Dieses Buch bietet eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre.
Nach einer kurzen Einführung in die Methoden der Volkswirtschaftslehre werden die üblichen Felder der Mikroökonomik und Markoökonomik behandelt, also u. a. Märkte, Marktformen, Marktversagen, Konjunktur und internationaler Handel.
Ein wichtiger Aspekt ist der Gegensatz zwischen Effizienz und Fairness. So ist eine Einheitssteuer zwar vielleicht effizient, aber sehr unfair. Das musste Frau Thatcher in England auch erleben... Darüber hinaus muss man die Endlichkeit der Ressourcen und die Umwelt (ganz besonders den Klimawandel) beachten. Jedoch ist nicht jedes Marktversagen dem Markt anzulasten; es kann sich auch um das Fehlen von Eigentumsrechten handeln, was besonders bei der Überfischung der Meere deutlich wird. Im Bereich des Sozialstaats gibt es viele Argumente pro und contra, was exemplarisch an den Philosophen Rawls (Umverteilung ist gerecht) und Nozick (Umverteilung ist Diebstahl) diskutiert wird.
Makroökonomisch ist der Übergang von der kurzen Frist (Preise und Löhne sind fest) zur langen Frist (Preise und Löhne sind flexibel -> Geld ist neutral) wichtig. Dazu wird hier der Zusammenhang zwischen Nachfrage, Inflation und Arbeitslosigkeit (z. B. Okuns Gesetz) heraus gearbeitet. Die mittlere Frist ist dann die Anpassung der Löhne auf dem Weg zum Niveau der natürlichen Arbeitslosigkeit. Die lange Frist stellt man am besten mit dem AS/AD-Modell dar; in der kurzen Frist ist auch das Keynesianische Kreuz sinnvoll. Man muss immer den Multiplikator der Staatsausgaben berücksichtigen (wobei man dessen Minderung durch Steuern oder Importe einrechnen muss).
Für Europa sind die Ausführungen zum Euro, zum Arbeitsmarkt (Stichwort: Eurosklerose) und zur Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland von besonderen Interesse.
Ausgehend von den Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise wird gezeigt, wie Konjunkturpolitik funktioniert. Dabei werden auch Ursachen, Verlauf und Bekämpfung der aktuellen Finanzkrise diskutiert.
Zum Abschluss wird eine Übersicht über die Entwicklung der Volkswirtschaftslehre und deren aktuellen Wissensstand gegeben.
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Mir hat das Buch gut gefallen. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einführungsgeschichte, bietet internationale Vergleiche, Definitionen, Aufgaben und Zusammenfassungen. Manchmal gibt es sogar Karikaturen. So wird das langsame Erkennen der Finanzkrise mit den Zeichentrickfilmen von Wile E. Coyote verglichen (der stürzt immer erst nach einiger Zeit ab, wenn er bemerkt, dass er über einen Abhang lief und keinen Boden mehr unter sich hat). So wird das Buch trotz seiner enormen Länge nicht langweilig.
Warum dann nur vier Punkte? Die Wirtschaftspolitik während der Weltwirtschaftskrise wird mit der aktuellen Finanzkrise verglichen. Im Gegensatz zu Präsident Bush habe dessen Vorgänger Hoover nichts gegen die Krise getan; erst Roosevelt reagierte richtig und der Zweite Weltkrieg beendete wegen der hohen Staatsausgaben die Krise, sodass die Arbeitslosigkeit sank. Leider sind das nur alte Mythen. Hoover war als Macher bekannt und hat Arbeitsbeschaffungsprogramme aufgelegt; Roosevelt hat diese Maßnahmen praktisch nur ausgeweitet. Natürlich beendete der Krieg die Arbeitslosigkeit; das lag jedoch nicht an den Staatsausgaben, sondern an der Wehrpflicht!