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Echtleben: Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben
 
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Echtleben: Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben [Gebundene Ausgabe]

Katja Kullmann
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: HC m. SU (1. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821865350
  • ISBN-13: 978-3821865355
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 111.851 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Unter erfolgreichen freien Kulturschaffenden [...] zieht die soziale Herkunft eine harte Grenze, sie schafft eine Zwei-Klassen-Bohème, wie Kullmann in ihrem sehr gelungenen Buch eindringlich analysiert." (Alexander Schimmelbusch, Die Welt, 13. Juli 2011)

"ECHTLEBEN ist ein wichtiges soziologisches, politisches Buch, das man immer amüsiert liest und das manchmal zum Lachen reizt, obwohl es eigentlich eine traurige Geschichte erzählt. (...) Mit poetischer Genaugikeit erzählt. (...) Es ist ein die ,Alles-wird-gut-Rhetorik der Merkel-Jahre widerlegendes Buch, das die individuellen Kosten eines politischen Schwindels vorrechnet." (Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung , 19. Juni 2011)

"Kullmann hat ihre Analyse der Arbeitswelt für die etwas angegrauten ,Neuen Erwachsenen wie einen soziologischen Thriller geschrieben. Sie schont sich in ihrer geschliffen formulierten Ursachenforschung selbst am wenigsten. (...) Sowohl in der Methode, als auch stilistisch hebt sich das Buch wohltuend von den üblichen, oftmals unerträglichen Lifestyle-Theoretikern aus der Zukunftsforscher-Zunft ab. Kullmanns ECHTLEBEN ist echt, weil selbst erlebt, aus nächster Nähe beobachtet, dann messerscharf analysiert und in große, oft beängstigende Zusammenhänge gesetzt." (Angelika Hager, profil , 6. Juni 2011) "Das Nervende an Generationenbüchern ist ja, dass sie eine Generation ausrufen (Umhängetasche / X / Golf). Umso interessanter ist es, dass ausgerechnet ein Buch, das erst gar nicht den Versuch unternimmt, solch ein ,Wir zu behaupten, einem verbreiteten Lebensgefühl so nahekommt." (KulturSPIEGEL, 30. Mai 2011) "Ein ebenso kluger wie eigenwilliger Faktencheck des neuen Kapitalismus und seiner..."Diesmal kein Generationen-Buch, eher ein Epochen-Buch: punktgenau und vergnüglich, die deutsche Antwort auf Stéphane Hessel, nur jünger, konkreter, origineller." (Luzia Braun, ZDF Aspekte, Juni 2011)

"Eine gelungene Gesellschaftskritik über eine Generation, die eigentlich am Drücker sein sollte, die aber immer wieder erfährt, dass sie nicht gebraucht wird." (Margarete Kreuzer, RBB Stilbruch, 9. Juni 2011)

"... ein wunderbar humorvoll und intelligent formulierter Weckruf an das Kreativ-Prekariat ..." (Julia Eikmann, dradio, 20. Juli 2011)

Kurzbeschreibung

Willkommen im Echtleben Klug und unerschrocken seziert Katja Kullmann den emotionalen Klimawandel bei den über 30-Jährigen. Sie zeigt, warum Vertrauen, Verbindlichkeit und Zusammenhalt immer wichtiger werden. Vor zehn Jahren hat uns Katja Kullmann die Generation Ally erklärt. Inzwischen hat sich die Welt mehrmals überschlagen: In der Gesellschaft geben Wirtschaftskrisen, Flexibilisierung, Erosion der Mittelschicht den Takt vor. Auf der persönlichen Ebene stellen sich die Fragen konkret: Bin ich noch bereit, meine Ideale zu verraten, um meinen sozialen Status zu halten? Was ist der Ausweg, wenn mein individualisiertes Lebenskonzept in die Sackgasse führt? - Da helfen Coolness, Ironie oder Flucht in Lifestyle-Marotten nicht weiter. Scharfsichtig und unterhaltsam zeichnet Katja Kullmann den emotionalen Klimawandel innerhalb ihrer Generation nach. Und sie zeigt, wie vermeintlich alte Werte mit neuem Leben gefüllt und vom Muff des Konservatismus befreit werden können. Sich einmischen, kämpfen für das, was wichtig ist, sich gegen den Wind stellen: Wie kann das heute aussehen? Wer soll es tun, wenn nicht wir selbst? Es gibt doch nichts zu verlieren. "Wenn man Jahre damit verbracht hat, sich alle Optionen offen zu halten, Anstellungen zu vermeiden, Beziehungen zu managen, sich auszukennen und auch ironisch zu bleiben, wenn der eigene soziale Status prekär wird - dann wächst die Sehnsucht nach dem Echtleben." Katja Kullmann

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Echt echt. Echt gut! 16. Juni 2011
Von milou
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist schon verrückt: Da schreibt eine ehemalige Bestseller-Autorin ein Buch über ihre eigene Insolvenz und den Ausverkauf der Kreativwirtschaft, landet damit ihren zweiten Bestseller (zwischenzeitlich Rang 700irgendwas bei Amazon), wird hochgelobt von 'Aspekte' und allen möglichen Gazetten ' und dann meldet der sie vertretende Verlag Eichborn Insolvenz an. Was passiert da eigentlich gerade?

Zum Buch: 'Echtleben' ist aus meiner Sicht kein persönliches Schicksalsbuch, sondern ein fulminantes Porträt der Kreativ-Kinder der 70er Jahre. Gut ausgebildet und ambitioniert starteten sie ihre Karrieren, verfolgten ihre Ideen von Gleichberechtigung, von friedlichem Miteinander, fröhlicher Selbstverwirklichung und kritischem Denken. Und landen da, wo globale Machenschaften, BWLisierung und das Monopol der Megafirmen alles aushebeln, was nicht sofort effizient ist. Kullmann guckt in das Herz einer Generation, die Freiheit wollte und Sachzwang erntete.

Das ist deprimierend und humorvoll zugleich zu lesen und immer wahr. Die Autorin erzählt atemlos und präzise, was aus den jungen Frauen und Männern der politisch, kulturell interessierten/engagierten Mittelschicht wurde, als sie auf eine Welt trafen, die längst von den ehemaligen Wirtschafts-Studenten regiert wird, über die sie damals noch die Nase rümpften. Nicht wahr haben wollen, immer noch an die eigenen Ideen glauben, manchmal nicht mehr wissen, wo man eigentlich steht ' und dann ums schlichte Überleben kämpfen müssen. Buchstäblich die Mitte verlieren. So gut habe ich das bisher von niemandem gelesen.

Das Buch ist sicherlich da am packendsten, wo die Autorin ihre eigenen Erfahrungen schildert, wie sie hinein schlittert in existenzielle Nöte, mit wenig Geld und hohem Anspruch an sich selbst immer noch den Kopf oben behält. Der sozialwissenschaftliche Unterbau liest sich so mit, bringt aber deutlich auf den Punkt, dass es hier nicht um ein schnuckelig verwöhnte Mittelschicht geht, sondern um die Arbeit aller Fachkräfte, die immer schlechter bezahlt werden: Billiger geht''s immer! Für die Kennzeichnung aller Zitate sollte man ihr einen Doktortitel zuerkennen. Aber am am besten gefällt mir an ''Echtleben'', dass man der Autorin jedes Wort glaubt, und: dass es tief berührt. Weil man sich als Kind dieser Generation in jeder Zeile wiederfindet. Chapeau!
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geht gar nicht! 27. September 2011
Von capkirki
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist eine einzige Ansammlung von Selbstmitleidstiraden und Arroganz.

Auf der einen Seite macht sich die Autorin über die "einfache Sekretärin" lustig, deren Job ja so sinnlos ist, dass sie sich wundert, dass die Frau trotzdem ihr Leben genießt, Mann und Kinder hat, in Urlaub fährt etc. auf der anderen Seite regt sie sich über die Überheblichkeit anderer auf, die es im Leben tatsächlich geschafft haben.

Auf der einen Seite ist es absolut spießig auf dem Land zu wohnen und so wie seine Eltern zu werden (denn dann ist man "gescheitert"), aber Karriere machen und zu den Gewinnern zu gehören, ist auch ganz schrecklich, denn die Zitat: "Gewinner drücken aufs Gas, quengelig und garstig, in ihre moccafarbenen Speerspitzenautos, die so angenehm schnurren, wenn man sie wertvoll genug betankt und auch sonst gut behandelt. Oh mögen euch eure vergifteten Aktienportfolios schnellstmöglich unter den Fingern zerbröseln, oh mögen eure antiken Schränkchen zusammenkrachen und auf eure Ming-Vasen fallen, eure Faberge Eier und Murano Glas Sammlungen zerschlagen, oh mögen eure Leipziger-Schule-Sammlungen zu Staub zerfallen, die Privatschulen eurer weltgewandten Kinder wegen Asbestbefundes auf unbestimmte Zeit geschlossen werden und eure Art-deco-Sessel unter der Last eurer gebildeten Gesäße kollabieren, auf dass ihr mit Bandscheibenvorfällen in Krankenhäusern eingeliefert werdet, die Privatpatienten aus Prinzip nicht behandeln und falls doch, dann mögen sie euch zur Rekonvaleszenz ein Sech-Bett-Zimmer anbieten, auf dessen Fernsehapparat, per Mehrheitsbeschluss, 24 Stunden am Tag ein Tiernamen-Bingo-Kanal läuft. Lautstärke-Volume 12."

In ist nur wer "hip" ist, von einer Ausstellung zur nächsten rennt, wer "kreativ" ist, wer nicht weiß, ob er gerade in Toronto oder Dortmund oder in Berlin oder Moskau ist (die Autorin scheint diese Städte tatsächlich nicht auseinander halten zu können, schließlich verbringt sie ja ihr Leben in "Asphalt Landschaften" und wird das auch nicht ändern) Btw. Deutschland spielt dabei keine große Rolle und das findet sie auch ganz gut so.

Dass sie von ihrer selbst gepriesenen Kreativität nicht leben kann und dann auf Hartz IV angewiesen ist, das liegt nicht an ihr, dass liegt einzig an der bösen Gesellschaft. Nicht sie ist schuld, sondern die Anderen, die, die sie verachtet.

Zum einen springt mich aus fast jedem Satz der Neid an, sie hat es nicht geschafft also sind die, die es geschafft haben, entweder Spießer, Verlierer oder rücksichtslose Kapitalistenschweine.
Ich hab das Buch auf Seite 168 abgebrochen, es hat meinem Blutdruck nicht gut getan.
Der Autorin möchte ich einfach raten, erwachsen zu werden. Und wenn sie es denn mal schafft, Eigenverantwortung zu übernehmen, mit sich und ihrem Leben zufrieden zu sein, dann legt sich vielleicht auch der Neid auf die 'Anderen', die Spießer, die Erfolgreichen, die Gewinner, die Sekretärinnen, die Firmenberater (mit denen ihrer Meinung nach eh niemand befreundet sein will), die Menschen mit kleinem Häuschen in Vororten und die Menschen, die eben keine Billy Regale kaufen, sondern eher Einzelstücke, eben alle anderen, die vielleicht nicht 'hip', aber in ihrem Leben angekommen sind.
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68 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wir nehmen uns alle viel zu wichtig. Wir breiten unser Leben auf Facebook, Wer-kennt-wen und MeinVZ/StudiVZ aus und halten uns für einzigartig. Keiner hat einen besseren Filmgeschmack, keiner hört ausgefallenere Musik, keiner versteht es wilder zu feiern. Wir sind die coolsten, geilsten, klügsten und überhaupt. Dieser Größenwahn, der von einem gigantischen Narzissmus gespeist, treibt uns an. Was aber, wenn der Erfolg ausbleibt? Dann ist nicht der Einzelne gescheitert, sondern gleich die ganze Generation - darunter machen wir es nicht.

ECHTLEBEN reiht sich ein in die Riege wehleidiger Selbstbespiegelungen, in denen "Ich" permanent mit "Wir" (im Sinne von "Wir alle") verwechselt wird. Populärwissenschaftlich wird das eigene Versagen literarisch erhöht und soziologisch veredelt - Katja Kullmann auf den Spuren von Siegfried Kracauer. Aus angelesenem Halbwissen und halbverdauten Erfahrungen, aus richtigen Beobachtungen und falschen Schlussfolgerungen wird eine Suppe gerührt, die uns am Ende sauer aufstößt. "Uns"? Ich meinte natürlich "mir".
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Sorry, Katja, das ist nix!
Vorweg, ich mochte Generation Ally wirklich sehr gerne. Ich gehöre dieser Generation ja auch selbst an.
Als ich also von Echtleben hörte, kaufte ich es mir. Lesen Sie weiter...
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