Der sechzehnjährige Thomas aus Deutschland und die neunzehnjährige Studentin Vera aus Odessa überleben wie durch ein Wunder schwerverletzt einen Selbstmordanschlag auf den Bus von Jerusalem in einen Kibuz. Dort will Thomas für einige Wochen arbeiten. Doch der wahre Grund für seine Reise: in Israel will er der Vergangenheit seines Großvaters während des Nationalsozialismus auf die Spur kommen. Vera, die ebenfalls im Kibuz arbeitet, holt ihn am Flughafen ab und steigt zusammen mit ihm in den Unglücksbus.
Vera macht in der Schwebe zwischen Leben und Tod die Erfahrung, dass die Liebe ihres Freundes Dan und der besten Freundin Lydia sie auf der Seite der Lebenden zu halten vermag. Thomas, der anfänglich im Koma liegt, wird von dem alten Baruch, dem Gärtner des Kibuz, besucht, dem er dort zur Hand gehen sollte. Baruch hat die Zeit des Nationalsozialismus überlebt, jedoch um einen hohen Preis. Sein Kind und seine Frau haben den Holocoust nicht überlebt, woran er sich schuldig fühlt. Zunächst hat er große Vorbehalte gegen den deutschen Jungen. Doch dann bittet Thomas Baruch, sich statt seiner auf Spurensuche nach der Vergangenheit seines Großvaters zu machen... Das Ergebnis seiner Recherche ist für den alten Baruch erschütternd und zeigt, dass man auch unschuldig schuldig werden kann.
Als unschuldig Schuldige könnte man ebenso die beiden jungen Palästinenser Laham und Omar sehen: um ihren Familien aus der bitteren Armut und den Geschwistern zum Besuch der Schule zu verhelfen, werden sie zu Selbstmordattentätern. Während Laham zögert die Bombe zu zünden, weil eine arabische Mutter mit ihrem Säugling auch in dem Bus ist, begeht Omar die Tat. Dass Laham überlebt, gilt als Schande. Er hat damit seiner Familie, statt ihr durch den Heldentod zu helfen, geschadet. So jedenfalls sehen es die eigentlich Veranwortlichen für diese Art von Terror. Entlohnung gibt es nur für tote Helden! Hier wird der Wahnsinn von Krieg und Terror ebenso aufgezeigt, wie es Hoffnungszeichen von Vergebung und Versöhnung gibt. Absolut empfehlenswert.