texas Chainsaw Massacre", in denen die Hauptfiguren dem realen Gein nachempfunden wurden.
Ich hatte immer mehr den Eindruck, daß dies mehr ein Filmbuch ist, denn auf über hundert Seiten erfährt man alles mögliche über die Figurenkonstellationen und sozialen Hintergründe von "TCM", nur der Name Ed Gein taucht nicht mehr auf. Als ich dann bei der Lektüre zu den Kapiteln kam, die sich mit der Wirkung der Hintergrundmusik in den einzelnen Filmen beschäftigen, blieb mir nichts übrig, als dieses Buch enttäuscht zur Seite zu legen.
Wer etwas über Ed Gein erfahren möchte, sollte auf Harold Schechters "Deviant" zurückgreifen. Wer etwas über die Entstehung solcher Filmfiguren wie Leatherface oder Buffalo Bill wissen will, der kommt mit diesem Buch schon eher auf den Geschmack.
Für alle anderen, die interessiert daran sind, etwas über einen der abnormsten und bizarrsten Menschen des 20. Jahrhunderts zu lesen, wird dieses Buch eine große Enttäuschung werden.
Schade, denn ich hatte mir wirklich mehr davon erhofft ...