Eckhart Nickel ist eine umstrittene Figur im Hallraum der Popliteratur. Nikolaus Sombart portraitierte den Teilnehmer des popkulturellen Quintetts "Tristesse Royale" von 1999 als Kopf des Neo-Dandysmus, während die taz in ihm einen Vertreter des Neo-Konservatismus sieht. In seinen Veröffentlichungen zeichnet der "große Melancholiker" (Volker Weidermann) das Bild einer abgeklärten Generation, die ziellos vor sich hin lebt: "Knapp und präzise beobachtet", so DIE ZEIT, erzählt er in seinem Prosaband "Was ich davon halte" aus dem Jahr 2000 "mit Unschuldsmiene, zugleich mit Biß", daß "wer schon alles kennt oder so tut (oder so tun muß)... nichts mehr erleben" kann.
Auf sich aufmerksam machte Nickel mit seinen 1998 erschienen Reiseerzählungen Ferien für immer, die er zusammen mit Christian Kracht schrieb, eine literarische Anverwandlung der 66 "angenehmsten Orte der Welt", die sich nur in den zerbrechlichen Zuständen des Humors und der Berauschung offenbaren wollen. In neueren Werken (u.a. der Erzählung "N.O.M.E.N. - Nicht ohne meinen eigenen Namen, im Katalog zur Austellung "In the future noone will be famous") schlägt der Autor einen ernsteren Unterton an, der in der Einforderung von Moral allzu leichtfälliger Ironie entsagt.
Eckhart Nickel wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg und New York und promovierte über Thomas Bernhard. Nickel arbeitete unter anderem beim Fernsehsender Arte in Straßburg, schrieb für verschiedene Zeitungen (Wams, FAS, SZ) und Magazine (AD, Vogue) und veröffentlichte den literarischen Reiseführer "Gebrauchsanweisung für Portugal" (2001) Von Kathmandu aus betreute er von 2004 bis 2006 als Chefredakteur zusammen mit Christian Kracht das Literaturmagazins DER FREUND (www.derfreund.com). Nach einem Gastspiel als Stilverantwortlicher bei der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung wanderte Nickel 2007 nach Kalifornien aus. Nun lebt er mit seiner Familie in der Haute Normandie und arbeitet dort an neuen Büchern.
Im Frühjahr 2012 erscheint, erneut mit Kracht, die komplett überarbeitete Neuauflage der "Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal", worin die Entstehungsgeschichte des Magazins DER FREUND aufgeschrieben ist.