Ich kann mich noch gut erinnern, als ich den Film damals im Kino gesehen habe. Was die Serie betrifft, kannte ich auch nur die berühmte Silvesterfolge. Demzufolge hatte ich natürlich auch nicht die gleiche Erwartungshaltung, wie jemand, der sich mit der Serie auskennt.
Mir hat der Film damals recht gut gefallen. Es ist ein sehr gefühlvoller Film mit vielen traurigen Ereignissen, die vor allem Mundl betreffen. Er zeigt auch schön die heutigen Probleme der Jugendlichen und ihren Erstkontakt zu Alkohol. Das sogenannte "Komasaufen" war ja auch zu jener Zeit sehr aktuell und in allen Medien. Es war auch sehr schön zu sehen, dass die Originalschauspieler am Werk waren und keine Ersatzbesetzung am Start war. Das hätte den Film auf jeden Fall ruiniert.
Doch warum jetzt nicht volle fünf oder zumindest vier Sterne? Nun ja. Ich habe mir dann doch auch mal die DVD mit den Serienfolgen zugelegt und die Folgen voller Begeisterung und Lachanfällen verschlungen.
Das Problem beim Kinofilm ist nunmal, dass er nie und nimmer das Flair der damaligen Serien einfangen kann. Das fängt ja schon bei den Möbeln, dem Gewand und der Bild- und Tonqualität des Films von damals an. Leider wohnen sie auch in einer anderen Wohnung, was jedoch irgendwie zu befürchten war. Aber auch die berühmten Wutanfälle von Mundl (Das Gestikulieren und Herumschreien), die frechen Sticheleien von Karli, die Beschwichtigungsversuche von Toni usw. sind nunmal ein wichtiger Kernpunkt dieser Serie gewesen und können nicht so leicht mit Melancholie kompensiert werden. Ich habe mir die DVD erst wieder vor kurzem angesehen und es ist nunmal so, dass in jeder 3. Szene jemand weint. Das hält man mit der Zeit dann nicht mehr aus und man sehnt sich dann schon eine Szene herbei, wo Mundl mal wieder ein bisschen lauter wird.
Aber gut, das wäre ja noch zu verkraften gewesen und der Film wäre zumindest noch 3 Sterne wertgewesen. Immerhin sieht man ja auch, wie sich das Leben der einzelnen entwickelt hat (Dass Karli Golf spielt, finde ich jedoch immer noch lächerlich). Der Grund für den neuerlichen Abzug liegt in der Geschichte des kleinen René und seinem Vater. Wäre sie nur am Rande erwähnt worden, hätte es mich vielleicht nicht so gestört, aber das war eindeutig zu viel. Die zu künstlich wirkenden Wutanfälle von beiden und dann auch noch die schlecht geschriebene Liebesgeschichte brachten dann das Fass zum überlaufen. Dafür, dass sie in der Serie auch nicht mal vorgekommen sind, hatten sie echt viele Szenen im Film. Da hätte ich lieber mehr von den alten Darstellern gesehen.
Was mich auch noch stört ist, dass der Film auf nichts besonderes abzielt. Er plätschert einfach nur so vor sich hin, ein Ereignis folgt dem nächsten, aber der richtige Höhepunkt konnte nicht ausgemacht werden. Das war zwar bei der Serie auch nicht immer, jedoch erwarte ich mir bei einem Kinofilm doch eine etwas abgeschlossene Folge, denn mit dem Ende konnte ich wirklich nichts anfangen (außer es kommt jetzt wirklich noch ein zweiter Teil, was ich nicht hoffe).
Fazit: Zuerst mal ist es schön, dass die Originaldarsteller verpflichtet werden konnten. Jedoch konnte einfach nicht das Flair der alten Folgen heraufbeschworen werden, was aber auch zeitliche Gründe hat. Aber auch die Geschichte um Karlis Sohn und Enkerl ist einfach zu schwach geraten (aber leider keineswegs zu kurz), als dass der Film eine höhere Bewertung verdient hätte. Ich werde ihn mir kein drittes Mal (Kino und DVD) mehr anschauen und habe schon das zweite bereut.